Forschungsprojekt: Transformation der Wertschöpfung in der Automobilbranche

Projektziel

Globalisierung, Digitalisierung und die Notwendigkeit von mehr Umwelt- und Klimaschutz entwickeln die Kraft, Konsumformen zu verändern, den technologischen Wandel zu beschleunigen und etablierte Wertschöpfungsketten grundlegend umzugestalten. Ausgehend von der aktuellen Situation in der Automobilbranche sollen die transformativen Wirkungen des Zusammenspiels dieser drei Kräfte untersucht werden.

Veröffentlichungen

Clausen, Jens und Yasmin Olteanu, 2021. Neue Akteure in der Automobilbranche. Waymo, Build Your Dreams und Sono Motors, Working Paper Forschungsförderung 204, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 88 Seiten.

Gandenberger, Carsten, Jens Clausen und Anna Grimm, 2020. Theoretische Grundlagen für die Analyse von Transformationsprozessen auf Branchenebene und Anwendung auf die Automobilbranche, Working Paper Forschungsförderung 192, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 63 Seiten.

Clausen, Jens und Yasmin Olteanu, 2020. Tesla als Start-up in der Automobilbranche. Vom Pleitekandidat zum Gamechanger, Working Paper Forschungsförderung 199, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 56 Seiten.

Weitere Informationen

Dieses Projekt gehört zum Forschungsverbund „Die Ökonomie der Zukunft“.
http://www.boeckler.de/de/die-okonomie-der-zukunft-18476.htm

Projektseite des Borderstep Instituts
https://www.borderstep.de/projekte/strukturwandel-in-der-automobilbranche/

Projektbeschreibung

1. Kontext

Die isolierten Auswirkungen von Globalisierung, Digitalisierung und Umwelt- und Klimaschutz auf die Automobilbranche wurden bereits in anderen Studien eingehend untersucht. Vergleichsweise lückenhaft ist der Forschungsstand, wenn es darum geht, die Auswirkungen der kombinierten Effekte dieser Veränderungen auf die Branchenstruktur, die Wertschöpfungsketten und die Wettbewerbsfähigkeit abzuschätzen. Die Notwendigkeit von mehr Klimaschutz treibt die Abkehr vom Verbrennungsmotor voran, wodurch die eingespielten Wertschöpfungsnetzwerke aus OEMs und Zulieferbetrieben vor große Herausforderungen gestellt werden. Die fortschreitende Digitalisierung wird das autonome Fahren möglich machen, das sich gravierend auf den Umfang des privaten Autobesitzes und die Entstehung neuer Geschäftsmodelle auswirken könnte. Im Zuge der Globalisierung nimmt die Bedeutung Chinas nicht nur als Absatzmarkt und Produktionsstandort, sondern auch als Technologietreiber seit einigen Jahren enorm zu.

2. Fragestellung

Wenn es darum geht, die Auswirkungen der kombinierten Effekte der oben genannten Treiber auf die deutsche Automobilindustrie abzuschätzen, sind weitere Forschungsanstrengungen notwendig. Neben der Analyse von Transformationsprozessen in der Automobilbranche müssen die strategischen Gestaltungsspielräume für Unternehmen, Gewerkschaften und die Bundesregierung beleuchtet werden. Welche Strategien könnten angesichts der skizzierten Veränderungen auf Unternehmensebene sinnvoll sein? Vor allem aber sollen die zentralen Konsequenzen für die Arbeitnehmer ins Auge gefasst werden: Welche Anpassungserfordernisse treten auf, welche Spielräume bestehen, den Wandel zu gestalten, und welche Voraussetzungen müssten in Bezug auf die Sicherung einer großen Zahl „guter“ Arbeitsplätze, geschaffen werden, um diese Strategien erfolgreich umzusetzen?

3. Untersuchungsmethoden

Die Komplexität des Themas erfordert einen Ansatz, der Kompetenzen aus den Gebieten Volks- und Betriebswirtschaftslehre, den Sozialwissenschaften und den Ingenieurwissenschaften kombiniert. Da der Stand der Forschung zu Globalisierung, Digitalisierung sowie Umwelt- und Klimaschutz in der Automobilindustrie sehr umfangreich ist, spielt die Auswertung von Sekundärquellen durch Literaturanalysen eine wichtige Rolle. Weiterhin sind im Rahmen des Projekts zahlreiche Fallstudien geplant, die die Entwicklung in Nischenunternehmen und bei etablierten Playern nachzeichnen und die für das Verständnis der Transformationsprozesse auf Branchenebene grundlegend sind. Um Strategien der Unternehmen im Bereich Globalisierung und Digitalisierung zu erfassen, wird die Erhebung "Modernisierung der Produktion 2018" ausgewertet. Weiterhin kommen Methoden des Technology Foresight zum Einsatz.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Dr. Matthias Pfaff
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
Matthias.Pfaff@isi.fraunhofer.de

Dr. Jens Clausen
Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gGmbH
clausen@borderstep.de

Bearbeitung

Dr. Claus Doll
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
claus.doll@isi.fraunhofer.de

Anna Grimm
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
anna.grimm@isi.fraunhofer.de

Dr. Johannes Schuler
Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI
johannes.schuler@isi.fraunhofer.de

Dr. Yasmin Olteanu
Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gGmbH
olteanu@borderstep.de

Kontakt

Dr. Barbara Fulda
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
barbara-fulda@boeckler.de

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