Forschungsprojekt: Gelingensbedingungen für partnerschaftliche Zeitaufteilung

Betriebliche und politische Rahmenbedingungen egalitärer Erwerbsarbeits- und Familienzeiten

Projektziel

Obwohl sich familienpolitisch viel getan hat, unterscheiden sich Beschäftigungsquoten und Arbeitszeiten zwischen Männern und Frauen, vor allem zwischen Müttern und Vätern, nach wie vor eklatant. Im Projekt wurde untersucht, warum die traditionelle Rollenaufteilung fortbesteht und unter welchen betrieblichen und politischen Bedingungen Eltern Erwerbs- und Familienarbeit gleichberechtigt aufteilen.

Veröffentlichungen

Bünning, Mareike, Barbara Fulda und Lena Hipp, 2020. Wie Betriebe Eltern unterstützen und Gleichstellung fördern können. Arbeits- und Elternzeit zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Policy Brief Forschungsförderung 6, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 14 Seiten.

Bünning, Mareike, 2019. Paternal part-time employment and fathers’ long-term involvement in child care and housework, Journal of Marriage and Family, S. 1-21.

Samtleben, Claire, Julia Bringmann, Mareike Bünning und Lena Hipp, 2019. What helps and what hinders? Exploring the role of workplace characteristics for parental leave use and its career consequences, Social Scienes, 8(10), S. 1-30.

Bernhardt, Janine und Mareike Bünning, 2019. Fathers’ Working Times in Germany: The Role of the Ideal Worker Norm in the Context of Other Cultural and Structural Workplace Conditions, In: Mireia las Heras Maestro, Nuria Chinchilla Albiol, Marc Grau Grau (Hrsg.), The New Ideal Worker - Organizations between work-life-balance, gender and leadership, Cham: Springer International Publishing, S. 25-48.

Bünning, Mareike und Nina Eppers, 2018. Wie wollen Eltern arbeiten? Ein geschlechtergerechter Arbeitsmarkt braucht neue Modelle, WZB-Mitteilungen, 2018(161), S. 24-27.

Bünning, Mareike, Lena Hipp und Friederike Molitor, 2018. Wunsch und Wirklichkeit. Geschlechtergerechter Arbeitsmarkt durch veränderte Rahmenbedingungen?, Frankfurter Hefte/Neue Gesellschaft, 3, S. 50-53.

Hipp, Lena, Sonja Bekker, Janine Leschke und Friederike Molitor, 2017. Teilzeitväter? Deutschland, Schweden, Irland und die Niederlande im Vergleich, Zeitschrift für Familienforschung, 29(1), S. 32-48.

Bernhardt, Janine und Mareike Bünning, 2017. Arbeitszeiten von Vätern: Welche Rolle spielen betriebskulturelle und betriebsstrukturelle Rahmenbedingungen?, Zeitschrift für Familienforschung, 29(1), S. 49-71.

Bünning, Mareike, 2017. The association between social support networks and maternal employment: A comparison of western German, eastern German and migrant mothers of preschool-aged children, Community, Work and Family, 20(3), S. 273-291.

Bekker, Sonja, Lena Hipp, Janine Leschke und Friederike Molitor, 2017. Part-Time Fathers and Mothers? Comparing Part-time Employment in Germany, Sweden, Ireland and the Netherland, In: Sarah De Groof (Hrsg.), Work-life Balance in the Modern Workplace: Interdisciplinary Perspectives from Work-family Research, Law and Policy, 24. Band, Alphen aan den Rijn, S. 27-50.

Bünning, Mareike, 2017. Creating Time for Dads Part-time Work Can Increase Fathers’ Involvement, but Parental Leave Can Do More, WZB-Report, S. 66-68.

Bünning, Mareike, 2016. Weniger Job = mehr Vater? Teilzeitarbeit kann väterliches Engagement fördern, Elternzeit allerdings noch mehr, WZB-Mitteilungen, 153, S. 13-16.

Hipp, Lena und Friederike Molitor, 2016. Gender Gaps. Warum wir über Zeit sprechen müssen, In: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Hrsg.), Werkheft 02 - Wie wir arbeiten (wollen), Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, S. 68-74.

Hipp, Lena und Friederike Molitor, 2016. Inanspruchnahme von Elternmonaten, Neue Zeitschrift für Familienrecht, S. 193-195.

Weitere Informationen

Dieses Projekt gehört zum Forschungsverbund „Leben und Arbeiten in Flexibilität“.
https://www.boeckler.de/de/leben-und-arbeiten-in-flexibilitat-32620.htm

Projektbeschreibung

Kontext

Trotz maßgeblicher Verbesserungen der institutionellen Rahmenbedingungen in Deutschland und Modernisierung kultureller Rollenbilder ist die Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit zwischen Müttern und Vätern in Deutschland noch immer ungleich verteilt und folgt weiterhin geschlechtsstereotypen Mustern. Diese Ungleichverteilung trägt wesentlich zu den bestehenden Geschlechterungleichheiten am Arbeitsmarkt und im Lebensverlauf bei. Hierzu gehören Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen, die Unterrepräsentation von Frauen auf Führungsebenen und große Rückstände beim Alterseinkommen von Frauen aufgrund von Erwerbsunterbrechungen und qualifikationsinadäquater Beschäftigung. Zudem gewinnen die Themen "Vereinbarkeit" und "Partnschaftlichkeit" zunehmend an Bedeutung. Denn: ökonomischer Erfolg und eine hohe Zufriedenheit in der Belegschaft lassen sich nur erreichen, wenn Familie und Beruf für Frauen und Männer vereinbar sind

Fragestellung

Das Projekt widmete sich den politischen und betrieblichen Rahmenbedigungen partnerschaftlicher Vereinbarkeit und versuchte, Antworten auf folgende Fragen zu finden: Welche Faktoren unterstützen Eltern dabei, sich gleichermaßen in bezahlte und unbezahlte Arbeit einzubringen? Unter welchen Bedingungen nehmen Väter (länger) Elternzeit? Was hilft ihnen, ihre Arbeitszeiten zugunsten von Betreuungs- und Erziehungsaufgaben zu reduzieren? Was hilft Müttern, auch nach der Geburt eines Kindes erwerbstätig zu bleiben und ökonomisch auf eigenen Beinen zu stehen? Wie können Betriebe und Politik Eltern in ihren Wünschen für eine gleichmäßigere Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit unterstützen? Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte?

Untersuchungsmethoden

Mittels quantitativer und qualitativer Daten wurden die politischen und betrieblichen Bedingungen untersucht, die zu einer egalitären Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit bei Eltern mit jungen Kindern führen. Datengrundlage war eine Befragung, die im Jahr 2014/2015 im Rahmen des BMFSFJ-geförderten Projektes "Betriebliche Gelingensbedingungen einer partnerschaftlichen Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit" durchgeführt wurde. Hierbei handelt es sich zum einen um quantitative Daten einer Zusatzerhebung von fast 1000 Müttern und 1000 Vätern zu der vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) durchgeführten Befragung „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A II) und zum anderen um 65 qualitative Interviews mit Eltern. Zudem wurden international vergleichende Daten der Europäischen Arbeitskräfteerhebung (EU AKE) verwendet.

Darstellung der Ergebnisse

Väter hatten kürzere Arbeitszeiten, wenn im Betrieb formelle, allgemeingültige und transparente Arbeitszeitregelungen bestanden. Außerdem waren Verfügbarkeits- und Vertretungskulturen relevant dafür, ob vertragliche Arbeitszeiten eingehalten wurden. Dabei zeigten sich nur geringe Unterschiede nach Betriebsgröße und Branche. Ein Rückkehrrecht in Vollzeit würde dazu führen, dass Väter etwas kürzere Arbeitszeiten bevorzugten, während verbesserte Kinderbetreuungsmöglichkeiten keinen Einfluss auf ihre Arbeitszeitpräferenzen haben. Mütter hingegen würden gerne etwas mehr arbeiten, wenn es flächendeckend bezahlbare, qualitativ hochwertige Kinderbetreuung gäbe.

Väter gaben auch häufig an, dass betriebliche Gründe sie von einer (längeren) Elternzeit abhielten. Gute Vertretungsregelungen begünstigten eine längere Elternzeit bei Vätern. Mütter nahmen ebenfalls längere Elternzeiten, wenn ihre Vertretung im Betrieb grundsätzlich geregelt war. Berufliche Nachteile im Zusammenhang mit der Elternzeit erlebten Väter deutlich seltener als Mütter. Würden die Partnermonate beim Elterngeld von zwei auf vier Monate erhöht werden, würden Väter tendenziell länger und Mütter kürzer in Elternzeit gehen.

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