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Themenfelder der Forschungsförderung: Erwerbsarbeit im Wandel

Erwerbsarbeit ist eine zentrale strukturgebende Kraft in unserer Gesellschaft.

Ihre menschenwürdige Gestaltung ist Fundament der sozialen Marktwirtschaft und bleibt fortwährende Aufgabe, zumal die Dynamik in Unternehmen hoch ist und sich Arbeit stetig wandelt. Die Gestaltung von Arbeit und Beschäftigung in den Unternehmen und auf dem Arbeitsmarkt erfordert ein Zusammenspiel unterschiedlicher Ebenen – z.B. der europäischen, gesetzlichen, tarifvertraglichen und betrieblichen – und Politikfelder.

Die Hans-Böckler-Stiftung fördert Projekte, die …

… die Folgen unterschiedlicher Erwerbsverläufe in den Blick nehmen.
Betriebs- und Berufswechsel, Zeiten mit eingeschränkter Erwerbstätigkeit durch gesundheitliche Einschränkung oder Weiterbildung, Statuswechsel durch unterschiedliche Anteile von Sorge- und Erwerbsarbeit oder den Wechsel zwischen abhängiger und selbstständiger Tätigkeit, Phasen von Arbeitslosigkeit oder mit niedrigem Verdienst gehören für die meisten Beschäftigten zum Erwerbsverlauf. Eine Arbeitswelt, die den Werten von Freiheit, der Gleichstellung von Frauen und Männern und dem demokratischen Prinzip verpflichtet ist, setzt den Flexibilitätserfordernissen des Arbeitsmarktes Selbst- und Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten entgegen. Dies erfordert Regulierungen, die die Lebenslaufperspektive in den Blick nehmen. Ebenso sind Schutzdefizite mindergeschützter Beschäftigung durch soziale Anspruchsrechte zu stärken. Als Herausforderung erweist es sich hierbei, einerseits der Individualität von Erwerbsverläufen Rechnung zu tragen und andererseits über die Verallgemeinerung von Beschäftigteninteressen kollektive Regulierung zu ermöglichen.

… die Ansatzpunkte einer humanen Gestaltung von Arbeit bei Veränderungen in Unternehmen erforschen.
Unternehmen sind Akteure in einem dynamischen Markt- und Wettbewerbsumfeld. Veränderte Unternehmensstrategien, neue Zuschnitte und Technikeinsatz in den Unternehmen und die sich wandelnde Position von Unternehmen in Wertschöpfungsketten stellen neue Anforderungen an Qualifikationen, Kompetenzen und Beruflichkeit von Beschäftigten. Neue Formen der Arbeitsorganisationen und Kommunikation verändern Tätigkeitszuschnitte. Welche konkreten Folgen damit für die Beschäftigungsstruktur und Erwerbsformen verbunden sind und welche Herausforderungen dies für diejenigen bedeutet, die sich dem Ziel der humanen Gestaltung von Arbeit und Beschäftigung im Unternehmen verpflichtet fühlen, ist derzeit nicht klar.

… die Konzepte zur Regulierung von Arbeitsmärkten entwickeln.
Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeitskräfteangebot – d.h. Erwerbspersonen mit unterschiedlichen qualifikatorischen, sprachlichen, sozialen und kulturellen Voraussetzungen – und Arbeitskräftenachfrage nach Fachkräften erfordert insbesondere bei größeren strukturellen Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt ein koordiniertes Vorgehen von Akteuren auf unterschiedlichen Ebenen. Staatliche Arbeitsmarktpolitik sowie Beschäftigungspolitik in Branchen und Betrieben sind daher aufgefordert, Erwerbsrisiken bei Übergängen zwischen verschiedenen Arbeits- und Beschäftigungsformen abzusichern, Perspektiven für berufliche Weiterentwicklungen aufzuzeigen und aktiv zu fördern sowie Orte für Übergangsphasen zu schaffen. Eine solche Ausrichtung der Arbeitsmarktpolitik benötigt auch die Einbettung in eine Beschäftigungs-, Wirtschafts- und Strukturpolitik, die an einer zukunftsfähigen Gestaltung von Arbeitsplätzen ausgerichtet ist.

 

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