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Systemrelevant Podcast : Höherer Mindestlohn: Ökonomisch sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar

Der Mindestlohn soll bis 2022 in vier Schritten auf 10,45 Euro steigen. IMK-Direktor Sebastian Dullien erklärt im Podcast, warum er den Kompromiss der Mindestlohnkommission vernünftig findet.

[09.07.2020] Ende Juni hat die Mindestlohnkommission über die Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns entschieden. Der daraus hervorgegangene Beschluss sieht bis Juli 2022 eine Erhöhung der gesetzlichen Lohnuntergrenze von derzeit 9,35 Euro auf 10,45 € Euro je Zeitstunde vor. Der Direktor unseres Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien, hält diese von kontroversen Reaktionen begleitete Empfehlung für einen guten Kompromiss. Auf der einen Seite würde die durch die Corona-Pandemie hervorgerufene schwierige wirtschaftliche Lage vieler Betriebe berücksichtigt. Auf der anderen Seite habe die Kommission eine Beschleunigung der Mindestlohnerhöhungen erreicht, wodurch diese näher an die mittleren Einkommen herangeführt werden dürften.

Sebastian Dullien sieht in der Empfehlung einen grundsätzlichen Stimmungsumschwung der Kommission. Dieser sei zum einen darauf zurückzuführen, dass die vor der Einführung des Mindestlohns im Jahr 2015 von einigen Ökonom*innen prognostizierten Arbeitsverplatzverluste nicht eingetreten seien. Zum anderen hegten sehr viele Menschen Sympathien für eine bessere Bezahlung von Menschen am unteren Ende der Lohnskala, die zum Beispiel unter der rückläufigen Tarifbindung gelitten hätten. 

 

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Die zuletzt oft formulierte Forderung nach einem Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde kann der Volkswirt politisch gut nachvollziehen. Denn dieser Stundenlohn sei in etwa nötig, damit eine Person, die ihr Leben lang Vollzeit arbeite, mehr Rente erhalte als die Grundsicherung. Auch die von der Europäischen Union ausgerufene Forderung nach einem armutsfesten Mindestlohn, der 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens eines Landes nicht unterschreite, würde in Deutschland eine Erhöhung auf etwa 12 Euro pro Stunde erfordern.

Die Chance für eine kräftigere Erhöhung des Mindestlohns sieht Dullien in der nächsten Runde, wenn die Mindestlöhne bis Mitte der 2020er Jahre festgelegt werden. Dann habe die Wirtschaft hoffentlich den Coronaschock überwunden und wird auf einen soliden Wachstumspfad zurückgekehrt sein. 

Alle Informationen zum Podcast

Über "Systemrelevant": Die Corona-Krise bedeutet auch wirtschaftlich eine nie dagewesene Herausforderung für unsere Gesellschaft. Wir besprechen die neuesten Entwicklungen und Debatten mit Prof. Dr. Sebastian Dullien, dem Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Moderation: Marco Herack

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