Gleichstellungspolitische Implikationen des Elterngeldes


Forschungsschwerpunkt: Erwerbsarbeit

Status: Laufend

Projektende: 31.08.2021

Projektnummer: 2017-327-3

Projektziel:

In diesem Projekt sollen die Folgen des Elterngeldes für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt untersucht werden. Insbesondere soll analysiert werden, ob die Einführung des Elterngeldes langfristige Folgen für Löhne, Arbeitszeit und berufliche Karrieren von Müttern hatte. Auf Basis der Ergebnisse dieses Forschungsprojektes können Aussagen darüber getroffen werden, ob das Elterngeld insgesamt dazu beigetragen hat, vorhandene gender gaps am Arbeitsmarkt zu verringern. Des Weiteren wollen wir untersuchen, welche Folgen eine Inanspruchnahme von Elternzeit oder familienbedingte Teilzeit für Väter am Arbeitsmarkt hat, und ob sich mögliche Folgen je nach Dauer der Elternzeit unterscheiden.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt und die politischen Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Zusammenhang werden derzeit in Deutschland intensiv diskutiert. Vor zehn Jahren wurde die Einführung des Elterngeldes unter anderem damit begründet, dass diese Maßnahme sowohl die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt als auch eine gleichmäßigere Aufteilung der Kinderbetreuung zwischen Müttern und Vätern befördern würde. In diesem Forschungsvorhaben sollen die gleichstellungspolitischen Auswirkungen des Elterngeldes detailliert untersucht werden.

2. Fragestellung

Zwei konkrete Fragestellungen sollen in diesem Projekt untersucht werden. Erstens: Welche Auswirkungen hatte das Elterngeld auf die langfristige Entwicklung von Löhnen, Arbeitszeiten und die berufliche Karrieren (Stichwort: Führungspositionen) von Müttern? Und zweitens: Welche Auswirkungen haben familienbedingte Erwerbsunterbrechungen bzw. Teilzeit-Phasen auf die Arbeitsmarktchancen von Vätern?

3. Untersuchungsmethoden

Die bisherigen empirischen Evaluationsstudien zum Elterngeld kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass Mütter mit hohem Einkommen ihre Erwerbsunterbrechungen im Durchschnitt ausgeweitet, Mütter mit niedrigem Einkommen diese hingegen verkürzt haben. Darauf aufbauend soll im ersten Teil des Projektes auf Basis repräsentativer Mikrodatensätzen (Mikrozensus, SOEP und SIAB) untersucht werden, wie sich das Elterngeld langfristig auf die Löhne, Arbeitszeiten und die berufliche Position von Müttern mehrere Jahre nach der Geburt eines Kindes ausgewirkt hat.Eine ähnliche methodische Vorgehensweise wäre auch für die Analyse der Auswirkungen von Erwerbsunterbrechungen auf Väter wünschenswert, jedoch ist dies für Deutschland aufgrund fehlender Informationen in den vorhandenen Datensätzen derzeit nur eingeschränkt möglich. Daher soll für die Frage, welche beruflichen Auswirkungen Elternzeit oder familienbedingte Teilzeit für Väter hat, ein Feldexperiment durchgeführt werden.

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Katharina Wrohlich

DIW Berlin Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

kwrohlich@diw.de

Bearbeiter/in:

Aline Zucco

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Sozio-oekonmisches Panel

azucco@diw.de

Kontakt:

Dr. Barbara Fulda

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

barbara-fulda@boeckler.de

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