Forschungsprojekt: Modularisierungsstrategien im Maschinenbau

Projektziel

Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Modularisierung der Produktion im Maschinenbau. Wie können dadurch unterschiedliche Marktebenen und -segmente besetzt werden? Basierend auf semistrukturierten Experteninterviews werden Muster abgeleitet und Theorien gebildet, die charakterisierende Merkmale, wie die Betriebsklassengröße oder die Position in der Lieferkette berücksichtigen.

Projektbeschreibung

1. Kontext

Der Maschinenbau gehört zu den bedeutendsten Industriebranchen in der deutschen Wirtschaft. In diesem Wettbewerbsumfeld verbessern etablierte Unternehmen kontinuierlich die Leistung ihrer Produkte, um sich von vergleichbaren Wettbewerbern aus dem Ausland abzuheben. Die Kostenstrukturen etablierter Unternehmen verteuern sich durch dieses Vorgehen oftmals erheblich. Neu gegründete Unternehmen oder globale Niedrigpreiswettbewerber können daher die vom Kunden gewünschte Leistung oft zu einem wesentlich niedrigeren Preis anbieten. Unterdessen nimmt bei den deutschen Maschinenherstellern die Nachfrage nach Standardprodukten ab, wohingegen die Nachfrage nach individuell angepassten Lösungen ansteigt. Aus Unternehmenssicht ergeben sich dadurch äußerst differenzierte Kundenanforderungen aus den unterschiedlichen Marktebenen (z. B. Low-End, Mid-Range, High-End) sowie -segmenten, die durch modularisierte Produkte zu bewältigen wären.

2. Fragestellung

Im Rahmen der zweijährigen Forschungsarbeit wird der Einsatz von Modularisierungsstrategien hinsichtlich der Positionierung in Marktebenen sowie -segmenten empirisch untersucht. Hierzu werden mittels qualitativer Forschungsmethoden Muster abgeleitet und Theorien gebildet, die zur Beschreibung und Erklärung der industriellen Sachverhalte dienen. Der Betrachtungsbereich liegt auf dem deutschen Maschinenbau. Innerhalb der Branche werden sowohl unterschiedliche Betriebsklassengrößen, Positionierungen innerhalb einer Lieferkette und Wettbewerbssituationen berücksichtigt. Hinsichtlich der Modularisierung wird der Einsatz von Produkten und der Austausch einzelner Module in unterschiedlichen Marktebenen sowie -segmenten untersucht. Die handlungsleitende Forschungsfrage dieser Forschungsarbeit lautet demzufolge: Wie lässt sich die Modularisierung in Bezug auf die Positionierung in Marktebenen und -segmenten im Maschinenbau beschreiben?

3. Untersuchungsmethoden

Bei dieser qualitativen Forschungsarbeit wird als methodologische Basis die Grounded Theory Methodology angewendet. Die Datenerhebung erfolgt in Form von semistrukturierten Interviews mit einer Zielgröße von circa 30 Experten. Die Interviews werden mit Personen geführt, die mit der Thematik besonders vertraut sind und aufgrund ihrer beruflichen Position und den dort gesammelten Erfahrungen einen fundierten Überblick über die zu untersuchende Thematik aufweisen. Darauffolgend wird das Datenmaterial analysiert, kodiert und anschließend interpretiert. Primärziel der qualitativen Forschungsarbeit ist die Ableitung theoretischer Aussagen aus dem gesammelten Datenmaterial. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden in Form einer fallübergreifenden Ergebnisanalyse in der Studie festgehalten. Das wiederholte analytische Vergleichen führt zu einer Verifizierung, der in den einzelnen Fällen identifizierten Ergebnisse und Kodes.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Prof. Dr. Thomas Bauernhansl
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung
Institutsleitung
thomas.bauernhansl@ipa.fraunhofer.de

Dr. Marco Schneider
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung
Bereichsleiter Fertigungs- und Prozesstechnik
marco.schneider@ipa.fraunhofer.de

Bearbeitung

Philipp Mößner
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung
Zentrum für Frugale Produkte und Produktionssystem
philipp.moessner@ipa.fraunhofer.de

Kontakt

Dr. Barbara Fulda
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
barbara-fulda@boeckler.de

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