Forschungsprojekt: Nachhaltigkeit und Verteilungsgerechtigkeit

Wachstums- und Verteilungsszenarien einer sozial-ökologischen Transformation

Projektziel

Der Transformationsprozess hin zu einer weitgehenden emissions- und ressourcenneutralen Wirtschaft führt zu neuen wirtschafts- und sozialpolitischen Herausforderungen. Das Projekt setzt sich daher zum Ziel, die ökologischen und verteilungspolitischen Auswirkungen verschiedener politischer Maßnahmen im Sinne einer sozial-ökologischen Transformation zu untersuchen.

Projektbeschreibung

Kontext

Angesichts der voranschreitenden Klimaerwärmung und des stetig ansteigenden globalen Ressourcenverbrauchs drohen in absehbarer Zeit katastrophale Folgen für das menschliche Leben auf diesem Planeten – vor diesem Hintergrund scheint die ökologische Transformation weiter Teile unseres Wirtschaftssystems zu einer unausweichlichen Notwendigkeit geworden zu sein. Gleichzeitig wird die Umsetzung einer solchen Transformation dadurch erschwert, dass die Verteilung von Einkommen und Vermögen aus globaler wie nationaler Sicht stetig ungleicher wird, wodurch nicht nur soziale Konflikte zunehmen, sondern auch die kollektive Handlungsfähigkeit eingeschränkt wird. Um das Zusammenleben jetziger und zukünftiger Generationen nachhaltig zu gestalten, benötigt es aber kooperative und demokratisch erarbeitete Lösungen, die diese ökologischen und sozialen Probleme integriert adressieren und zugleich im Stande sind die Unterstützung weiter Teil der Bevölkerung zu gewinnen.

Fragestellung

Das zentrale Erkenntnisinteresse unseres Forschungsvorhabens kann in den folgenden beiden Forschungsfragen zusammengefasst werden:

1) Was sind die Verteilungs-, Wachstums und Umwelteffekte radikaler Innovationen in ausgewählten Wirtschaftssektoren?

2) Was sind die Verteilungs- und Umwelteffekte einer Steuer- und Arbeitszeitpolitik, die auf eine sozial-ökonomische Transformation abzielen?

Am Ende dieses Projektes wollen wir in der Lage sein, die Effekte solcher ‚transformational policies‘ auf Wachstum, Beschäftigung, Verteilung und Reduktion von (CO2-)Emissionen besser abschätzen zu können. Hierfür werden wir auf der einen Seite jene Strategien betrachten, die auf (1) radikale technologische Innovationen setzen und uns dabei auf die davon ausgehenden Verteilungs- und Wachstumseffekte konzentrieren. Auf der anderen Seite untersuchen wir (2) Umverteilungsmaßnamen und fragen hier umgekehrt, ob von diesen Maßnahmen eine Reduktion des Ressourcenverbrauches zu erwarten ist.

Untersuchungsmethoden

Zur Modellierung sektoraler Transformationsprozesse greifen wir auf die Methode der Input-Output-Analyse (siehe Miller und Blair 2009) zurück, welche wir in Anlehnung an Baqaee und Farhi (2019) erweitern wollen, um auch die Möglichkeit kurzfristiger nicht-linearer Effekte (z.B. Auftreten von Kapazitätsgrenzen und Preisveränderungen) und langfristiger Veränderungen in den Koeffizienten durch Substitutionseffekte zu berücksichtigen.

Die Schätzung der Effekte einer umverteilenden Steuerpolitik beruht auf der Analyse von empirischen Daten zu Einkommen, Vermögen und Konsum deutscher Haushalte sowie Informationen über die Spitze der Einkommens- und Vermögensverteilung. Alternativ kann auf in der Literatur vorhandene Schätzungen von Einkommenselastizitäten des individuellen CO2-Fußabdrucks zurückgegriffen werden. Die Berechnung der Effekte einer allgemeinen Verkürzung der Arbeitszeit erfolgt auf Basis des zuvor entwickelten Input-Output Modells.

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