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WSI-Mitteilungen

Sommer, Jörg / Wehlau, Diana : Spendable Finanzbranche - Privatisierte Alterssicherung?

Ausgabe 06/2012

WSI-Mitteilungen 6/2012, Seiten 419-426

Zusammenfassung

Der Beitrag analysiert den Einfluss der Finanzbranche in der deutschen Rentenpolitik anhand ihrer Großspenden an Bundestagsparteien. Hierzu stellen wir die Interessenlagen in der Rentenpolitik sowie die Spendenflüsse von Banken, Versicherungen und Kapitalanlagegesellschaften an Bundestagsparteien in den Kontext des rentenpolitischen Paradigmenwechsels. Dieser wurde in der letzten Dekade sukzessive vollzogen und zeichnet sich durch die Reduzierung des Leistungsniveaus der staatlichen Rente und die finanzielle Förderung von privaten und betrieblichen Vorsorgeformen („Riester-Rente“) aus. Die Folge ist eine deutliche Gewichtsverlagerung zwischen den drei „Säulen“ der Alterssicherung zugunsten kapitalmarktbasierter privater Vorsorgeformen. Von diesen Entwicklungen profitiert die Finanzbranche als Anbieter privater Altersvorsorgeprodukte in erheblichem Maße. Vor dem Hintergrund der empirischen Befunde wird abschließend erörtert, ob der Privatisierungstrend in der Rentenpolitik auch angesichts drohender Altersarmut Bestand hat oder ob sich ein erneuter rentenpolitischer Kurswechsel abzeichnet.

Abstract

This paper analyses the influence of the financial sector on German pension policies according to their large donations to parliamentary parties. The financial influence of banks, insurance companies and institutional investors on parties in the German parliament is linked to the paradigm shift in pension policies which have been gradually introduced in the past decade. This redirection is characterized by the reduction of public pension benefits on the one hand and the financial support for private and occupational pension schemes (especially the so-called ‘Riester-Rente’) on the other. The financial industry is the key beneficiary of this trend towards the privatisation of public pensions. Finally, against the background of the empirical data we discuss the perspectives of privatisation of pensions in the face of the threat of old-age poverty and consider the emergence of a new political turn in old age security policy.

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