Auswertungen

Gefährdungsbeurteilungen

Ausgewertet: 88 betriebliche Vereinbarungen, 52 zur Gefährdungsbeurteilung allgemein und 36 Vereinbarungen zur Bildschirmarbeitsverordnung, abgeschlossen zwischen 1996 und 2012


Seit sechzehn Jahren ist das Arbeitsschutzgesetz in Kraft. Es regelt Standards und Verfahren. Eine zentrale Rolle spielt die Gefährdungsbeurteilung. Nur wenn Gefährdungen erkannt werden, kann man wirkungsvoll vorbeugen. Empirische Erhebungen belegen jedoch bis heute erhebliche Umsetzungsdefizite in Betrieben und Verwaltungen.

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein komplexes Verfahren von der Ermittlung über die Maßnahmengestaltung bis hin zur Wirksamkeitskontrolle. Interessenvertretungen haben bei diesen Gestaltungsprozessen umfassende Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte. Regelungen zwischen Arbeitgebern und Interessenvertretungen sind daher erforderlich.

Die aktualisierte Auswertung zeigt, dass in den neueren §5-Vereinbarungen die psychischen Belastungen an Bedeutung gewonnen haben. In den Zielen spielen sie eine deutlich größere Rolle und werden auch berücksichtigt bei der organisatorischen Gestaltung und den Maßnahmen. In der Folge gerät der Datenschutz in den Blick. Das Interesse an Gesundheitsdaten und an offenen und ehrlichen Situationsbeschreibungen erfordert schriftliche Befragungen, die Anonymität garantieren. Persönliche Angaben erfordern Datenschutzverpflichtungen und die Erarbeitung von Datenschutzbestimmungen, die auf Verfahren und Instrumente abgestellt sind. Neu aufgenommen, aber nicht konkret geregelt, ist die alters- und alternsgerechte Arbeitsgestaltung. Insbesondere Wirksamkeitskontrollen werden in neueren Vereinbarungen konkret geregelt (wann, wo, wie).

Die §3-Vereinbarungen beinhalten Regelungen zur Organisation und der inhaltlichen Gestaltung, zu Verfahren, Methoden und Instrumenten, zu besonderen Maßnahmen bei Bildschirmarbeit und zur Dokumentation. Bemerkenswert und auch unabhängig vom Abschlussjahr sind die guten und recht umfassenden Regelungen zur Beteiligung und Mitbestimmung der Interessenvertretungen.

Bei der Beteiligung der Beschäftigten zeigt sich dann wieder, dass erst in den neueren Vereinbarungen konkretere und auf aktive Beteiligung ausgerichtete Regelungen getroffen wurden. Insgesamt ist eine Fülle an Regelungsfeldern und konkreten Gestaltungsmaßnahmen zusammengekommen.

Für Interessenvertretungen werden damit Handlungshilfen für Überlegungen, interne Debatten und die Erarbeitung eigener Positionen und Vereinbarungsentwürfen zur Verfügung gestellt.



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