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: 'Kurzarbeit war gestern'

Ausgabe 03/2010

INTERVIEW Arbeitsmarktexperte Günther Schmid erläutert, warum wir Beschäftigungsbrücken in den Arbeitsmarkt brauchen und atypische Beschäftigung nicht gleich prekär ist.

Das Gespräch führte Redakteurin CORNELIA GIRNDT/Foto: Rolf Schulten

Herr Schmid, derzeit wird in der Industrie viel getan, um die Stammbelegschaften und ihre Qualifikationen zu halten. Kann man dazu den Gewerkschaften uneingeschränkt gratulieren?
In der verarbeitenden Industrie mit ihren Großbetrieben hat sich das Kurzarbeits-Modell hervorragend bewährt, wenn auch weniger in Kombination mit Qualifizierung. Um diese Form solidarischer Umverteilung von Anpassungskosten an die Krise in der Industrie, die nach wie vor ein wichtiger Beschäftigungsträger ist, beneiden uns andere Länder. Die Alternative wäre Massenarbeitslosigkeit, die nicht unbedingt billiger wäre und auch nicht gerechter.

Wenn Sie nun aber an alle arbeitswilligen Menschen denken und sich fragen, ob es gerecht zugeht, wie sieht dann das Bild aus?
So gut und so wichtig die internen Flexibilisierungsmaßnahmen sind, man muss sehen, dass die Unterstützung für die Kernbelegschaften in der krisengeschüttelten Industrie ein partielles Modell ist, das nicht auf die gesamte deutsche Wirtschaft und den gesamten Arbeitsmarkt übertragen werden kann. Die Leiharbeit ist von heute auf morgen um ein Drittel zusammengebrochen. Und erstaunlich ist doch: Wir hatten in dieser Krise weiteres Beschäftigungswachstum im Gesundheits- und im Sozialbereich wie auch im Bildungssektor - allerdings in Form von Teilzeit und befristeten Arbeitsplätzen.

Dagegen wären ohne die Kurzarbeit rund 700000 Arbeitsplätze allein im Metallbereich gefährdet. Droht der Industrie die Puste auszugehen?
Ich denke, dass der Dienstleistungsbereich weiter wachsen wird. Was an und für sich nicht schlecht ist. Weil die starke Exportabhängigkeit zum Beispiel in der Automobilbranche nicht unbedenklich ist. Dort muss jetzt umgesteuert werden hin zu Energiewirtschaft oder intelligenten Verkehrssystemen - mit entsprechenden Qualifikationen. Von daher hat das jetzige Modell der Kurzarbeit, selbst wenn es mit betriebsspezifischen Qualifikationen kombiniert wird, seine Grenzen bald erreicht. Pointiert gesagt: Kurzarbeit war gestern.

Was kommt da auf uns zu?
Es wird mit jedem Tag wichtiger, die betrieblichen Flexibilisierungsmaßnahmen stärker mit einer Öffnung für den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verbinden. Die neuen Sektoren werden wegen der geburtenschwachen Jahrgänge bald enorme Qualifikationsengpässe haben. Auch wenn ein Facharbeiter im Maschinenbau schwerlich so einfach in den Pflegebereich wechseln kann, gibt es doch Wege dazwischen. Dafür müssen jetzt Vorkehrungen getroffen werden. Das heißt: Jede weitere öffentliche Unterstützung von flächendeckender Kurzarbeit muss stärker verbunden werden mit verbindlich gemachter Weiterbildung, und zwar eben nicht nur für den Betrieb, sondern für den Arbeitsmarkt.

Da wird jetzt keine Freude aufkommen. Wer geht denn gern in eine Transfer- oder Beschäftigungsgesellschaft?
Natürlich werden wir mit den Tarifverträgen zur Beschäftigungssicherung, wie sie gerade die IG Metall abgeschlossen hat, erstmal weiter über die Runden kommen. Aber in absehbarer Zeit werden wir neue Arbeitsplätze und erneuerte Qualifikationen brauchen. Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als Beschäftigte, noch bevor sie arbeitslos werden, durch Qualifizierungsmaßnahmen auf neue Jobs und Branchen vorzubereiten. Von daher müsste die Beschäftigungsbrücke stärker verlängert werden aus dem Betrieb raus - zumal dann, wenn der Staat das Ganze über Steuern, sprich die BA mitfinanziert. Ziel muss sein die Beschäftigungsfähigkeit der Leute für den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verbessern - etwa über Beschäftigungs- und Transfergesellschaften, die zwei bis drei Jahre lang auf eine Vermittlung in den offenen Arbeitsmarkt vorbereiten.

Es werden bereits Lösungen angepeilt über den betrieblichen Horizont hinaus. So hat die IG Metall NRW mit den Arbeitgebern im Ruhrgebiet geregelt, dass 350 Unternehmen ihr Personal tauschen können - ohne Einkommensverluste für die Arbeitnehmer.
Solche Dinge halte ich für sinnvoll, ja wegweisend. Die Tarifparteien könnten eine Menge mehr tun, um die Arbeitsmarkt-Flexibilität auf der regionalen und der Branchenebene zu erhöhen.

Die Unterbeschäftigung zwingt dazu, Neues anzugehen. Wäre die 30-Stunden-Woche und wären 1,5 Haushaltseinkommen eine Lösung?
Das künftige Normalarbeitsverhältnis sollte nicht mit einem neuen Standard von 30 statt 40 Wochenstunden unterlegt werden. Das ist arbeitsorganisatorisch vielfach nicht zu machen. Und wir möchten doch, dass sich Arbeitszeiten an den Bedürfnissen im Lebenslauf orientieren - wie Kindererziehung, Weiterbildung, kulturelle und politische Interessen. Im Lebensverlauf könnten die Menschen dann durchaus 30 Stunden im Schnitt gearbeitet haben, aber in einer Bandbreite zwischen 40 und 20 Stunden. Das wäre meine Vorstellung eines neuen Normalarbeitsverhältnisses. Entsprechend müssten die Sozialversicherungsinstitutionen angepasst werden, damit diese Variabilität ohne große Einbußen bei Rente und Arbeitslosigkeit möglich ist.

Viele Leute wollen gar nicht weniger arbeiten.
Das stimmt so nicht. Wir wissen aus Umfragen, dass Männer im Schnitt 4,5 Stunden kürzer arbeiten wollen. Frauen arbeiten ja sowieso schon kürzer, aber auch bei ihnen gibt es ein Potenzial. Da muss man ansetzen. Entgegen diesen Arbeitszeitpräferenzen wird aber derzeit in Deutschland belohnt, wer einen Minijob macht und bestraft, wer einer qualifizierten Teilzeit - mit rund 25 Stunden - nachgeht. Da müssen unbedingt die Anreize durch Steuern und Sozialabgaben anders gesetzt werden.

Sie haben herausgefunden, dass die Beschäftigung im letzten Aufschwung überraschend stark gewachsen ist - in der Mehrzahl jedoch atypische Beschäftigung. Ist das nun gut oder schlecht?
Die Bilanz ist gar nicht so schlecht. Immerhin sind 1,6 Millionen Arbeitsplätze entstanden, davon 40 Prozent sogenannte "normale" und 60 Prozent atypische Beschäftigungsverhältnisse. Wobei die Statistik als "atypisch" auch eine unbefristete Teilzeitbeschäftigung von 25 bis 35 Stunden zählt. Wie man auch eine befristete Vollzeitbeschäftigung als atypisch bezeichnet, auch wenn sie für mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer eine Durchgangsphase zu regulärer Beschäftigung ist.

Vielfach sind die atypischen Arbeitsplätze Frauenjobs. Und oft hat man den Eindruck, dass in Deutschland nur die Bad Jobs wachsen - die Leiharbeit, die Minijobs, die schlecht bezahlte Teilzeitarbeit.
Kritisch muss man sehen, dass ein Großteil der Menschen, die in atypischen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, in eine Falle gerät, vor allem bei mehrfacher Befristung. Im öffentlichen Dienst gibt es übrigens doppelt so viele Befristungen wie in der Privatwirtschaft. Oder die Leiharbeiter. Sie alle haben höhere Arbeitslosigkeitsrisiken, in der Regel auch geringere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen, sie haben auch weniger Chancen des innerbetrieblichen Aufstieges. Gegen diese hohen Risiken muss man etwas tun.

Brauchen wir überhaupt Leiharbeit?
Leiharbeit oder Zeitarbeit ist in der Lage, schwankenden Personalbedarf auszutarieren, was ein einzelner kleiner Betrieb allein nicht bewältigen kann. Wenn wir Auszeiten haben wollen für Elternschaft, für Pflege, für Weiterbildung, Freizeit, dann brauchen wir Ersatzarbeitskräfte. Dazu braucht man intelligente Personaldienstleister, und das sind die seriösen Zeitarbeitsfirmen.

Könnte die Politik, wenn sie nur wollte, ein anständiges Arbeitsverhältnis daraus machen?
Andere Länder machen es uns vor, wie man Risiken mindern kann. Unser Grundproblem ist: Das deutsche Arbeits- und Sozialrecht ist nach wie vor stark an dem Normalarbeitsverhältnis orientiert. Von daher schlagen einige Risiken, die mit Teilzeit oder Solo-Selbständigkeit oder Befristung verbunden sind, bei uns stärker durch als in den skandinavischen Ländern. Ein großer Fehler in Deutschland war, dass der Gesetzgeber gesagt hat: Leiharbeit kann in einem Betrieb ewig dauern. Das muss unbedingt wieder begrenzt werden. Die Holländer haben zum Beispiel ein gestaffeltes System. Nach spätestens drei Jahren muss das Arbeitsverhältnis entfristet werden.

Gehört zu den Bedingungen auch ein Mindestlohn?
Ja, unbedingt. Es gibt diesen Mindestlohn in fast allen Ländern um uns herum, und für mich ist es auch ein ethisches Gebot, dass ein Mensch, der in vollem Besitz seiner Arbeitskraft ist, von seiner Arbeit leben können muss. Egal ob als Leiharbeiter oder regulär beschäftigt.

Sie haben für die Friedrich-Ebert-Stiftung ein Gutachten geschrieben, wie man unsere Arbeitslosen- in eine Beschäftigungsversicherung umbauen könnte. Was soll sich ändern?
Grundsätzlich sollten wir etwas tun, damit es erst gar nicht zu Arbeitslosigkeit kommt. Dazu gehören verbesserte Weiterbildungsrechte für Beschäftigte, etwa Ziehungsrechte aus einem solidarischen Weiterbildungsfonds, aber auch die Pflicht zur Weiterbildung. Daneben sollten Arbeitnehmer, die ein höheres Risiko tragen, arbeitslos zu werden oder weil sie wenig verdienen, eine höhere Lohnersatzrate haben. In Dänemark etwa bekommen Geringverdiener das Arbeitslosengeld auf den Bruttolohn. Sie bekommen also einen Risiko-Zuschlag. Dem haben wir in Deutschland bisher zu wenig Beachtung geschenkt. Wichtig wäre auch ein schnellerer Zugang zu Leistungen, weil befristet Beschäftigte schneller und öfter arbeitslos werden. An diese Übergangsrisiken müssten wir die Arbeitslosenversicherung anpassen.

Was ist Ihre Prognose? Wird die atypische Beschäftigung weiter wachsen?
Teilzeit, Befristung, Solo-Selbstständigkeit werden weiter zunehmen. Teilzeit hat sich - auch durch den kontinuierlichen Anstieg der Frauenerwerbsquote - seit 1985 in Deutschland verdreifacht, während die Selbstständigkeit in allen europäischen Ländern stagniert. Die Ein-Mann-Betriebe in der Landwirtschaft fallen weg und die Tante-Emma-Läden. Auf der anderen Seite steigt der Anteil der Solo-Selbstständigen in der Kreativwirtschaft, jedoch relativ bescheiden.

Wo doch die Ich-AG in jenem verzweifelten Jahr 2003, als die Arbeitslosigkeit auf 5 Millionen stieg, als die Beschäftigungshoffnung galt.
Die Ich-AG war erfolgreicher als viele dachten. Interessanter erscheint mir, dass Leute zunehmend eine Teilzeitbeschäftigung in regulärer, sozial gesicherter Beschäftigung mit Solo-Selbstständigkeit kombinieren. Das finden wir sehr stark in den Niederlanden, dort sind schätzungsweise ein Drittel der Selbstständigen sogenannte Kombinierer. Unter meinen Wissenschaftlerkollegen ist es gang und gäbe, noch ein, zwei Tage in der Woche in der privaten Wirtschaft oder in Verbänden zu arbeiten. Nicht umsonst sind die Niederlande europäischer Spitzenreiter bei der Teilzeitarbeit mit einem Anteil von 47 Prozent an allen Beschäftigten.

Aber Teilzeit ist doch oft schlecht bezahlt und nicht freiwillig.
In der Tat ist die Dynamik vom Teilzeit- in den Vollzeitbereich bei Frauen eher enttäuschend. Aber Niedriglohnjob bedeutet ja nicht immer Niedriglohnjob. Eine exzellente Studie der Uni Nürnberg-Erlangen zeigt, dass es jährlich fast einem Drittel der Frauen gelingt, vom Niedriglohnbereich in den Hochlohnbereich aufzusteigen.

Was halten Sie von der These, dass die Hartz-Reformen daran schuld sind, dass es in Deutschland einen miserabel bezahlten Niedriglohnsektor gibt?
Da ist was dran. Die Hartz-Gesetze haben die Tendenz zur Ausweitung des Niedriglohnsektors eindeutig verstärkt. Durch die prozyklische Verkürzung des Arbeitslosengeldbezuges sind viele qualifizierte Arbeitslose gedrängt worden, Jobs anzunehmen, die nicht unbedingt ihrer Qualifikation entsprechen und die auch nicht nachhaltig sind. Das heißt, relativ viele wurden nach ein paar Monaten wieder arbeitslos. Von daher muss eine antizyklische und relativ generöse Arbeitslosenabsicherung nicht unbedingt negativ sein, sondern sie kann angstfreies, produktives Suchverhalten begünstigen und zu nachhaltigen, qualitativ höheren Arbeitsplätzen führen.

Müsste so eine Erkenntnis jetzt in der Krise umgesetzt werden?
Auch der Sachverständigenrat hat eingesehen, dass eine atmende Arbeitslosenversicherung von Vorteil ist, eine, die nicht die Ansprüche auf Leistung im Abschwung kürzt, wenn die Leute die Unterstützung am nötigsten haben, sondern eher die Bezugszeit verlängert, weil ja auch die Arbeitsplatzsuche länger dauert.

Bei der Agenda 2010 ist diese Einsicht missachtet worden?
Und zwar gegen die Vorschläge der Kommission "Modernisierung des Arbeitsmarktes", in der ich ja Mitglied war. Da ist mitten in der Höchstphase der Krise der Arbeitslosengeldbezug von maximal 32 auf 12 beziehungsweise 18 Monate verkürzt worden. Später ist das teilweise wieder zurückgenommen worden.

Ist das Argument für Sie plausibel, dass jemand, der 30 Jahre in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt hat, Anspruch auf längeren Bezug von Arbeitslosengeld hat?
Das ist nachvollziehbar, weil natürlich die gefühlte Gerechtigkeit so denkt. Da hat einer oder eine einbezahlt und wird arbeitslos, das geht an die Existenz, und man will aufgefangen werden. Andererseits ist die Arbeitslosenversicherung eine Solidarversicherung, und ein junger Familienvater, der drei Kinder hat und arbeitslos wird, kann in viel größeren Nöten sein als jemand mit 55 Jahren.

Wer von den Älteren früher in Rente geht, hat heute erhebliche Abschläge. Ist die Politik der Frühverrentung vorbei?
In der Tat ist die Beschäftigungsquote der Älteren in Deutschland stark gestiegen, wir haben mit 62 Prozent bei den Männern das Lissabon-Ziel von 50 Prozent mehr als erreicht. Hauptgrund ist, dass die Anreize zur Frühverrentung zurückgenommen wurden. Das hat den Druck auf ältere Arbeitnehmer erhöht, im Betrieb zu bleiben, und den Unternehmen Möglichkeiten verbaut, Ältere ins Frühverrentungssystem zu schieben.

Wäre eine Verlängerung der subventionierten Altersteilzeit aufgrund der Krise nicht sinnvoll? Um jungen Fachkräften eine Chance zu geben?
Wir wissen, dass die jetzt auslaufende Altersteilzeit vor allem Gutverdiener förderte mit einem Durchschnittseinkommen von über 60.000 Euro. Finanziert wurde das von der Solidargemeinschaft - auch von den weniger gut Verdienenden. Ich denke: Das Geld soll man besser dort investieren, wo es gebraucht wird. Viele Selbstständige sind heute nicht in der Lage, Vorsorge zu treffen. Auch die Rentenanwartschaften Langzeitarbeitsloser sind skandalös gering.

Kann man sagen: Atypische Beschäftigung ist prekäre Beschäftigung?
Atypisch ist nicht gleich prekär. Auch ein Normalarbeitsverhältnis kann sehr schlechte Arbeitsbedingungen beinhalten - mit niedrigen Löhnen und hohem Risiko, arbeitslos zu werden und mit wenigen Aufstiegsmöglichkeiten. Dagegen haben nicht wenige befristet Beschäftigte gute Jobs. Außerdem ist die qualifizierte Teilzeit in Deutschland im Kommen. Das Statistische Bundesamt und der Sachverständigenrat zählen mittlerweile Teilzeit zwischen 20 bis 34 Stunden zum Normalarbeitsverhältnis. Ich verwende aber noch den engen Begriff, weil man mit dieser Teilzeit noch keine eigenständigen, existenzfähigen Ansprüche für die Alterssicherung erwirbt.

Was müsste hier ein moderner Sozialstaat tun?
Er muss vorsorgend die Menschen befähigen, dass sie ein autonomes Leben führen können. Das heißt Bildungsarmut bekämpfen, Rentenbausteine für Brüche im Erwerbsleben ermöglichen und mehr Weiterbildungsmöglichkeiten schaffen. Das erfordert systematische Korrekturen im Arbeits- und im Sozialrecht. Statt das alte Normalarbeitsverhältnis als den einen Maßstab hochzuhalten, sollten wir schauen, dass die atypischen Beschäftigungsverhältnisse mit neuen Sicherheiten unterlegt werden oder mehr Flexibilität in das Normalarbeitsverhältnis einbauen.


ZUR PERSON

Günther Schmid, 67, ist ein in Europa weithin anerkannter Wissenschaftler für Arbeitsmarktpolitik und Beschäftigung. Er leitete fast 20 Jahre bis 2008 diese Abteilung am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) parallel zu einer Professur für ökonomische Theorie der Politik an der FU Berlin. Heute findet man ihn in einem der Emeriti-Zimmer am WZB. Angesprochen auf seine Mitgliedschaft ab 2002 in der Kommission "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" (Hartz-Kommission), macht er seinem Ärger Luft, "dass in der Umsetzung doch einige ungeheuerliche Irrtümer begangen wurden, die die Kommission so nie beschlossen hatte". Seit Langem argumentiert Günther Schmid für eine stärkere soziale Absicherung atypischer Beschäftigung. Als Mitglied der "Employment Taskforce der EU-Kommission" hat er "Flexicurity" zu einem Leitbegriff gemacht.

Mehr zu Schmids aktuellen Publikationen unter http://www.guentherschmid.de/
Ein Gutachten zur Beschäftigungsversicherung (2008) finden Sie als PDF unter
http://library.fes.de/pdf-files/wiso/05295.pdf

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