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WSI-Mitteilungen

Schutter, Sabina / Zerle-Elsäßer, Claudia : Das Elterngeld: Wahlfreiheit und Existenzsicherung für (alle) Eltern?

Ausgabe 03/2012

Zusammenfassung

WSI-Mitteilungen 3/2012, Seiten 216-225

Das Elterngeld wurde als familienpolitische Innovation eingeführt, die Müttern wie Vätern höchstmögliche Spielräume bei der Entscheidung für ein Kind bieten sollte. Der Beitrag geht der Frage nach, ob diese Spielräume auch empirisch von Relevanz sind. Die Daten belegen, dass das Elterngeld zwar für Väter die Möglichkeit der Existenzsicherung bietet. Dies gilt jedoch nur, wenn sie erwerbstätig sind. Der überwiegende Anteil der Mütter bleibt mit dem Elterngeld unterhalb der Armutsgrenze. Es lässt sich zudem kein massiver Geburtenanstieg durch das Elterngeld feststellen, womit die zentralen familienpolitischen Anliegen nicht erfüllt werden. Jüngste Reformen des Elterngeldes führen zu Verschlechterungen für arme und erwerbslose junge Eltern. Der Ausblick zeigt, dass Auswege aus dem Dilemma möglich sind, wenn entscheidende Schritte zur Reform des Elterngeldes eingeleitet werden.

Abstract

The German parental leave reform of 2007 was introduced as a major policy innovation in family policies, motivating parents to give birth to more children. The empirical evidence suggests that parental leave benefits cover basic living expenses– but only for working parents. However, the majority of mothers cannot afford a living on parental leave benefits and, instead, need support by the child’s father or by means-tested benefits. Moreover, the new parental leave seems to discourage people to have more children. The parental leave, therefore, does not achieve its main policy aims. Even worse, the most recent reforms of parental leave have tightened the eligibility criteria for poor and non-working parents. In the conclusion, the paper discusses ways out of the dilemma, suggesting some decisive reforms of the German parental leave legislation.

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