Wearable Computing in der Fertigung und Logistik

Neue Gestaltungsherausforderungen an Arbeit im Zeitalter der Digitalisierung


Forschungsschwerpunkt: Strukturwandel und Innovation

Status: Laufend

Projektnummer: 2016-200-1

Projektziel:

Wearable Computing (am Körper getragene Anwendungen wie Smart Watches, vernetzte Textilien oder Datenbrillen) ist ein wichtiges Element von Industrie 4.0. Vernetzte Wearables stellen Beschäftigten situativ und tätigkeitsbezogen Informationen zur Verfügung, erfassen aber auch permanent Daten zur Arbeitsausführung. Das Projekt untersucht deren Anwendung und Auswirkungen auf die Arbeitsqualität.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Wearable Computing wird zunehmend als ein Element der Industrie 4.0 eingesetzt, seine Auswirkungen auf Arbeit sind aber bislang kaum erforscht. Wearables sind nicht sehr investitionsintensiv, so dass sich hier die Veränderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung möglicherweise besonders schnell zeigen und untersucht werden können. Das Wearable Computing ermöglicht dabei sehr unterschiedliche Gestaltungsoptionen im Hinblick auf Arbeit: vernetzte Wearables können den Beschäftigten sehr flexibel und situativ und tätigkeitsbezogen Informationen zur Verfügung stellen, erfassen aber andererseits permanent Daten über die Arbeitsausführung. Sie können zur Aufwertung der Arbeit und Einbeziehung der Beschäftigten, aber auch zur Standardisierung und Kontrolle genutzt werden.

2. Fragestellung

Das Forschungsprojekt fokussiert vor diesem Hintergrund zwei zentrale Fragen:

1. Welche Gestaltungsoptionen werden bei dem Einsatz des Wearable Computing in Betrieben verfolgt?

2. Wie wirken sich die unterschiedlichen Einsatzformen auf die Qualität der Arbeit aus?

Wir erwarten, dass die Auswirkungen der Nutzung von Wearables im Arbeitsprozess insbesondere von vier Faktoren abhängen: den Gestaltungsvorstellungen der relevanten Akteure (Lösungsanbieter/Start-ups, Planung, Betriebsrat, Mitarbeiter...), dem Einführungsprozess und insbesondere dem Umfang der Einbeziehung der Arbeitnehmervertretung, den Produktionssystemen der Unternehmen sowie den lebensweltlichen Erfahrungen der Mitarbeiter mit Wearables (so nutzen gerade jüngere Beschäftigte Wearables privat und bringen sie teilweise zur Arbeit mit).

3. Untersuchungsmethoden

Das Forschungsdesign ist explorativ angelegt und beinhaltet

(1) Desktop Research zur Typologie, Einsatzgebieten und Verbreitung von Wearables sowie zu Verbindungen zu Big Data (Potenzial- und Verbreitungsanalyse);

(2) Qualitative Experteninterviews mit Technik-Entwickler/innen bei Anbietern und Start-ups für Wearables und von darauf zielenden Big Data-Anwendungen (Leitbildanalyse);

(3) Betriebsfallstudien in Unternehmen mit typischen Anwendungsfällen (Einsatz- und Gestaltungsanalyse);

(4) Quantitative Onlinebefragung von Beschäftigten, die Wearables am Arbeitsplatz nutzen (Beschäftigtenanalyse).

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Martin Krzywdzinski

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung GmbH (WZB)

martin.krzywdzinski@wzb.eu

Prof. Dr. Sabine Pfeiffer

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Lehrstuhl für Soziologie

Nuremberg Campus of Technology (NCT)

sabine.pfeiffer@fau.de

Bearbeiter/in:

Maximilian Held

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Lehrstuhl für Soziologie

maximilian.held@fau.de

Kontakt:

Dr. Stefan Lücking

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

stefan-luecking@boeckler.de

Newsletter mit Ihren Themen

Bleiben Sie informiert: Neueste Forschungsergebnisse und Infos zu den Themen Mitbestimmung, Arbeit, Soziales, Wirtschaft. Unsere Newsletter können Sie jederzeit abbestellen.

Der Beitrag wurde zu Ihrerm Merkzettel hinzugefügt.

Merkzettel öffnen