Digitalisierung im Maschinenbau

Entwicklungstrends, Herausforderungen, Beschäftigungswirkungen, Gestaltungsfelder in ausgewählten Teilbranchen des Maschinen- und Anlagenbaus


Forschungsschwerpunkt: Strukturwandel und Innovation

Status: Abgeschlossen

Projektende: 31.08.2018

Projektnummer: 2017-493-1

Projektziel:

Digitalisierung und Industrie 4.0 spielen im Maschinen- und Anlagenbau sowohl für Anbieter als auch Anwender eine immer größere Rolle. In der Studie wurden Wirkungen der digitalen Transformation auf Beschäftigung sowie arbeits- und beschäftigungspolitische Herausforderungen in der Branche untersucht und Gestaltungsfelder und strategische Orientierungen für die Mitbestimmungsträger erarbeitet.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Als Kern der deutschen Investitionsgüterindustrie ist der Maschinen- und Anlagenbau volkswirtschaftlich und beschäftigungspolitisch überaus bedeutend. Mit weit mehr als einer Million Beschäftigten in mehr als 6.200 Unternehmen ist die Branche die industrielle Säule Deutschlands. Für den Maschinenbau sind Digitalisierung und Industrie 4.0 hoch relevant. Die digitale Transformation ist als soziotechnisches System zu betrachten; im Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation verändert sich die Arbeitswelt. Für die zahlreichen Mitarbeiter in den Unternehmen der Branche ist die digitale Transformation mit Auswirkungen auf Beschäftigungschancen, Arbeitsbedingungen, Kompetenzanforderungen und Qualifikationsbedarfe verbunden. In diesem Kontext befasst sich die Studie „Digitalisierung im Maschinen- und Anlagenbau“ mit den branchenspezifischen Herausforderungen durch Digitalisierungsprozesse aus einer arbeitsorientierten Sicht.

2. Fragestellung

- Wie ist der Stand der Digitalisierung im Maschinenbau bei den internen Prozessen und bei den Produkten/Lösungen/Services? Welche Spezifika, welche Umsetzungsdynamiken und welche Unterschiede gibt es zwischen den Perspektiven des Maschinenbaus als Anbieter und als Anwender von Digitalisierungslösungen?

- Welche strategischen Herangehensweisen an die digitale Transformation gibt es im Maschinenbau? Ist Digitalisierung in der Unternehmensstrategie verankert?

- Welche Wirkungen auf Beschäftigte und auf die Arbeitsbedingungen bei Produktions-, Service- und Büroarbeit sind zu erkennen?

- Wie verändern sich für die Beschäftigten im Maschinenbau die Kompetenzanforderungen und Qualifikationserfordernisse im digitalen Wandel?

- Welche Handlungsbedarfe lassen sich für eine arbeitsorientierte Betriebs- und Branchenpolitik ableiten? Welche sind die wichtigsten Gestaltungsfelder bei der digitalen Transformation des Maschinenbaus für die Mitbestimmungsträger?

3. Untersuchungsmethoden

Die Studie stützt sich auf qualitative Methoden, vor allem auf betriebliche Fallstudien und Workshops mit Betriebsräten.

Die Betriebsfallstudien in zehn Unternehmen aus fünf Teilbranchen des Maschinenbaus umfassten leitfadengestützte Experteninterviews mit Betriebsräten und Führungskräften, eine Betriebsbegehung und die Auswertung von unternehmensbezogenen Dokumenten wie Geschäftsberichte und Pressemitteilungen.

Einen breiteren Blick auf die Teilbranchen ermöglichten Workshops mit Betriebsräten aus unterschiedlichen Unternehmen bei sechs Branchentagungen der IG Metall sowie weitere Expertengespräche aus Forschung, Verbänden und Gewerkschaften.

Flankierend wurde eine umfassende Sekundäranalyse von Literatur und Dokumenten zu den unterschiedlichen Facetten der Digitalisierung im Maschinenbau durchgeführt.

4. Darstellung der Ergebnisse

Beim Stand der Digitalisierung und bei Digitalisierungsstrategien gibt es ein sehr vielfältiges Bild. Als Anbieter digitaler Produkte ist der Maschinenbau weiter fortgeschritten als bei der Digitalisierung der eigenen Prozesse. Viele kleine und mittlere Unternehmen stehen erst am Anfang der digitalen Transformation.

Der Wettstreit um die Innovationsführerschaft bei digitalen Lösungen und Plattformen ist entscheidend, aber noch nicht entschieden. Um seine starke Rolle bei Innovationen und beim Kundenzugang zu behalten, muss der Maschinenbau sich strategisch in der Plattformökonomie aufstellen und Unternehmen müssten stärker zusammenarbeiten.

Neue digitale Angebote bieten die Chance, dass sich die Beschäftigung in der Branche in den nächsten Jahren neutral bis positiv entwickelt. Insbesondere indirekte Bereiche stehen aber langfristig unter dem Druck drohenden Beschäftigungsabbaus. Der starke Wandel der Arbeitswelt erfordert die umfassende Beteiligung der Mitbestimmungsträger in den Unternehmen. Eine strategische, ganzheitliche Herangehensweise, die Organisation von Beteiligungsprozessen und die Gestaltung guter Arbeit sich wichtige Handlungsfelder.

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Jürgen Dispan

IMU Institut GmbH

jdispan@imu-institut.de

Bearbeiter/in:

Dr. Martin Schwarz-Kocher

IMU Institut GmbH

mschwarz-kocher@imu-institut.de

Kontakt:

Dr. Saskia Freye

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

Saskia-Freye@boeckler.de

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