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Verteilung: Arme Flüchtlingskinder

Ausgabe 08/2017

Die Kinderarmut in Deutschland hat zuletzt wieder zugenommen. Das liegt an der großen Zahl minderjähriger Flüchtlinge, die mit dem Nötigsten auskommen müssen.

2015 war beinahe jedes fünfte Kind in Deutschland arm. Im Vergleich zum Vorjahr kletterte die Quote von 19 auf 19,7 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des WSI. Als arm gelten Kinder, die in Haushalten aufwachsen, deren Bezüge unter 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens liegen.

Dabei verteilen sich die armen Kinder keineswegs gleichmäßig übers Land: Während in Bremen jedes dritte Kind arm ist, trifft dies in Oberbayern nur auf jedes zehnte zu. Ähnlich groß sind die Unterschiede zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Unter den neu Zugewanderten ist fast die Hälfte arm. Bei den hier Geborenen mit Migrationshintergrund ist es ein knappes Drittel, beim Nachwuchs einheimischer Eltern sind es nur 13,5 Prozent.

In der Gruppe der zugewanderten Kinder ist die Armutsquote zuletzt stark gestiegen – 2011 lag sie noch deutlich unter 40 Prozent. Das Armutsrisiko der eingewanderten Kinder und Jugendlichen sei zwar enorm hoch, sagt WSI-Forscher Eric Seils, „kurzfristig kommt es aber vor allem darauf an, dass sie nun in Sicherheit sind. Längerfristig besteht die Herausforderung darin, die Eltern von Flüchtlingskindern zu Löhnen und Bedingungen in Arbeit zu bringen, die der gesamten Familie ein Leben über der Armutsgrenze ermöglichen. Das geht nur mit Qualifizierung.“


  • Wo die armen Kinder wohnen
    Die Kinderarmutsquoten unterscheiden sich von Region zu Region deutlich. Grafik herunterladen

WSI-Verteilungsmonitor, April 2017
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