Betrieblicher Strukturwandel Elektromobilität imAutomobilbau

Exemplarische Analyse am Beispiel von Kfz-Zulieferern in Baden-Württemberg und Bayern


Forschungsschwerpunkt: Strukturwandel und Innovation

Status: Laufend

Projektende: 31.05.2021

Projektnummer: 2018-736-1

Projektziel:

Der technologische Wandel im Automobil-Antriebsstrang stellt Kfz-Zulieferer vor große Herausforderungen. Elektroautos können mit geringerem Arbeitsvolumen und damit weniger Beschäftigten produziert werden. Unternehmen und Standorte, die bisher Komponenten für den Verbrennungsmotor fertigen, haben ihre technologischen und organisatorischen Kompetenzen auf diese Produktgruppen fokussiert. Der Wechsel zu neuen Komponenten der Elektromobilität erfordert auch eine Überführung und Veränderung des Standortkompetenzprofils. Das Projekt „Betrieblicher Strukturwandel Elektromobilität im Automobilbau – Exemplarische Analyse am Beispiel von Kfz-Zulieferern in Baden-Württemberg und Bayern“ wird in einem iterativen Theorie-/Praxisabgleich vorliegende Studienergebnisse und Prognosen überprüfen und so aufbereiten, dass sie als Grundlage für betriebliche Analysen zur Bewertung der Betroffenheit des Standortproduktportfolios genutzt und betriebliche Transformationspfade daraus abgeleitet werden können.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Der Weg hin zur Elektromobilität ist politisch gewollt, die zeitliche Dimension und die praktische Ausgestaltung sind jedoch von vielen Einflussfaktoren abhängig.

Inzwischen werden die Unternehmensstrategien insbesondere der großen Automobilzulieferer auf die neuen Herausforderungen ausgerichtet. Fehlende oder falsche Unternehmensstrategien können zu einer Bedrohung für die Beschäftigung in den Unternehmen der Automobilzulieferindustrie führen. Beschäftigungsrisiken können sich aber auch dann ergeben, wenn die Ausrichtung der deutschen (Produktions-)Standorte nicht zur Transformationsstrategie der Unternehmen passt. Für konkretes betriebliches Handeln muss deshalb die Betroffenheit des spezifischen Standortportfolios eingeschätzt werden können. Bei der Suche nach nachhaltigen Standortkonzepten muss die spezifische Innovationsrolle der deutschen Produktionswerke im internationalen Produktionsnetzwerk der Automobilindustrie berücksichtigt werden.

2. Fragestellung

Ziel des vorliegenden Projekts ist es, den Transformationsprozess Elektromobilität gemeinsam mit betrieblichen Akteuren und Mitbestimmungsträgern in den nächsten drei Jahren zu begleiten und Muster für nachhaltige Standortkonzepte auf Basis von Standortkompetenzen zu entwickeln. Hierfür wird die Stimmigkeit der in Studien und Prognosen gewählten Prämissen am Beispiel von Automobilzulieferern jährlich überprüft. Zudem werden Betroffenheitsanalysen zur Überleitung der Studienergebnisse auf spezifische Portfolios an Standorten von Zulieferern exemplarisch entwickelt.

Angesichts der Prognoseunsicherheiten soll in einem iterativen Prozess eruiert werden, inwieweit sich der Wandel bereits in veränderten Kundenanforderungen bei den Automobilzulieferern niederschlägt. Parallel ist zu analysieren, welche Maßnahmen die Zulieferer vor dem Hintergrund der Elektromobilität bereits selbst eingeleitet haben und welche weiteren Potenziale die Zulieferstandorte ggf. besitzen.

3. Untersuchungsmethoden

Das Forschungsprojekt verbindet drei Analyseebenen:

1. Durch die fundierte Auswertung wissenschaftlicher Studien und Prognosen sollen deren Prämissen offengelegt und die Wirkungen möglicher Veränderungen systematisch aufbereitet und bewertet werden.

2. Befragungen bei OEM-Betriebsräten und Managern zu den Prognoseprämissen und aktuellen Entwicklungen im Produktionsprogramm leiten einen iterativen Analyse- und Bewertungsprozesses ein.

3. Im Zentrum stehen Experteninterviews mit Betriebsräten und Managern in rund zehn Unternehmen der Automobilzulieferindustrie, aus denen die Basis für die Standort-Betroffenheitsanalyse ermittelt wird.

Diese Schleife aus Prognoseanalysen, Befragungen und Bewertungen der Experten soll über einen Zeitraum von drei Jahren jährlich wiederholt durchgeführt werden, um schrittweise Entwicklungslinien und zeitliche Dimensionen des Strukturwandels erkennen zu können. Damit kann der für den Transformationsprozess entscheidende Zeitraum abgedeckt werden.

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Jürgen Dispan

IMU Institut GmbH

jdispan@imu-institut.de

Dr. Martin Schwarz-Kocher

IMU Institut GmbH

mschwarz-kocher@imu-institut.de

Kontakt:

Dr. Saskia Freye

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

Saskia-Freye@boeckler.de

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