Gelingensbedingungen für partnerschaftliche Zeitaufteilung

Forschungsschwerpunkt: Erwerbsarbeit

Status: Laufend

Projektnummer: 2015-926-3

Projektziel:

Das Projekt untersucht den Einfluss politischer und betrieblicher Rahmenbedingungen auf die innerpartnerschaftliche Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit bei Eltern junger Kinder. Obwohl sich familienpolitisch in den letzten Jahren viel getan hat, unterscheiden sich Beschäftigungsquoten und Arbeitszeiten zwischen Männern und Fraün, vor allem zwischen Müttern und Vätern, nach wie vor eklatant. Es gibt noch immer nur wenige Väter, die länger als zwei Monate Elternzeit nehmen oder zeitweise in Teilzeit arbeiten - obwohl Umfragen zeigen, dass Väter mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen möchten. Im Gegensatz dazu ist ein Grossteil der Mütter in Deutschland nicht oder nur in geringem Umfang erwerbstätig. Das Projekt widmet sich daher der Frage, warum diese traditionelle Rollenaufteilung fortbesteht und unter welchen betrieblichen und politischen Bedingungen sich Väter und Mütter Erwerbs- und Familienarbeit gleichberechtigt aufteilen.

Veröffentlichungen:

Bünning, Mareike, 2019. Paternal part-time employment and fathers’ long-term involvement in child care and housework, Journal of Marriage and Family, S. 1-21.

Samtleben, Claire, Julia Bringmann, Mareike Bünning und Lena Hipp, 2019. What helps and what hinders? Exploring the role of workplace characteristics for parental leave use and its career conseqünces, Social Scienes, 8(10), S. 1-30.

Hipp, Lena, Sonja Bekker, Janine Leschke und Friederike Molitor, 2017. Teilzeitväter? Deutschland, Schweden, Irland und die Niederlande im Vergleich, Zeitschrift für Familienforschung, 29(1), S. 32-48.

Bernhardt, Janine und Mareike Bünning, 2017. Arbeitszeiten von Vätern: Welche Rolle spielen betriebskulturelle und betriebsstrukturelle Rahmenbedingungen?, Zeitschrift für Familienforschung, 29(1), S. 49-71.

Bünning, Mareike, 2017. The association between social support networks and maternal employment: A comparison of western German, eastern German and migrant mothers of preschool-aged children, Community, Work and Family, 20(3), S. 273-291.

Bünning, Mareike und Nina Eppers, 2018. Wie wollen Eltern arbeiten? Ein geschlechtergerechter Arbeitsmarkt braucht neue Modelle, WZB-Mitteilungen, 2018(161), S. 24-27.

Bekker, Sonja, Lena Hipp, Janine Leschke und Friederike Molitor, 2017. Part-Time Fathers and Mothers? Comparing Part-time Employment in Germany, Sweden, Ireland and the Netherland, In: Sarah De Groof (Hrsg.), Work-life Balance in the Modern Workplace: Interdisciplinary Perspectives from Work-family Research, Law and Policy, 24. Band, Alphen aan den Rijn, S. 27-50.

Bünning, Mareike, 2017. Creating Time for Dads Part-time Work Can Increase Fathers’ Involvement, but Parental Leave Can Do More, WZB-Report, S. 66-68.

Bünning, Mareike, 2016. Weniger Job = mehr Vater? Teilzeitarbeit kann väterliches Engagement fördern, Elternzeit allerdings noch mehr, WZB-Mitteilungen, 153, S. 13-16.

Hipp, Lena und Friederike Molitor, 2016. Gender Gaps. Warum wir über Zeit sprechen müssen, In: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Hrsg.), Werkehft 02 - Wie wir arbeiten (wollen), Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, S. 68-74.

Hipp, Lena und Friederike Molitor, 2016. Inanspruchnahme von Elternmonaten, Neue Zeitschrift für Familienrecht, S. 193-195.

Bünning, Mareike, Lena Hipp und Friederike Molitor, 2018. Wunsch und Wirklichkeit. Geschlechtergerechter Arbeitsmarkt durch veränderte Rahmenbedingungen?, Frankfurter Hefte/Neue Gesellschaft, 3, S. 50-53.

Bernhardt, Janine und Mareike Bünning, 2019. Fathers’ Working Times in Germany: The Role of the Ideal Worker Norm in the Context of Other Cultural and Structural Workplace Conditions, In: Mireia las Heras Mästro, Nuria Chinchilla Albiol, Marc Grau Grau (Hrsg.), The New Ideal Worker - Organizations between work-life-balance, gender and leadership, Cham: Springer International Publishing, S. 25-48.

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Trotz massgeblicher Verbesserungen der institutionellen Rahmenbedingungen in Deutschland und Modernisierung kultureller Rollenbilder ist die Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit zwischen Müttern und Vätern in Deutschland noch immer ungleich verteilt und folgt weiterhin geschlechtsstereotypen Mustern. Diese Ungleichverteilung trägt wesentlich zu den bestehenden Geschlechterungleichheiten am Arbeitsmarkt und im Lebensverlauf bei. Hierzu gehören Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Fraün, die Unterrepräsentation von Fraün auf Führungsebenen und grosse Rückstände beim Alterseinkommen von Fraün aufgrund von Erwerbsunterbrechungen und qualifikationsinadäquater Beschäftigung. Zudem gewinnen die Themen "Vereinbarkeit" und "Partnschaftlichkeit" zunehmend an Bedeutung. Denn: ökonomischer Erfolg und eine hohe Zufriedenheit in der Belegschaft lassen sich nur erreichen, wenn Familie und Beruf für Fraün und Männer vereinbar sind.

2. Fragestellung

Das Projekt widmet sich den politischen und betrieblichen Rahmenbedigungen partnerschaftlicher Vereinbarkeit und versucht Antworten auf folgende Fragen zu finden: Welche Faktoren unterstützen Eltern dabei, sich gleichermassen in bezahlte und unbezahlte Arbeit einzubringen? Unter welchen Bedingungen reduzieren Väter zugunsten von Erziehung- und Pflegeaufgaben ihre Arbeitszeit oder steigen zeitweise aus dem Beruf aus? Was hilft Müttern auch nach der Geburt eines Kindes erwerbstätig zu bleiben und ökonomisch auf eigenen Beinen zu stehen? Ist eine Vollzeiterwerbstätigkeit beider Partner ökonomischen Notwendigkeiten geschuldet oder arbeiten insbesondere hochqualifizierte Paare mit progressivem Rollenverständnis in dieser Konstellation, weil diese ihre Arbeitsbedingungen oftmals selbstständig festlegen können und Arbeit für sie mehr als ein Broterwerb ist? Wie können Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte Eltern bei ihrem Wunsch nach mehr Partnerschaftlichkeit unterstützen?

3. Untersuchungsmethoden

Mittels quantitativer und qualitativer Daten werden die politischen und betrieblichen Bedingungen untersucht , die zu einer egalitären Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit bei Eltern mit jungen Kindern führen. Dazu werden international vergleichende Daten der Europäischen Arbeitskräfteerhebung (EU AKE) verwendet. Zweitens sollen die im Jahr 2014/2015 im Rahmen des BMFSFJ-geförderten Projektes "Betriebliche Gelingensbedingungen einer partnerschaftlichen Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit" erhobenen Daten analysiert werden. Hierbei handelt es sich zum einen um 65 qualitative Interviews mit Eltern und zum anderen um quantitative Daten einer Zusatzerhebung von fast 1000 Müttern und 1000 Vätern zu der vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) durchgeführten Befragung Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten (AID:A II).

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Lena Hipp

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung GmbH (WZB)

lena.hipp@wzb.eu

Bearbeiter/in:

Dr. Mareike Bünning

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung GmbH (WZB)

mareike.buenning@wzb.eu

Kontakt:

Dr. Barbara Fulda

Hans-Böckler-Stiftung

Forschungsförderung

barbara-fulda@boeckler.de

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