Forschungsprojekt: Die globale Verlagerung von FuE und der Standort Deutschland

Das Beispiel der Medizintechnik und Pharmazeutischen Industrie in Deutschland

Projektziel

Das Projekt beschäftigt sich mit der grenzüberschreitenden Rekonfiguration der Wertschöpfungsketten in der Medizintechnik und Pharmazeutischen Industrie und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Belange von ArbeitnehmerInnen, insbesondere im Hinblick auf mitbestimmte Arbeit. In seiner empirischen Umsetzung stützt sich das Projekt primär auf unternehmensbezogene Fallstudien.

Veröffentlichungen

Malanowski, Norbert, Simon Beesch, Sebastian Henn und Christopher Roitzsch, 2021. Auswirkungen globaler Reorganisation von Forschung und Entwicklung auf Arbeitnehmerakteure. Das Beispiel Medizintechnik, Working Paper Forschungsförderung 227, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 45 Seiten.

Henn, Sebastian, Norbert Malanowski, Christopher Roitzsch und Laura Nientiet, 2021. Pharmazeutische Industrie:. Auswirkungen globaler Reorganisation von Forschung und Entwicklung auf Arbeitnehmerakteure, Working Paper Forschungsförderung 229, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 48 Seiten.

Malanowski, Norbert, Alexander Tübke, Mafini Dosso und Lesley Potters, 2021. Deriving new anticipation-based policy instruments for attracting research and development and innovation in global value chains to Europe, Futures: For the interdisciplinary study of futures, anticipation and foresight, 128, S. 1-12.

Weitere Informationen

Dieses Projekt gehört zum Forschungsverbund „Die Ökonomie der Zukunft“.
http://www.boeckler.de/de/die-okonomie-der-zukunft-18476.htm

Projektbeschreibung

1. Kontext

In Deutschland ansässige Unternehmen aus der Medizintechnik und Pharmazeutischen Industrie befinden sich angesichts eines zunehmenden Drucks, sich dynamisch entwickelnde internationale Wissensressourcen und -quellen verstärkt berücksichtigen zu müssen, aktuell in einer Phase des Umbaus ihrer Organisationsstrukturen. Auf bislang nur wenig öffentliche Beachtung stieß in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass im Zuge dieser Reorganisationen nicht nur einfache Routinetätigkeiten in der Produktion, sondern zunehmend auch hochqualifizierte Tätigkeiten aus dem Bereich Forschung und Entwicklung ins Ausland verlagert werden, z. B. nach Boston, USA, in die Greater Toronto Area, Kanada, oder nach Shanghai, China. Das Projekt nimmt sich dieser tiefgreifenden Reorganisation der Wertschöpfungsketten in der Pharmazeutischen Industrie und Medizintechnik und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Belange von ArbeitnehmerInnen, insbesondere im Hinblick auf mitbestimmte Arbeit, ausführlich an.

2. Fragestellung

Ziel des Projekts ist es, die auf FuE-Verlagerungen beruhenden Wertschöpfungsdynamiken in der Pharmazeutischen Industrie und der Medizintechnik im Hinblick auf Fragen der Mitbestimmung am Standort Deutschland

zu analysieren. Vor dem Hintergrund der oben dargestellten konzeptionellen Überlegungen stehen u. a. folgende forschungsleitenden Fragen im Vordergrund des Projekts:

- Welche Motive und Treiber (Akteure, Rahmenbedingungen) liegen der Verlagerung von FuE-Aktivitäten in den betrachteten Branchen zugrunde?

- Welche neuen räumlichen Abhängigkeiten entstehen zwischen diesen Unternehmensstandorten bzw. welche neue Innovationsdynamiken entstehen für die Standorte in Deutschland in Verbindung mit den ausländischen Standorten?

- An welchen Stellen ist die betriebliche Mitbestimmung/Unternehmensmitbestimmung bislang – formell oder informell – in FuE-Verlagerungsprozesse eingebunden? Wie können die Mitbestimmungsakteure zukünftige Veränderungen

in diesem Bereich mitgestalten?

3. Untersuchungsmethoden

Aufbauend auf synoptischen Analysen, die statistische Auswertungen einer kommerziellen Unternehmensdatenbank sowie Inhaltsanalysen der Berichterstattung zu FuE-Verlagerungen einschließen, wird im Rahmen von unternehmensbezogenen Fallstudien im Inland sowie ergänzenden leitfadengestützten Interviews an ausgewählten Standorten im Ausland analysiert, wie sich FuE-Verlagerungen auf Arbeitsbedingungen/Mitbestimmungsmöglichkeiten bzw. die Wettbewerbsposition der Unternehmen am Standort Deutschland auswirken.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Prof. Dr. Sebastian Henn
Friedrich-Schiller-Universität Jena Institut für Geographie
LS Wirtschaftsgeographie, Raum 207.3
sebastian.henn@uni-jena.de

Dr. Norbert Malanowski
VDI Technologiezentrum GmbH
malanowski@vdi.de

Laura Nientiet
VDI Technologiezentrum GmbH
nientiet@vdi.de

Bearbeitung

Luciana Hutapea
VDI Technologiezentrum GmbH
hutapea_l@vdi.de

Annerose Nisser
VDI Technologiezentrum GmbH
nisser@vdi.de

Simon Beesch
VDI Technologiezentrum GmbH
beesch_s@vdi.de

Christopher Roitzsch
Friedrich-Schiller-Universität Jena Institut für Geographie
christopher.roitzsch@uni-jena.de

Kontakt

Dr. Barbara Fulda
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
barbara-fulda@boeckler.de

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