Interessenvertretung in Europäischen Aktiengesellschaften

Transnationale Interessenvertretung in Europäischen Aktiengesellschaften (SE). Mitbestimmungspraxis und Interessenartikulation


Forschungsschwerpunkt: Mitbestimmung

Status: Laufend

Projektende: 31.07.2020

Projektnummer: 2017-215-2

Projektziel:

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Internationalisierung von Unternehmen und Produktionsprozessen gewinnt die Frage nach der Entstehung und Funktionsweise grenzüberschreitender Interessenvertretungen in multinationalen Unternehmen an Bedeutung. Das Forschungsprojekt untersucht die transnationale Interessenvertretung im Zusammenspiel von SE-Betriebsräten und SE-Aufsichts- bzw. Verwaltungsräten in Europäischen Aktiengesellschaften (Societas Europaea, SE).

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Mit der Europäischen Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE) steht den Unternehmen im Europäischen Wirtschaftsraum erstmals eine supranationale Rechtsform zur Verfügung. Die Arbeitnehmerbeteiligung in der SE, die zwischen der Unternehmensleitung und den Arbeitnehmervertretern im Zuge des SE-Gründungsprozesses ausgehandelt wird, kann sowohl die Information und Konsultation in grenzüberschreitenden Angelegenheiten (SE-Betriebsrat) als auch die Mitbestimmung im Aufsichts- oder Verwaltungsrat der SE umfassen, so dass erstmals zwei transnationale Handlungsfelder der Interessenvertretung entstehen. Diese neu geschaffene institutionelle Struktur von SE-Betriebsräten auf der einen und mitbestimmten SE-Aufsichts- bzw. Verwaltungsräten auf der anderen Seite wirft die Frage nach dem Zusammenspiel dieser Gremien und Akteure auf.

2. Fragestellung

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projektvorhaben, wie die Information und Konsultation sowie die Arbeitnehmerbeteiligung in Aufsichts- bzw. Verwaltungsräten in Europäischen Aktiengesellschaften zusammenwirken und welche Implikationen sich daraus für die Interessenvertretung abhängig Beschäftigter über nationalstaatliche Grenzen hinweg ergeben. Im Zentrum des Forschungsprojekts stehen folgende Fragen:

- Welche Muster der Interessenartikulation bestehen zwischen den SE-Betriebsräten und den Arbeitnehmervertretern in den Aufsichts- und Verwaltungsräten von SEs?

- Welche Faktoren beeinflussen die Herausbildung bestimmter Artikulationsmuster? Welche Rolle spielt insbesondere die internationale Zusammensetzung der Gremien?

- Wie wirkt sich das Zusammenspiel zwischen SE-Betriebsräten und mitbestimmten Aufsichts- bzw. Verwaltungsräten auf die Interessenvertretungschancen der Beschäftigten in den Unternehmen aus?

3. Untersuchungsmethoden

Das Projektvorhaben zeichnet sich durch einen Methodenmix aus qualitativem und quantitativem Vorgehen aus. Zum einen wird eine standardisierte Befragung von Arbeitnehmervertretern in SE-Aufsichts- bzw. Verwaltungsräten zur Interessenartikulation zwischen SE-Betriebsräten und mitbestimmten Aufsichtsräten durchgeführt. Zum anderen wird das Zusammenspiel zwischen den beiden Handlungsfeldern anhand von Unternehmensfallstudien vertiefend untersucht.

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Dr. Sophie Rosenbohm

Universität Duisburg-Essen Institut Arbeit und Qualifikation IAQ

sophie.rosenbohm@uni-due.de

Prof. Dr. Thomas Haipeter

Universität Duisburg-Essen Institut Arbeit und Qualifikation IAQ

Raum LE 526

thomas.haipeter@uni-due.de

Bearbeiter/in:

Jennifer Kaczynska

Universität Duisburg-Essen Institut Arbeit und Qualifikation IAQ

jennifer.kaczynska@uni-due.de

Kontakt:

Dr. Stefan Lücking

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

stefan-luecking@boeckler.de

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