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Tarifrunde 2024: Aktueller Überblick

Die DGB-Gewerkschaften verhandeln 2024 neue Vergütungstarifverträge für knapp zwölf Millionen Beschäftigte. Mehr zu den Verhandlungen in den einzelnen Bereichen auf dieser Seite.

Insgesamt verhandeln die DGB-Gewerkschaften im Jahr 2024 für knapp zwölf Millionen Beschäftigte neue Vergütungstarifverträge. Wann in welchem Bereich verhandelt wird, zeigt der tarifliche Kündigungsterminkalender des WSI. Alle Forderungen und Abschlüsse der Tarifrunde 2024 für wichtige Branchen hier auf einen Blick (pdf).

500 €/Monat Erhöhung für alle Gruppen mit einer Laufzeit von 12 Monaten fordert die IG BAU für die Beschäftigten im Bauhauptwerbe. Laut IG BAU wird ein Festbetrag gefordert, damit die unteren Lohn-/Gehaltsgruppen stärker profitieren. Rund 2/3 der Beschäftigten seien in den unteren Gruppen. Die Schere zu den oberen Gruppen öffne sich immer mehr, es müsse eine Annäherung der Löhne und Gehälter zu diesen geben. Es müsse auch im Sinne der Arbeitgeber sein, die Branche attraktiv zu halten, auch mit höheren Einkommen. Die derzeit gültigen Verträge laufen zum 31.03.24 aus.

In der 1. Verhandlungsrunde am 22.02. legten die Arbeitgeber kein Angebot vor. Laut IG BAU bestritten die Arbeitgeber einen massiven Reallohnverlust, der in der Spitze seit dem letzten Abschluss bei 10,4 % gelegen habe. 

In der 2. Verhandlungsrunde am 05.03. legten die Arbeitgeber ein Angebot vor, welches die IG BAU zurückwies. Es sah eine Erhöhung von 3,0 % für die ersten 12 Monate und eine Stufenerhöhung von 3,0 % für die nächsten 12 Monate vor. Des Weiteren schlugen die Arbeitgeber vor, Leiharbeit im Bauhauptgewerbe und baunahen Branchen einzuführen. Dies lehnt die IB BAU strikt ab. Die IG BAU bezeichnet dieses Angebot als respektlos gegenüber den Beschäftigten und fordert die Arbeitgeber auf, in der 3. Verhandlungsrunde ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen.  

Die Tarifverhandlungen wurden am 09.04. in der 3. Verhandlungsrunde von der IG BAU für gescheitert erklärt, da die Arbeitgeber lt. IG BAU wiederum kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegten. Sie boten 2 Erhöhungen von
3,3/3,2 % in 2024/2025 mit einer Laufzeit von 24 Monaten an. Diese Erhöhungen glichen die immens gestiegenen Lebenshaltungskosten in den vergangenen Jahren nicht aus. 
Die Verhandlungsrunde wurde bundesweit von vielen Beschäftigten im Rahmen einer aktiven und kämpferischen Mittagspause begleitet.
Nun wird die Schlichtung angerufen und Streiks wären damit erst nach einer gescheiterten Schlichtung möglich.

Die am 30.01.24 vom Hauptvorstand der IG BCE einstimmig beschlossene Forderungsempfehlung für die diesjährige Tarifrunde der Beschäftigten in der Chemischen Industrie lag bei einer Erhöhung der Entgelte von 6,0 bis 7,0 %, mehr tariflichem Schutz für Gewerkschaftsmitglieder sowie einer Modernisierung des Bundesentgelttarifvertrages.
Nach den Forderungsdiskussionen in den Betrieben wurde die endgültige Forderung durch die Bundestarifkommission der IG BCE, am 10.04., beschlossen. Sie beinhaltet eine Anhebung der Entgelte um 7,0 %, eine Besserstellung und Wertschätzung von Mitgliedern sowie die ebenfalls in der Empfehlung ausgesprochene Modernisierung des Bundesentgelttarifvertrages nach einem von der IG BCE entwickelten 8-Punkte-Plan. Dieser soll u.a. gewährleisten, dass zukünftig veränderte Tätigkeiten, Anforderungen und Qualifikationen im Entgeltgruppenkatalog aufgenommen werden und für mehr Fairness, bessere Entwicklungsmöglichkeiten und weniger Bürokratie sorgen.

Im April und Mai finden die Verhandlungen in den Regionen statt. Start ist am 15.04. in Rheinland-Pfalz, weiter geht es in Nordrhein am 18.04, in Hessen am 19.04., am 23.04. in Nord und Westfalen, am 24.04. in Baden-Württemberg, am 25.04. in Nordost und Bayern und am 26.04. im Saarland. Die erste Verhandlung auf Bundesebene ist für den 15.05 terminiert.Die Entgelttarifverträge laufen zum 30.06.24 aus, damit endet auch die Friedenspflicht.

Am 11.3.24 fand in Berlin die erste Verhandlung in der Tarifrunde für die Druckindustrie statt. Ver.di ging mit einer Forderung von 12,0 % mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten in die Verhandlung. Die Arbeitgeber legten kein Angebot vor und die Verhandlung ging ohne Ergebnis zu Ende. Die Friedenspflicht endet am 31.3.24.

In der zweiten Verhandlungsrunde am 21.3. legten die Arbeitgeber ein Angebot vor. Laut dem Angebot sollen die Löhne und Gehälter zum 1.6.24 um 2 % und zum 1.6.25 um weitere 1 % steigen. Die Laufzeit soll 24 Monate betragen.

Die ver.di-Verhandlungskommission hat dieses Angebot als völlig unzureichend zurückgewiesen, da es weiteren massiven Reallohnverlust bedeuten würde.

Die dritte Verhandlungsrunde findet am 16. April in Berlin statt.

Bisherige Berichterstattung unter Tarifrunde 2023 - Aktueller Überblick

Der letzte Einigungsversuch in 2023 fand am 28.12. in Hamburg statt und endete ohne Ergebnis. Das vorliegende, unveränderte Arbeitgeberangebot bedeutet lt. ver.di für die Beschäftigten einen Reallohnverlust und ist damit nicht abschlussfähig.
Aufgrund des weiter andauernden Tarifkonflikts empfehlen der Handelsverband Deutschland (HDE) und seine Landesverbände ihren tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen die Vergütungen um bis zu 10,0 % anzuheben (Pressemeldung vom 06.03.24). Die freiwillige Erhöhung soll dann mit einem späteren Tarifabschluss verrechnet werden. Für Mitgliedsunternehmen, die bereits im vergangenen Jahr auf Grundlage einer vorhergehenden Verbandsempfehlung die Vergütungen erhöht haben, gilt, dass dann dort nur noch eine Anhebung in Höhe der Differenz zulässig ist.

Die nächsten Verhandlungstermine, u. a.: zzt. keine terminiert

Bisherige Berichterstattung unter Tarifrunde 2023 - Aktueller Überblick

Der letzte Einigungsversuch in 2023 fand am 01.12. in Nordrhein-Westfalen statt, wo die Arbeitgeberseite in Sondierungen eine Erhöhung von 7% ab Dezember 2023 plus eine Inflationsausgleichsprämie von 1000 € unterbreitet haben. Für Mai 2024 wäre dann noch eine Erhöhung von 3,1% und eine Inflationsausgleichsprämie von 200 € angedacht. Die Gewerkschaft lehnt dies ebenfalls ab und die Arbeitgeberseite brach die Gespräche in den anderen Bundesländern vorerst ab.

Trotz langer Gesprächspause erbrachte die neunte Verhandlungsrunde in Nordrhein-Westfalen (25.01.) keinen fortschrittlichen Durchbruch. Das Angebot blieb dasselbe, welches die Gewerkschaft erneut ablehnte.

Seitdem führt die Gewerkschaft bundesweit regelmäßige Streikaktionen durch, die die Arbeitgeberseite wieder zurück an den Verhandlungstisch führen sollen.

In Bayern fand am 22.03.24 die zehnte Verhandlungsrunde statt. Erneut lehnte die Arbeitgeberseite mögliche Lösungsvorschläge ab und beharrte weiterhin auf dessen Angebot vom Juli 2023. Die Gewerkschaft weitet die Streikwelle daraufhin aus.

Die nächsten Verhandlungstermine: 30.04.23 Nord

In diesem Jahr hat der Hauptvorstand der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine tarifpolitische Empfehlung beschlossen, wobei der Einstiegslohn für Fachkräfte mindestens 3.000 €/Mon. betragen und alle anderen Tarifgruppen entsprechend prozentual steigen sollen. Ebenfalls soll die Ausbildungsvergütung je nach Ausbildungsjahr zwischen 150 und 200 €/Mon. steigen.

Am ersten Verhandlungstermin in Sachsen (07.02.) wurde Seitens des Arbeitgeberverbandes kein Angebot vorgelegt. Ein neuer Verhandlungstermin ist für den 06.03.2024 in Leipzig angesetzt.

Seitens der Arbeitgeberverbände wurde in Sachsen (06.03.) ein Angebot am zweiten Verhandlungstermin vorgelegt, welches von der Gewerkschaft klar abgelehnt wurde. Dieses sah eine Erhöhung von 3% zum 01.06.24, weitere 4% jeweils zum 01.07.25 und 01.07.26 vor. Die Gesamtlaufzeit des Tarifvertrages sollte 40 Monate betragen.

Ein neuer Verhandlungstermin wurde bisher nicht veröffentlicht.

Am 31.03. endet die Laufzeit der Entgelttarifverträge für die Beschäftigten in der Leiharbeit. Bereits am 15.12.23 fand die erste Tarifverhandlung zwischen der DGB-Tarifgemeinschaft und dem Gesamtverband der Personaldienstleister e.V. (GVP) für die neu auszuhandelnden Entgelte statt. Der GVP legte kein Angebot vor, mit Hinweis auf die derzeitig und zukünftig wirtschaftlich schlechte Situation. Die DGB-Tarifgemeinschaft fordert ab dem 01.04. eine Erhöhung von 8,5 % bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Am 29.01. fand die 2.Tarifverhandlung statt, in der der GVP folgendes Angebot machte: Erhöhung der Entgelte ab 1. Januar 2025 um 3,3 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten bis Ende März 2026. Dies wiesen die 
Gewerkschaftsvertreter:innen als inakzeptables Angebot zurück, worauf die GVP einräumte, dass eine Erhöhung in 2024 nicht ausgeschlossen sei und sie sich einen Abschluss vorstellen könne, bei dem der Abstand zum Mindestlohn erhöht werden würde. 

Am 29.02. startete der Auftakt zur 3. Tarifverhandlung und führte am  01.03. zu folgendem Ergebnis: nach 6 Nullmonaten (April - September) gibt es eine Entgelterhöhung ab 1.10. von  3,7 %, gefolgt von einer Stufenerhöhung ab März 2025 von 3,8 %, jeweils im Durchschnitt. Die Laufzeit beträgt 18 Monate bis zum 30.09.25. Die Jahressonderzahlungen werden ab dem 01.01.24 und auch zukünftig tarifdynamisch auf Basis der Entgeltgruppe 4 angepasst. Das Verhandlungsergebnis steht unter dem Vorbehalt einer Erklärungsfrist bis zum 19.03.

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