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Atypische Beschäftigung: Spaltung des Arbeitsmarktes nimmt zu

Ausgabe 05/2011

Die Zahl der atypischen Beschäftigungsverhältnisse ist im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen.

Das berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Inzwischen arbeiten demnach nur noch rund 60 Prozent aller Erwerbstätigen in einem Normalarbeitsverhältnis, das heißt in einem unbefristeten sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob außerhalb der Leiharbeitsbranche. Besonders häufig haben Frauen atypische Jobs; daran hat die Verdoppelung der Teilzeitstellen seit Mitte der 1990er-Jahre einen großen Anteil. Millionen Erwerbstätige arbeiten zudem mit befristeten Verträgen, bei Leiharbeitsfirmen oder als kleine Selbstständige. Viele Erwerbstätige haben eine Beschäftigung, die in mehrfacher Hinsicht vom Normalarbeitsverhältnis abweicht, etwa Teilzeit-Selbstständige. Wegen dieser Überschneidungen ist die Gesamtzahl der atypisch Beschäftigten kleiner als die Summe aller Minijobber, Leiharbeiter etc.

Atypische Beschäftigungsverhältnisse sind nicht nur häufig mit geringeren Löhnen, mangelnder Altersvorsorge und einer schlechter planbaren Zukunft verbunden. Auch auf das aktuelle Wohlbefinden wirkt unsichere Beschäftigung negativ, wie eine IAB-Befragung von Leiharbeitnehmern und befristet Beschäftigten zeigt. Danach fühlen sich Arbeitnehmer mit Zeitvertrag oder bei Zeitarbeitsfirmen schlechter in die Gesellschaft integriert als Festangestellte. "Eine stabile Integration in den Arbeitsmarkt" sei eine "wesentliche Bedingung für gesellschaftliche Teilhabe", folgern die Arbeitsmarktforscher aus ihren Befragungsergebnissen.

  • Spaltung des Arbeitsmarktes nimmt zu
    Alle Formen atypischer Beschäftigung haben sich in der vergangenen Dekade weiter ausgebreitet. Grafik herunterladen

Quelle

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 2011, März 2011

Weitere Informationen zum Thema beim IAB

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