Betriebsräteunterstützung für betriebliche Weiterbildung

Unterstützung der Interessenvertretung in der betrieblichen Weiterbildung - ein Vergleich zwischen Deutschland und Österreich


Forschungsschwerpunkt: Bildung in der Arbeitswelt

Status: Abgeschlossen

Projektende: 31.12.2015

Projektnummer: 2013-637-5

Projektziel:

Betriebliche Weiterbildung ist zu einem wichtigen Instrument der Modernisierung geworden und zugleich für die Arbeitnehmenden eine relevante berufsbiografische Ressource. Allein die Betriebe entscheiden dabei über Form und Inhalte; nur die betriebliche Interessenvertretung kann auf die Ausgestaltung der betrieblichen Weiterbildung Einfluss nehmen – und braucht dazu überbetriebliche Unterstützung.

Veröffentlichungen:

Iller, Carola und Tobias Wiß, . Einflussmöglichkeiten betrieblicher Interessenvertretung auf die betriebliche Weiterbildung, , 5 Seiten.

Berger, Klaus, 2015. Betriebsräte im Handlungsfeld der betrieblichen Weiterbildung, In: Berger, Klaus; Jaich, Roman; Mohr, Barbara; Kretschmer, Susanne; Moraal, Dick; Nordhaus, Hans Ulrich (Hrsg.), Sozialpartnerschaftliches Handeln in der betrieblichen Weiterbildung. Berichte zur beruflichen Bildung, Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag, S. 1-28.

Iller, Carola, Johannes Kepler, Klaus Berger, Julia George, Axel Hauser-Ditz und Tobias Hucker, 2015. Weiterbildung - Betriebsräte unterstützen, Hildesheim, 12 Seiten.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Tarifliche Qualifizierungsregelungen, aber auch die staatliche Bildungspolitik sprechen den Betriebsräten bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung im Betrieb eine wichtige Rolle zu. Angesichts dieser normativen Ansprüche und der gestiegenen Bedeutung der betrieblichen Weiterbildung tun sich viele Interessenvertretungen im Umgang mit dem als sehr komplex empfundenen Weiterbildungsthema nach wie vor schwer. Zwar besteht eine Vielzahl von Unterstützungsangeboten, die die Interessenvertretungen bei der Wahrnehmung ihrer Beteiligungsrechte im Handlungsfeld der betrieblichen Weiterbildung unterstützen sollen. Strukturbedingt ist die Reichweite dieser Angebote häufig jedoch auf Branchen oder Regionen beschränkt. Die Untersuchung wurde in Deutschland und Österreich durchgeführt. Damit werden zusätzliche Regulierungsformen in die Analyse der bestehenden Unterstützungsangebote berücksichtigt.

2. Fragestellung

Im Einzelnen wurden folgende Fragestellungen bearbeitet:

- Welche Unterstützungsangebote existieren für betriebliche Interessenvertretungen in der

Weiterbildungspolitik in Deutschland und Österreich und inwiefern werden diese in Anspruch

genommen?

- Wie lassen sich die Unterstützungsangebote hinsichtlich ihrer thematischen Ausrichtung, ihrer

methodischen Umsetzung, ihrer Inanspruchnahme und ihres bildungspolitischen Nutzens

kategorisieren und bewerten?

- Welches Rollenverständnis setzen die unterschiedlichen Unterstützungsangebote bei den

Interessenvertretungen voraus und inwiefern entspricht dieses den weiterbildungspolitischen

Zielvorstellungen und der konkreten betrieblichen Situation der Adressaten?

- Welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, damit

Unterstützungsangebote eine größtmögliche Wirkung für die Betriebe entfalten?

3. Untersuchungsmethoden

In einem ersten Schritt wurden mittels Literatur- und Internetrecherche sowie gestützt auf

Interviews mit Expertinnen und Experten ein möglichst vollständiger Überblick über thematisch

relevante Unterstützungsangebote in Deutschland und Österreich geschaffen. Untersucht

und kategorisiert wurden dabei Schulungs- und Beratungsangebote, Positionspapiere, Handlungshilfen (Leitfäden, Best-Practice-Beispiele, etc.) von gewerkschaftlichen, öffentlichen und privaten Anbietern.

In einem zweiten Schritt wurden Interviews mit ausgewählten Anbietern sowie problemzentrierte Interviews mit Betriebsräten (mit und ohne Unterstützungserfahrung) durchgeführt.

Ausgehend hiervon wurden in einem dritten Schritt Fallstudien zu Unterstützungsstrukturen für

Betriebsräte (aus Anbieter- und Betriebsratsperspektive) in unterschiedlichen Branchen und Geltungsbereich

unterschiedlicher tarifvertraglicher Regelungen ausgearbeitet.

4. Darstellung der Ergebnisse

Ob Unterstützungsangebote von Betriebsräten in Anspruch genommen werden, hängt davon ab, welches Aufgabenverständnis Betriebsräte im Handlungsfeld der betrieblichen Weiterbildung entwickeln. Für viele Betriebsräte wäre zunächst eine Sensibilisierung und Einordnung der Weiterbildung in ihre Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten erforderlich. Um bestehende Angebote bekannter zu machen und besser auf die Bedürfnisse der Interessenvertretungen in den Betrieben abzustimmen, ist ein branchenbezogener und/oder regionaler Austausch unter Anbietern sinnvoll sowie die Koordination ihrer Aktivitäten geboten. Es besteht bereits ein differenziertes Angebotsspektrum für interessierte Betriebsräte, von schriftlichen Informationsmaterialien und Informationsveranstaltungen über Seminare und Inhouse-Schulungen bis hin zur Prozessbegleitung und individueller Beratung. Diese Angebotspalette gilt es zu verzahnen und auszubauen. Die beschäftigtenorientierte betriebliche Weiterbildung braucht außerdem eine verlässliche Grundfinanzierung. Es zeigt sich, dass befristete Projektfinanzierungen nicht nachhaltig wirken und nur für Modellprojekte oder als Aufstockung vorhandener Ressourcen sinnvoll sind.

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Carola Iller

Stiftung Universität Hildesheim Institut für Erziehungswissenschaft

carola.iller@uni-hildesheim.de

Bearbeiter/in:

Jun.-Prof. Tobias Wiß

Johannes Kepler Universität Linz Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik

tobias.wiss@jku.at

Klaus Berger

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

berger@bibb.de

Kooperationspartner:

Prof. Dr. Manfred Wannöffel

Ruhr-Universität Bochum Gemeinsame Arbeitsstelle RUB/IGM

manfred.wannoeffel@rub.de

Kontakt:

Dr. Michaela Kuhnhenne

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

michaela-kuhnhenne@boeckler.de

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