Effekte digitaler Plattformen auf Wertschöpfungsstrukturen

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Forschungsschwerpunkt: Erwerbsarbeit

Status: Laufend

Projektende: 28.02.2023

Projektnummer: 2019-543-3

Projektziel:

In vielen Branchen entstehen digitale Plattformen, die etablierte Märkte aufbrechen und Wertketten reorganisieren. Gleichwohl wurden konkrete Effekte auf Wertschöpfungsstrukturen und Arbeitsverhältnisse bislang wenig beforscht. Am Beispiel der Logistikbranche untersucht das Projekt Auswirkungen der Plattformökonomie und zeigt Gestaltungsoptionen auf.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Unternehmen mit digitalen, plattformbasierten Geschäftsmodellen sind erfolgreich darin, bestehende Rahmenbedingungen ihrer jeweiligen Branchen zu verändern. Auch in der Logistikbranche breiten sich zunehmend digitale Plattformen aus, die durch die vereinfachte Vermittlung von Logistikdienstleistungen eine Umgehung oder Verschiebung etablierter – mehr oder weniger fest in das duale System der Interessenvertretung eingebundener – Logistikunternehmen begünstigen. Es wird angenommen, dass neue Logistikplattformen zur Neugestaltung von Lieferketten, Abhängigkeiten, Kooperationen und Konkurrenz zwischen den verschiedenen alten und neuen Akteuren der Logistik ebenso wie zu veränderten Arbeits- und Geschlechterverhältnissen und Möglichkeiten der Mitbestimmung beitragen. Empirische Ergebnisse fehlen jedoch bislang.

2. Fragestellung

Im Forschungsprojekt werden die Folgen der Plattformökonomie für Märkte, Machtverhältnisse und Wertketten und daraus resultierende Auswirkungen für Arbeits- und Geschlechterverhältnisse sowie Möglichkeiten der Mitbestimmung am Beispiel der deutschen Logistikbranche untersucht. Folgende Fragen stehen im Fokus:

● Wie verändern sich Marktstrukturen, Wertketten und Machtrelationen durch digitale, plattformbasierte Geschäftsmodelle?

● Inwieweit führt die Reorganisation von Wertketten zur Verlagerung von Dienstleistungen ins EU-Ausland und in Drittstaaten?

● Welche Auswirkungen hat die Reorganisation von Wertketten auf die Wertaneignung, die Arbeits- und Geschlechterverhältnisse sowie Mitbestimmung in der Logistikbranche?

● Welche Handlungs- und Gestaltungsspielräume haben Mitbestimmungsakteure und Unternehmensleitungen in den Transformationsprozessen, um gute Arbeit zu realisieren und die Mitbestimmung zu institutionalisieren?

3. Untersuchungsmethoden

Auf Literaturbasis konnten fünf unterschiedliche Plattformtypen in der Logistikbranche identifiziert werden, zu denen exemplarisch je eine unternehmenszentrierte Fallstudie geplant ist. Jede der fünf Fallstudien wird mit Hilfe qualitativer Interviews und Dokumentenanalysen erhoben. Auf Grundlage einer Triangulation der Auswertung der Fallstudien mit Sekundärdaten zur Entwicklung der Logistikbranche werden qualitative Szenarien für die Auswirkungen plattformbasierter Logistikgeschäftsmodelle in Kombination mit verschiedenen Gestaltungsoptionen erstellt, die mit VertreterInnen von Betriebsräten und Gewerkschaften sowie weiteren ExpertInnen diskutiert werden.

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Martin Franz

Universität Osnabrück Institut für Geographie

Raum 02/206

martin.franz@uni-osnabrueck.de

Bearbeiter/in:

Philip Müller

Universität Osnabrück Institut für Geographie

philip.mueller@uos.de

Veronique Helwing

Universität Osnabrück Institut für Geographie

veronique.helwing@uni-osnabrueck.de

Kontakt:

Dr. Barbara Fulda

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

barbara-fulda@boeckler.de

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