Forschungsprojekt: Transnationale Vernetzung betrieblicher Interessenvertretung

Eine teilnehmend-beobachtende Pilotstudie.

Projektziel

Im Fokus der geplanten Pilotstudie steht die 2012 ins Leben gerufene und 2021 verstetigte Internationale Netzwerkinitiative (NWI) der IG Metall. Diese zielt darauf ab, über Ländergrenzen hinweg eine intensive, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen betrieblichen Arbeitnehmervertreter*innen derselben internationalen Konzerne zu unterstützen.

Veröffentlichungen

Simon, Hendrik, 2021. „United and Stronger Together“ – Transnationale gewerkschaftliche Organisierung in multinationalen Konzernen am Beispiel der IG Metall-Netzwerkinitiative, Industrielle Beziehungen, 2, S. 2012-2021.

Ludwig, Carmen, Hendrik Simon und Alexander Wagner, 2021. Solidarität statt Standortkonkurrenz. Transnationale Gewerkschaftspolitik entlang der globalen Automobil-Wertschöpfungskette, In: Carmen Ludwig, Hendrik Simon, Alexander Wagner (Hrsg.), Entgrenzte Arbeit, (un)begrenzte Solidarität? Bedingungen und Strategien gewerkschaftlichen Handelns im flexiblen Kapitalismus, 2. Auflage, Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot, S. 226-240.

Weitere Informationen

Dieses Projekt gehört zum Forschungsverbund „Die Ökonomie der Zukunft“.
http://www.boeckler.de/de/die-okonomie-der-zukunft-18476.htm

Projektbeschreibung

Kontext

In der globalen M+E-Industrie lässt sich eine grundlegende Machtasymmetrie identifizieren: Während insbesondere OEMs (Original Equipment Manufacturers) über nationale Grenzen hinweg globale Wertschöpfungsketten dominieren, sind transnationale Handlungskompetenzen betrieblicher Interessensvertretungen meist nur schwach ausgeprägt (Ludwig & Simon 2019). Kollektive Arbeitnehmervertretungen scheinen auf die weitere Ausdifferenzierung globaler Wertschöpfungsketten schlecht vorbereitet zu sein - und das, obwohl Beschäftigte der M+E-Industrie angesichts besonders hoher Substituierungs- und Outsourcingpotenziale unter großem Druck stehen. Gleichwohl lassen sich in jüngerer Zeit innovative – und bislang weitgehend unerforschte (Simon 2021) – Ansätze der transnationalen Vernetzung betrieblicher Interessenvertretungen in der globalisierten M+E-Branche identifizieren. Ein solcher Ansatz - die NWI der IG Metall – soll im Pilotprojekt teilnehmend-beobachtend begleitet werden.

Fragestellung

Konkrete, die Fallstudien anleitende Fragen sind:

1. Welche Auswirkungen hat die globale Transformation der M+E-Industrie in den lokalen Kontexten der Fallstudien? Welche Beschäftigungsstrukturen weisen die transnationalen/lokalen

Wertschöpfungsketten auf? Welche Strategien verfolgen die Akteur*innen hinsichtlich der Gestaltung der Transformation?

2. Welche Ansätze, Potenziale und Herausforderungen für eine transnationale Vernetzung der betrieblichen Akteur*innen bestehen? Inwieweit unterscheiden sich diese im transnationalen

Vergleich?

3. Welche Bedeutung haben lokale, regionale, nationale, globale Arbeitnehmervertretungen (Gewerkschaften, Betriebsräte, andere) in den jeweiligen Kooperationsprojekten? Welche Unterschiede lassen sich im transnationalen Vergleich in den untersuchten Kooperationen identifizieren (formell bis institutionell: z.B. EBRs, Globale Rahmenabkommen; oder aber „nur“ informeller Informationsaustausch)?

Untersuchungsmethoden

Anknüpfend an einschlägige Vorarbeiten der Projektleitung (Ludwig/Simon, 2017, 2019; Simon 2021) ist die Pilotstudie primär als teilnehmend-beobachtende Forschung angelegt. Um diese Methode zur Anwendung zu bringen, wird das Projektteam die im Vorstand der IG Metall in Frankfurt angesiedelte NWI intensiv begleiten und dabei 2-3 Fallstudien (Marokko; Mexiko; Südafrika) erstellen.

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