Digitalisierungskonflikte


Forschungsschwerpunkt: Mitbestimmung

Status: Laufend

Projektnummer: 2017-459-2

Projektziel:

Die digitale Transformation der Arbeitswelt ist kein linearer und ausschließlich durch technische Innovationen gesteuerter Prozess, sondern provoziert eine Reihe von Konflikten. Das Forschungsprojekt untersucht in zentralen Feldern des Wirtschaftslebens, welche Konflikte im Zusammenhang mit der Digitalisierung von Arbeitsprozessen auftreten und wie sich diese möglichst produktiv bearbeitet lassen.

Veröffentlichungen:

Krause, Rüdiger, 2019. Arbeit anytime?. Arbeitszeitrecht für die digitale Arbeitswelt, Neue Zeitschrift für Arbeitsrecht, 86(2), S. 86-94.

Krause, Rüdiger, 2020. Sozialverträgliche Arbeitnehmerüberwachung – Technikbasierte Beschäftigtenkontrolle als Gegenstand betrieblicher Mitbestimmung im digitalen Zeitalter, In: Gräfl, Edith et al. (Hrsg.), Festschrift 100 Jahre Betriebsverfassungsrecht, München: Beck, S. 353-368.

Platzer, Hans-Wolfgang und Stefan Rüb, 2020. Arbeitgeber und transnationale Arbeitsbeziehungen. Triebkräfte der Transnationalisierung und Praktiken des Konzernmanagements, In: Platzer, Hans-Wolfgang; Klemm, Matthias; Dengel, Udo (Hrsg.), Transnationalisierung der Arbeit und der Arbeitsbeziehungen. Interdisziplinäre Perspektiven, Baden-Baden, S. 139-156.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Die Digitalisierung wird die Wirtschafts- und Arbeitswelt weitreichend verändern. Auf der einen Seite knüpfen sich daran Erwartungen im Hinblick auf Innovationen, Produktivitätssteigerungen und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Demnach sollen die Arbeitnehmer autonomer über Zeit und Ort ihrer Tätigkeiten entscheiden können und von körperlich anstrengenden und monotonen Tätigkeiten entlastet werden. Auf der anderen Seite bestehen Befürchtungen im Hinblick auf Arbeitsplatzverluste, einer stärkeren Fremdbestimmung und Überwachung von Arbeitsprozessen sowie einer zunehmende Verschmelzung von Arbeitszeit und arbeitsfreier Zeit. Diese Gemengelage ruft in den Betrieben zwangsläufig Konflikte hervor, die sich auf die Beschäftigten und den Betriebsablauf sowohl positiv als auch negativ auswirken können.

2. Fragestellung

Die durch die digitale Transformation der Arbeitswelt bewirkten Veränderungen entfalten sich nicht linear als bloße Folge technische Innovationen, sondern führen in den Betrieben zu vielfältigen Konflikten und Spannungen. Zu den zentralen Konfliktfeldern zählen die Arbeitszeit, die Leistungs- und Verhaltenskontrolle sowie die Arbeitsgestaltung. Das an der Schnittstelle von Arbeitssoziologie und Arbeitsrecht angesiedelte Forschungsvorhaben fragt danach, welche rechtstatsächlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass diese Konflikte von den Beteiligten möglichst produktiv bearbeitet werden, um destruktiven Folgen entgegenzuwirken. Insbesondere soll der Frage nachgegangen werden, welche Mitbestimmungsregelungen und Mitbestimmungspraktiken sich als förderlich erweisen, um die mit der Digitalisierung einhergehenden Friktionen im Interesse der Beschäftigten und einer Verbesserung der Arbeitsqualität aufzulösen.

3. Untersuchungsmethoden

Das Forschungsprojekt wendet sich den Prozessen betrieblicher Digitalisierung empirisch zu, indem Digitalisierungskonflikte in unterschiedlichen Branchen im Rahmen von Fallstudien analysiert, soziologisch im Sinne von Verlaufs und Prozessanalysen gedeutet und rechtlich durch Wirkungsanalysen bewertet werden. Hinzu treten Expertengespräche mit überbetrieblichen Akteuren sowie Gruppendiskussionen, die sich auch der Frage zuwenden, welche Rolle gesetzlichen und tariflichen Regelungen für die produktive Bearbeitung von Konflikten im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Arbeitswelt zukommt.

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Rüdiger Krause

Georg-August-Universität Göttingen Institut für Arbeitsrecht

lehrstuhl.Krause@jura.uni-goettingen.de

Prof. Dr. Berthold Vogel

Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. an der Georg-August-Universität

berthold.vogel@sofi.uni-goettingen.de

Bearbeiter/in:

Dr. Stefan Rüb

Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. an der Georg-August-Universität

stefan.rueb@sofi.uni-goettingen.de

Dr. Martin Kuhlmann

Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. an der Georg-August-Universität

martin.kuhlmann@sofi.uni-goettingen.de

Svetlana Winter

Georg-August-Universität Göttingen Institut für Arbeitsrecht

svetlana.winter@jura.uni-goettingen.de

Kontakt:

Dr. Stefan Lücking

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

stefan-luecking@boeckler.de

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