Forschungsprojekt: Coopetition auf Unternehmensplattformen

Implikationen für Unternehmensorganisation und Arbeitnehmervertretung

Projektziel

Digitale Transformation verändert auch etablierte Koordinations- und Kooperationsformen. Mit Blick auf Konsortien, die sich um digitale Blockchain- und Distributed Ledger Technologien gebildet haben, untersuchen wir, wie sich Wettbewerber vermehrt über gemeinsame Plattformen koordinieren. Dabei werden Handlungsfelder für die (über)betriebliche Interessenvertretung identifiziert und ausgearbeitet.

Projektbeschreibung

Kontext

In der Beschäftigung mit Blockchains als Technologie wurde deutlich, dass die Ausweitung der sogenannten Plattformökonomie von Unternehmen häufig als Bedrohung wahrgenommen wird. Es besteht die Sorge, dass die großen Unternehmen der Plattformökonomie durch die Kombination aus Technologie, Technologienarrativen und konventionellen Machtmitteln wie Kapital, Reichweite und politischem Einfluss Abhängigkeiten bei bestehenden Unternehmen erzeugen könnten. Das Thema Blockchains und DLT ermöglicht Debatten darüber, wie sich ein Gegengewicht gegen die wahr-genommene Bedrohung aufbauen lässt. Das Resultat, sind zunehmende Versuche, sich über eigene Unternehmensplattformen zu koordinieren. Coopetition soll einerseits Synergien und Effizienzgewinne ermöglichen, anderseits gilt es schwierige Fragen von Besitz und Kontrolle auszutarieren. Zudem ergeben sich neue Aktionsräume der Mitbestimmung, die zusätzliche Kompetenzen voraussetzen können.

Fragestellung

Das Forschungsprojekt geht der Frage nach, welche neuartigen Konsortien sich bei dem Versuch herausgebildet haben, digitale Technologien wie Blockchain und DLT für etablierte Unternehmen nutzbar zu machen. Das Projekt geht von den Annahmen aus, dass es in diesem Kontext vermehrt zu Koordinations- und Kooperationsformen im Sinne einer „Coopetition“ kommt. Aufbauend auf dieser Annahme, ist die wesentliche Frage, welche Abhängigkeiten, Kooperationsformen und Konkurrenzverhältnisse sich hier entwickeln und welche Auswirkungen sie auf Beschäftigungs- und damit insbesondere auf Mittbestimmungsverhältnisse haben.

Untersuchungsmethoden

Das Forschungsprojekt setzt auf ein „Mixed-Method“-Design und kombiniert einen qualitativ-sozialwissenschaftlichen Ansatz mit einem quantitativ-ökonomischem. Auf der qualitativen Seite werten wir öffentlich verfügbare Dokumente und Artikel aus, um zunächst die Selbstdarstellung der Konsortien aufzuarbeiten. Basierend auf diesen Vorinformationen führen wir zwei Runden von Expert:-innen-Interviews durch, bei denen Personen aus Konsortien, oder aus den Aufsichts- und Betriebsräten der involvierten Unternehmen befragt werden. Diese qualitative Forschungsarbeit wird durch die quantitativ-ökonomische Auswertung von Unternehmensdaten flankiert. Bei dieser Auswertung sollen Daten von Unternehmen, die in koopetitiven DLT-Konsortien aktiv sind, mit ähnlichen Unternehmen verglichen werden, die es nicht sind. In der Kombination soll eine empirisch gesättigte Gesamtschau über den Zustand von DLT-orientierten Konsortien in Deutschland entstehen.

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