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Arbeitswelt: "Das Publikum kann vom Arbeitsplatz oder von zu Hause abstimmen"

Ausgabe 04/2020

Die Labor.a 2020 findet im Oktober digital statt. Ein Gespräch mit Elisabeth Botsch, Leiterin der Forschungsstelle Arbeit der Zukunft, über die Vorbereitungen. Das Interview führte Fabienne Melzer


Wie wird die digitale Labor.a ablaufen?

Wie in den Vorjahren findet sie im Café Moskau in Berlin statt. Dort bauen wir ein Studio auf, in dem die drei großen Diskussionsrunden live im Netz übertragen werden. So sieht es zumindest von den Räumlichkeiten wie immer aus. Auch die Ideenpitchs werden live im Café Moskau stattfinden. Das Publikum kann vom Arbeitsplatz oder von zu Hause aus abstimmen, welche der vorgestellten Projekte weiterverfolgt werden sollen. Hier geht es zur Anmeldung.

Das Programm der Labor.a gestalten wir auch in diesem Jahr zusammen mit unseren Programmpartnern, die eigene Sessions beitragen. Jeweils vier Sessions werden parallel gestreamt. Sie können vorproduziert werden oder live stattfinden. Wichtig ist uns, dass die Sessions interaktiv sind. Deshalb wird es auch bei vorproduzierten Sessions im Anschluss eine Live-Diskussion mit den Experten geben. Auch für den Markt der Ideen haben wir ein digitales Format gefunden.

Wie viele Sessions wird es geben?

Unsere Partner haben uns mehr als 70 Themenvorschläge geschickt, die sich meist auf die Veränderungen der Arbeitsgesellschaft durch Corona beziehen. Das sind deutlich mehr Vorschläge als im vergangenen Jahr. Die digitale Labor.a erfordert Anpassungen des Formats, sodass wir die Sessions auf etwa 15 reduzieren müssen. Deshalb haben wir übergreifende Themen gebildet wie „Zusammenarbeiten in Nähe und Ferne“, das sowohl die betriebliche Gestaltung orts- und zeitflexiblen Arbeitens als auch Fragen digitaler Führung umfasst. Wir bitten die Programmpartner, Sessions gemeinsam zu gestalten. Das finde ich besonders spannend, da die Themen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden und dabei neue Impulse entstehen.

Womit beschäftigt sich die Labor.a in diesem Jahr noch?

Die Themen sind vielfältig: Wir diskutieren, wie mit dem Corona-Aufbauprogramm der EU gute Arbeit der Zukunft gestaltet werden kann, über Ungleichheit und digitale Transformation, über Qualifizierungsbedarfe und Bildungsangebote, aber auch darüber, wie die Pandemie betriebliche Weiterbildung verändert hat und verändern könnte. Wird sie künftig nur noch digital stattfinden, und was würde es bedeuten? Schafft digitale Weiterbildung die gleichen Bedingungen für alle oder schließt sie Einzelne aus?

Austausch findet sonst auch beim Kaffee in der Pause statt. Fällt bei einer digitalen Veranstaltung nicht ein wichtiger Teil weg?

Es wird einen virtuellen Raum geben, in dem die Teilnehmenden ohne Moderator miteinander weiterdiskutieren können.

Wie unterscheidet sich die Planung einer digitalen Labor.a von der nicht digitalen im vorigen Jahr?

Sie ist auf jeden Fall anspruchsvoller und wir müssen viel genauer planen als bei Präsenzveranstaltungen.

Wie ist es für dich, Diskussionen ohne Publikum zu führen?

Auf der Republica habe ich eine Session moderiert, die im Studio aufgezeichnet wurde. Ich saß in einem schuhkartongroßen Raum und sprach mit meinen Kolleginnen auf Bildschirmen. Es fehlt die spontane Rückmeldung des Publikums. Ich merke nicht, ob sich die Zuschauerinnen und Zuschauer gerade langweilen, aufregen oder amüsieren. Meine Session wurde anschließend auf der Republica gestreamt. Da habe ich mir selber bei der Arbeit zugeschaut. Das war auch seltsam.

Werden sich digitale Formate nach der Krise weiter halten, etwa um Reisen und Kosten zu sparen?

Bestimmt. Aber ich glaube, dass wir alle sehr froh sein werden, wenn wir uns wieder auf Veranstaltungen treffen können.

Melden Sie sich hier zur Labor.a an.

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