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Equal Pay Day: Der nicht so kleine Unterschied

Ausgabe 05/2014

Ein Fünftel weniger als Männer haben Frauen im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2013 verdient – bei gleicher Arbeitszeit. Besonders groß ist der Lohnabstand bei älteren Beschäftigten.

In diesem Jahr ist am 21. März Equal Pay Day – der Tag, an dem Frauen das Jahresgehalt ihrer Kollegen aus dem ­vergangenen Jahr erreicht haben. In Deutschland ist der ­sogenannte Gender Pay Gap einer der größten in Europa. Nach den jüngsten Zahlen der EU-Kommission liegt er hierzulande bei 22,4 Prozent, im europäischen Durchschnitt hingegen bei 16,4 Prozent.

Jede Menge Daten zur Bezahlung deutscher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bietet das Internetportal lohnspiegel.de, das vom WSI-Tarifarchiv betreut wird. Rund 11.200 Personen haben 2013 den Lohnspiegel-Fragebogen ausgefüllt, darunter gut 4.600 Frauen. Damit biete die Befragung verlässliche Anhaltspunkte – auch wenn sie keine repräsentative Stichprobe darstelle, so Reinhard Bispinck, Leiter des WSI-Tarifarchivs.

Das Ausmaß der Entgeltungleichheit steigt mit dem Alter der Beschäftigten, zeigt die Auswertung: Bei Frauen zwischen 25 und 30 Jahren betrug es im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2013 rund 13 Prozent, bei Frauen zwischen 36 und 40 Jahren 19, zwischen 51 und 55 Jahren gut 21 Prozent und in der Altersgruppe der 61- bis 65-Jährigen sogar 28 Prozent.

Fast über das gesamte Berufsspektrum liegen die Frauengehälter unter denen der Männer. So verdienten Krankenschwestern im vergangenen Jahr 9 Prozent weniger, Diplom-Kauffrauen und -Betriebswirtinnen 13 und Köchinnen 21 Prozent. Zahntechnikerinnen hatten sogar 27 Prozent weniger als ihre Kollegen. Nur bei Informatikerinnen lag das Einkommen 3 Prozent höher.

Auch bei Sonderzahlungen sind Männer im Vorteil: Fast 57 Prozent gaben in der Befragung an, 2013 Weihnachtsgeld erhalten zu haben, Frauen dagegen nur zu rund 51 Prozent. Die Hälfte der Arbeitnehmer bekam Urlaubsgeld, jedoch nur 38 Prozent der Arbeitnehmerinnen. Auch konnte sich ein Fünftel der Männer über eine Gewinnbeteiligung freuen, aber lediglich ein Zehntel der Frauen.

Hochschulabsolventinnen erreichen seltener eine Führungsposition als ihre Kollegen: 32 Prozent der Männer, aber nur 21 Prozent der Frauen mit akademischer Ausbildung schafften den Aufstieg. Auch bei gleicher Hierarchiestufe erhielten weibliche Führungskräfte ein deutlich geringeres Gehalt. Frauen mit Hochschulabschluss bekamen als Abteilungsleiterinnen im Schnitt 3.700 Euro monatlich, Männer in derselben Position dagegen 5.200 Euro.

  • Die größte Lücke vor der Rente
    Besonders groß ist der Lohnabstand zwischen Männern und Frauen bei älteren Beschäftigten. Grafik herunterladen

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