Forschungsprojekt: Digitale Arbeit gesundheitsförderlich gestalten

Entwicklung von evidenzbasierten Empfehlungen für Personalführung und Arbeitsgestaltung

Projektziel

Der digitale Wandel der Arbeit kann zu gesundheitlichen Belastungen und zu Technostress führen. Daher wird untersucht, wie digitale Arbeit gesundheitsförderlich gestaltet werden kann, damit sie nicht belastend wirkt. Übergeordnete Ziele bestehen in der Entwicklung von Konzepten für die Forschung sowie praktischer Handreichungen für die Gestaltung gesundheitsförderlicher digitaler Arbeit.

Projektbeschreibung

1. Kontext

Digitale Technologien verbreiten sich rasant in allen Lebensbereichen, wobei die Arbeitswelt eines der Hauptfelder der fortschreitenden Digitalisierung ist. Laut DGB-Index „Gute Arbeit“ sehen 82% der Befragten ihre Arbeit von Digitalisierung berührt (DGB 2017). In der Folge erleben die Beschäftigten einen umfassenden Wandel ihrer Arbeitsbedingungen, der unter anderem gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Diese Entwicklungen werfen die Frage auf, wie der digitale Wandel in den Betrieben so gestaltet werden kann, dass Gesundheit mindestens gesichert und im besten Fall durch einen gezielt gestalteten Einsatz digitaler Technologie sogar gefördert werden kann, um sogenannten Technostress zu vermeiden und neue gesundheitsförderliche Potentiale zu aktivieren.

2. Fragestellung

Die Forschung zu Entstehung und Folgen von Technostress liefert in Bezug auf die Stärke und Richtung der untersuchten Zusammenhänge bisher variierende Befunde. Offenbar haben Faktoren einen moderierenden Einfluss darauf, ob Digitalisierung zur Belastung wird oder nicht. Daher soll im Projekt der Frage nachgegangen werden, wie digitale Arbeit gesundheitsförderlich bzw. salutogen gestaltet werden kann. Dabei soll erstens Personalführung als situativer Einflussfaktor des Stressniveaus der Mitarbeiter angesichts digitaler Arbeit analysiert werden. Zweitens erfolgt eine Analyse des Einflusses der Arbeitsorganisation auf Technostress. Drittens werden die Interdependenz von Personalführung und Arbeitsorganisation sowie ihre Auswirkungen auf gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung untersucht. Viertens bezieht sich die Analyse auch auf individuelle Merkmale, die das Auftreten und die Folgen von Technostress beeinflussen.

3. Untersuchungsmethoden

Es wird ein Mixed-Method-Design gewählt. Im ersten Schritt erfolgt ein Literaturstudium mit Fokus auf Ergebnissen zu Moderatoren, die Technostress verhindern oder zumindest mildern. Im zweiten Schritt werden qualitative Interviews durchgeführt, um Erwartungen der Beschäftigten an die Umsetzung der salutogenen Führung und an die Gestaltung digitaler Arbeit zu erheben. Im dritten Schritt werden Forschungsmodelle zur Untersuchung des Einflusses verschiedener Führungsstile sowie der technischen und sozialen Unterstützung durch Führungskräfte auf die Entstehung bzw. Reduzierung von Technostress empirisch überprüft und ergänzt. Zudem werden Analysen durchgeführt, die auf vorhandenen Daten von mindestens 1.200 Beschäftigten aus verschiedenen Unternehmen beruhen und die Angaben zu Möglichkeiten der präventiven Arbeitsgestaltung enthalten.

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