Beschäftigungswirkungen der Fahrzeugdigitalisierung

Forschungsschwerpunkt: Strukturwandel - Innovation und Beschäftigung

Status: abgeschlossen

Projektende: 31.01.2017

Projektnummer: 2016-955-1

Projekttitel: Beschäftigungswirkungen der Fahrzeugdigitalisierung

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Projektziel:

Der Wandel hin zur Digitalisierung und Automatisierung der Fahrfunktion stellt die gesamte Automobilindustrie vor enorme Herausforderungen. Die Wertschöpfungsanteile werden neu verteilt, da neue Komponenten, Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entstehen und andere ggf. substituiert werden. Dies kann auch zu neuen Wertschöpfungsanteilen der unterschiedlichen Akteure und Standorte führen. Im Rahmen des Projekts werden folgende Wirkfelder analysiert: (1) die Auswirkungen auf die Wertschöpfungsanteile Deutschlands, (2) Arbeitsvolumina und quantitative Beschäftigungseffekte sowie (3) Anforderungen an Qualifikationsprofile und Arbeitsbedingungen

 

Veröffentlichungen:

Cacilo, Andrej und Michael Haag, 2018. Beschäftigungswirkungen der Fahrzeugdigitalisierung. Wirkungen der Digitalisierung und Fahrzeugautomatisierung auf Wertschöpfung und Beschäftigung, Study 406, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 108 Seiten.

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Projektbeschreibung:

1. Kontext

Messen wie die IAA oder die CES haben die rasante Bedeutungszunahme der Fahrzeugautomatisierung und Digitalisierung in den letzten Jahren verdeutlicht. Die Produktankündigungen der nächsten Jahre zeigen, dass hochautomatisiertes Fahren bis 2020 Marktreife erlangen wird. Zudem werden derzeit in verschiedenen Bereichen (u.a. Parken, Mobilitätsdienstleistungen, Infotainment, Versicherungen) völlig neue Geschäftsmodelle entwickelt. Damit korrespondiert der Aufbau von Inkubatoren der Automobilindustrie, in denen Innovationen in einem Start-Up-Umfeld entwickelt werden. Die Entwicklungsinvestitionen der Automobilindustrie im Feld der Digitalisierung und Fahrzeugautomatisierung betragen laut VDA in den nächsten Jahren ca. 4-6 Mrd. im Jahr. Hinzu kommt der Markteintritt neuer, kapitalstarker Unternehmen aus der amerikanischen IT-Industrie. Unter anderem dadurch bedingt, beurteilen innerhalb der Automobilindustrie mehr Unternehmen als in anderen Branchen die Digitalisierung als eine Bedrohung.


2. Fragestellung

- Inwiefern verändern sich die Geschäftsmodelle der Automobilindustrie?

- Welche Marktentwicklungen sind für die zentralen Produktangebote zu erwarten?

- Kommt es zu Substitutionseffekten für die heutige Wertschöpfung?

- Wie wirken sich die Trends der Digitalisierung und Fahrzeugautomatisierung (quantitativ) auf Wertschöpfung und Beschäftigungszahlen aus?

- Wir wirken sich die Trends der Digitalisierung und Fahrzeugautomatisierung (qualitativ) auf die Beschäftigung bzw. die Qualifikationsprofile aus?

- Wie ist der Standort Deutschland positioniert? Wie stellt sich die Situation am Standort Deutschland im Hinblick auf Zulieferindustrie und Arbeitsmarkt dar?

- Welche Handlungsempfehlungen für Unternehmensstrategien und Standortpolitik lassen sich ableiten?

- Welche Schritte sind wann notwendig, um für unterschiedliche Zukunftsszenarien ein optimales Umfeld in Bezug auf Arbeitsmarkt und Standortumgebung/Infrastruktur zu schaffen?


3. Untersuchungsmethoden

Als Untersuchungsmethoden werden Experteninterviews, Literaturanalysen sowie quantitative Markt- und Wertschöpfungsmodellierungen angewendet.


4. Darstellung der Ergebnisse

- „Connectivity“ hat für die Automobilindustrie nur ein geringes Beschäftigungspotenzial – dieses liegt wesentlich im Bereich der Hardware.

- Automatisiertes Fahren sorgt für einen positiven Beschäftigungseffekt – vorausgesetzt die deutsche Industrie kann die heute im Bereich AF hohen Markt- und Standortanteile halten.

- Neue Mobilitätsdienstleistungen führen im erwarteten Szenario zu mehr Mobilität, geringeren Mobilitätskosten und einem geringeren Fahrzeugabsatz. Dies ist wesentlich bedingt durch die deutlich höheren Fahrleistungen der „Shuttle-Fahrzeuge“ (Faktor 4-6) im Vergleich zu heutigen Privat-Pkw sowie dem höheren Besetzungsgrad (Faktor 2-3), da ein wesentlicher Teil dieses neuen Verkehrs nicht nur „on demand“, sondern auch durch „Ridesharing“ abgedeckt wird.

- Das „disruptive“ Szenario, dass ab Mitte der 2020er Jahre eintritt, dominiert und relativiert die Effekte aus den Bereichen Connectivity und automatisiertes Fahren. Im „disruptiven“ Szenario wird ein deutlich negativer Beschäftigungssaldo für die Automobilindustrie am Standort Deutschland erwartet.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Wilhelm Bauer
Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
E-Mail: wilhelm.bauer(at)iao.fraunhofer.de

 

Kontakt:

Dr. Marc Schietinger
Hans-Böckler-Stiftung
Forschungsförderung
E-Mail: marc-schietinger(at)boeckler.de

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