Forschungsprojekt: Corporate Governance für Europas Plattformwirtschaft

Projektziel

Wie kann Europas digitale Plattform-Wirtschaft gesteuert werden, um fairere Ergebnisse für alle Stakeholder zu erzielen? Das Projekt analysiert das strukturgebende Marktverhalten großer amerikanischer Plattformen und die Strategien ihrer europäischen Wettbewerber. Auf dieser Basis leitet es Corporate-Governance-Regeln für digitale Plattformen ab, die kollektive Wertschöpfung gerechter verteilen.

Veröffentlichungen

Friederici, Nicolas, Georg Reischauer und Vili Lehdonvirta, 2022. The Business of European Platforms. How Digital Intermediaries in E-Commerce, Food Delivery, Health and Care, and Social Networking Manage Value and Compete, Berlin, Oxford: Alexander von Humboldt Institute for Internet and Society, Oxford Internet Institute, 24 Seiten.

Erlenwein, Lea, 2022. Vier Schlüsselideen für eine nachhaltige Plattformökonomie in Europa, HIIG Digital Society Blog, S. 1.

Francke, Josefa, 2022. Plattformräte: Können sie digitale Plattformen zur Verantwortung drängen?, HIIG Digital Society Blog, S. 1.

Kettemann, Matthias C., 2022. Wie soll die digitale Demokratie aussehen?, HIIG Digital Society Blog, S. 1.

Friederici, Nicolas, Tina Krell, Subin Park und Vili Lehdonvirta, 2021. Platform Alternatives, In: HIIG; University of Oxford, [online] https://www.hiig.de/project/platform-alternatives/, zuletzt abgerufen am 01.06.2021, Berlin; Oxford.

Krell, Tina, 2021. Caught in the jungle of bureaucracy? Can European Platform Entrepreneurship be successful?, HIIG Digital Society Blog, S. 1.

Friederici, Nicolas und Vili Lehdonvirta, 2021. Platform Alternatives: The Strategic Guide to Responsible Platform Business, Berlin, Oxford: Alexander von Humboldt Institute for Internet and Society, Oxford Internet Institute, 50 Seiten.

Koppe, Therese, 2021. Responsible Platform Business, In: Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, [online] https://youtu.be/QiSr-AZHJnw, zuletzt abgerufen am 24.11.2021, Berlin, Oxford.

Friederici, Nicolas und Inge Graef, 2021. Beyond GAFAM: How size-or-silo regulation fails to account for organisational diversity in the platform economy, Internet Policy Review, S. 1-2.

Dardan, Asal, 2021. Diversity in the European platform economy, Digital Society Blog, S. 1.

Erlenwein, Lea, 2021. Four ideas for a sustainable EU platform economy, HIIG Digital Society Blog, S. 1.

Krell, Tina, 2021. Is an ethical pathway to a technology-driven future of work possible?, HIIG Digital Society Blog, S. 1.

Krell, Tina, 2021. Warum ist Selbstregulierung im Plattformunternehmertum ein Vorteil?, HIIG Digital Society Blog, S. 1.

Stephany, Fabian, 2021. Deutschland: Hidden Champion für Online-Plattformarbeit?, HIIG Digital Society Blog, S. 1.

Krell, Tina, 2021. Wie kann europäisches Plattform Entrepreneurship erfolgreich sein?, HIIG Digital Society Blog, S. 1.

Bohn, Stephan, Nicolas Friederici und Ali Aslan Gümüsay, 2020. Too big to fail us? Platforms as systemically relevant, Internet Policy Review, S. 1.

Friederici, Nicolas, 2020. Can European platform capitalism be sustainable?, Digital Society Blog, S. 1.

Friederici, Nicolas, 2020. Towards a fair and equitable European platform economy, CARTA #onezerosociety, S. 1.

Friederici, Nicolas, Philip Meier und Ali Aslan Gümüsay, 2020. An opportunity for inclusion? Digital platform innovation in times of crisis, Pioneers Post, S. 1.

Lehdonvirta, Vili, Subin Park, Tina Krell und Nicolas Friederici, 2020. Platformization in Europe. Global and local digital intermediaries in the retail, taxi, and food delivery industries, Berlin, Oxford: Alexander von Humboldt Institute for Internet and Society, Oxford Internet Institute, 34 Seiten.

Weitere Informationen

Dieses Projekt gehört zum Forschungsverbund „Die Ökonomie der Zukunft“.
http://www.boeckler.de/de/die-okonomie-der-zukunft-18476.htm

Homepage des Forschungsprojektes am HIIG
https://www.hiig.de/project/platform-alternatives/

Projektbeschreibung

Kontext

Weltweite Digitalisierung hat es US-amerikanischen Plattform-Unternehmen ermöglicht, globale Reichweite sowie erhebliche Marktmacht zu erlangen. Auch in Europa hat dies zu „Plattformisierung“ geführt: Europäische Unternehmen, Arbeitnehmer und Konsumenten sehen sich Institutionen, digitalen Infrastrukturen und Wettbewerbsbedingungen ausgesetzt, die von wenigen privaten transnationalen Plattformen geschaffen und geformt werden. Dies bedeutet einen Strukturwandel: Europäische Plattform-Nutzer werden zu Koproduzenten von wirtschaftlichem Wert, sind aber nicht an der Steuerung von Plattformen beteiligt und vereinnahmen meist nur einen geringen Anteil der kollektiven Wertschöpfung. Insgesamt scheint Plattformisierung so wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten zu verstärken.

Fragestellung

Dieses Projekt bearbeitet die Frage, wie Plattformisierung gesteuert werden kann, um fairere Ergebnisse für europäische Stakeholder zu erzielen. Als normative Synthese der Forschungsergebnisse formulieren wir Plattform Corporate Governance Grundsätze, die umsetzbare Ratschläge für Plattformunternehmen und ihre Stakeholder darstellen und auf den Ideen der Mitbestimmung basieren. Insgesamt befasst sich unser stark praxisorientiertes Forschungsprojekt ganzheitlich mit Plattformisierung, was eine Erweiterung bisheriger Studien mit Fokus auf die Gig-Wirtschaft oder Wettbewerbsrecht bedeutet. Das Projekt ist auch dahingehend einmalig, als dass es zwischen unternehmerischen und normativen Anliegen aus Perspektive von Plattformunternehmen vermittelt. Letztendlich wird so zur engeren Vereinbarung der Plattformwirtschaft mit dem europäischen Sozialmodell beigetragen.

Untersuchungsmethoden

Wir stellen zunächst deskriptiv Unterschiede der Plattformisierung in Europa fest und schließen daraus, inwieweit diese auf Konstellationen von US-Plattform-determinierten Institutionen, Infrastrukturen und Wettbewerbsbedingungen beruhen. Danach betrachten wir Plattform-Unternehmertum in Europa, um zu analysieren, welche Alternativen europäische Firmen anbieten, warum diese nicht die Reichweite von US-Plattformen erreichen und ob eher europäischen Wertesystemen entsprochen wird. Hierfür werden 8-12 vertiefte, lägsschnittliche Fallstudien von europäischen Plattformunternehmen in 5 Städten durchgeführt. Über umfassenden Wissenstransfer durch Workshops und Reviews, Netzwerk-Management, Blog-Posts und Impulspapiere werden Plattform-Stakeholder (insbes. Nutzende, Arbeitnehmende und Gewerkschaften) und Policymaker eingebunden.

Projektleitung und -bearbeitung

Projektleitung

Dr. Stephan Bohn
Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG)
stephan.bohn@hiig.de

Prof. Dr. Vili Lehdonvirta
University of Oxford Oxford Internet Institute
vili.lehdonvirta@oii.ox.ac.uk

Prof. Dr. Dr. Jeanette Hofmann
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung GmbH (WZB)
jeanette.hofmann@wzb.eu

Bearbeitung

Tina Krell
Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG)
tina.krell@hiig.de

Subin Park
University of Oxford Oxford Internet Institute
subin.park@oii.ox.ac.uk

Asal Dardan
Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG)
asal.dardan@hiig.de

Lena Starke
Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG)
lena.starke@hiig.de

Kontakt

Christina Schildmann
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
Christina-Schildmann@boeckler.de

Der Beitrag wurde zu Ihrerm Merkzettel hinzugefügt.

Merkzettel öffnen