Bildungsverläufe im Zweiten Bildungsweg

Forschungsschwerpunkt: Bildung in der Arbeitswelt

Status: abgeschlossen

Projektende: 30.11.2017

Projektnummer: 2013-682-5

Projekttitel: Bildungsverläufe im Zweiten Bildungsweg

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Projektziel:

Das Projekt analysiert individuelle Bildungslaufbahnen von Schülerinnen und Schülern in Abendgymnasien und Kollegs. Diese werden auf dem Hintergrund des bisherigen Bildungsverlaufs und der persönlichen Situation und Voraussetzungen der Lernenden sowie der spezifischen organisationalen Angebote der Abendgymnasien und Kollegs betrachtet, wobei ein Schwerpunkt auf Abbrüchen ohne Schulabschluss liegt.

 

Veröffentlichungen:

Bellenberg, Gabriele, Grit im Brahm, Denise Demski, Sascha Koch und Maja Weegen, 2019. Bildungsverläufe an Abendgymnasien und Kollegs (Zweiter Bildungsweg), Working Paper Forschungsförderung 115, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 232 Seiten.

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Projektbeschreibung:

1. Kontext

Der Zweite Bildungsweg ist bisher vergleichsweise wenig erforscht. Dies gilt insbesondere auch für diejenigen Institutionen, die Angebote für Erwachsene offerieren, das Abitur zu erwerben. Die Analyse typischer Bildungsverläufe im Zweiten Bildungsweg (ZBW) zeigt auf, wie Schülerinnen und Schüler durch Abendgymnasien und Kollegs gehen. Dabei kann dargestellt werden, wie bei der Nutzung dieser Angebote die individuellen Voraussetzungen der Lernenden sowie ihre erwachsenentypischen Kontextfaktoren vor dem Hintergrund der origanisational ausgeformten Angebote auf Schulseite zu spezifischen Bildungsverläufen führen. Vor dem HIntergrund eines sich ausdehnenden Pflichtschulsystems wird dabei auch die veränderte Funktion des Zweiten Bildungssystems deutlich.


2. Fragestellung

Welche organisationalen und professionellen Rahmenbedingungen für Bildungsverläufe liegen an Abendgymnasien und Kollegs vor und prägen damit als organisationale Angebote die Nutzung durch die Schülerinnen und Schüler? Wie lassen sich die Bildungsverläufe von Schülerinnen und Schülern an Abendgymnasien und Kollegs beschreiben? Welche Merkmale und Bedingungen kennzeichnen den Schulabgang ohne Schulabschluss (Schulabbruch) an Abendgymnasien und Kollegs?


3. Untersuchungsmethoden

Die Untersuchung bestamd aus vier Erhebungsbausteinen: (1) Eine Dokumentenanalyse zur Deskription der institutionellen Bildungs- und Unterstützungsangebote. (2) Leitfadengestützte Interviews mit Schulleitungen bzw. Funktionsträgerinnen und -trägern und Lehrkräften. (3) Fragebogenerhebung Lehrkräfte (4) Fragebogenerhebung Schülerinnen und Schüler (Längsschnitt in einem versetzten Kohortendesign). Die Untersuchung fand an 21 Schulen in fünf Bundesländern statt. Es wurden 19 Schulleitungen bzw. Funktionsträgerinnen und -träger an vier Fallschulen interviewt sowie über 400 Lehrkräfte sowie 1.800 Schülerinnen und Schüler mittels Fragebögen befragt.


4. Darstellung der Ergebnisse

Gymnasiale Vorerfahrungen bringen Schülerinnen und Schüler an Abendgymnasien und Kollegs selten mit. Ein Viertel der Schülerinnen und Schüler besucht vor Aufnahme des eigentlichen zum Abitur führenden Bildungsgangs einen Vorkurs. Etwas mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler gelangt glatt durch die ersten vier Schulhalbjahre, gut 20% der Schülerschaft des Aufnahmejahrgangs haben zu diesem Zeitpunkt ihren Bildungsweg bereits wieder beendet. Das Wiederholen von Schulhalb- oder Schuljahren stellt an Abendgymnasien und -kollegs ein erhebliches Risiko dar, den angestrebten zusätzlichen Schulabschluss nicht zu erwerben. Ein erhöhtes Risiko des Abbruchs ergibt sich zudem für Schülerinnen und Schüler ohne abgeschlossene Berufsausbildung und solche, die den Realschulabschluss bereits im ZBW erworben haben. Die Schulen sind sehr engagiert in der Unterstützung ihrer Schülerschaft, die von diesen auch angenommen wird. Die Ursachen für den Schulabbruch lassen sich nicht auf eine fehlende Schulkultur zurückführen, sondern auf die spezifischen Lernvoraussetzungen und Motivationen der Schülerschaft sowie die Leistungsanforderungen in zum Abitur führenden Bildungsgängen.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Gabriele Bellenberg
Ruhr-Universität Bochum Institut für Erziehungswissenschaft
AG SchULforschung
E-Mail: gabriele.bellenberg(at)rub.de

Prof. Dr. Grit im Brahm
Ruhr-Universität Bochum Institut für Erziehungswissenschaft
AG SchULforschung
E-Mail: grit.imBrahm(at)ruhr-uni-bochum.de


Bearbeiter/in:

Nina Gabryszczak
Ruhr-Universität Bochum Institut für Erziehungswissenschaft
Arbeitsgemeinschaft Sch.U.L.forschung, w. M
E-Mail: Nina.Gabryszczak(at)ruhr-uni-bochum.de

Maja Weegen
Ruhr-Universität Bochum Institut für Erziehungswissenschaft
Arbeitsgemeinschaft Sch.U.L.forschung, w. M
E-Mail: Maja.Weegen(at)ruhr-uni-bochum.de

Sascha Koch
Ruhr-Universität Bochum Institut für Erziehungswissenschaft
AG Sch.U.L.forschung
E-Mail: Sascha.Koch(at)rub.de

Denise Demski
Ruhr-Universität Bochum Institut für Erziehungswissenschaft
AG Schulforschunng
E-Mail: denise.demski(at)rub.de

Katja Fintak
Ruhr-Universität Bochum Institut für Erziehungswissenschaft
AG Schulforschung
E-Mail: katja.fintak(at)rub.de

 

Kontakt:

Dr. Michaela Kuhnhenne
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
E-Mail: michaela-kuhnhenne(at)boeckler.de

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