Rätselhaftes Fundstück

Vor der Sklaverei auf der Flucht

Im Kampf gegen die Sklaverei entsteht in den USA die „Underground Railraod“, ein System von Helfern, das Menschen aus der Sklaverei in die Freiheit führt. 


Ungebeugt steht Harriet Tubman vor der Kamera des Fotografen. Fast ein Wunder, denn sie hat zahlreiche Torturen überstanden: Sie wird ausgepeitscht, muss schwerste Arbeiten verrichten. Harriet Tubman wird um 1820 als Sklavin im Dorchester County im Bundesstaat Maryland an der Atlantikküste geboren. Sie führt ein Leben in Rechtlosigkeit, erlebt, wie ihre Geschwister weiterverkauft werden. Schon als Teenager wird sie in einem Geschäft schwer verletzt. Als sie sich weigert, einem Aufseher zu helfen, einen Sklaven zu fesseln, der sich ohne Erlaubnis von der Feldarbeit entfernt hat, greift dieser ein zwei Pfund schweres Gewicht von der Ladentheke und wirft nach dem Sklaven, trifft aber Harriet im Gesicht. 

Mit 29 Jahren kann sie fliehen. Sie entkommt mithilfe einer Organisation, die als die „Underground Railroad“ bekannt ist. Das ist ein Netz im Süden und Norden der USA, bestehend aus Weißen, freien Schwarzen und auch Versklavten selbst. Diese Menschen unterstützen flüchtige Sklaven, die aus den Südstaaten gen Norden fliehen. Das Land ist in der Frage der Sklaverei eine gespaltene Nation. Die Gegner des Menschenhandels, die Abolitionisten, werden langsam stärker; es gibt reformerische und gewaltsame Gruppen unter ihnen. Nach ihrer erfolgreichen Flucht will auch die tiefreligiöse Tubman ihren Beitrag im Kampf gegen die Sklaverei leisten. Sie wird eine „Schaffnerin“ der Underground Railroad und hält diese Tätigkeit für einen göttlichen Auftrag. Als „Schaffnerin“ geht sie in den Süden zurück und führt unter Lebensgefahr Hunderte flüchtige Sklaven gen Freiheit. Als Tarnbezeichnung trägt sie folgerichtig den Namen Moses.

Als es 1861 zum Bürgerkrieg kommt, unterstützt Tubman die Truppen der Union als Krankenschwester, später als Kundschafterin im Süden. 1865 endet der Krieg schließlich mit dem Sieg des Nordens, die Sklaverei wird abgeschafft. Harriet Tubman setzt sich fortan für die Rechte der Frauen ein. 1913 stirbt sie im Bundesstaat New York. Ein Jahrhundert später beschließt die US-Regierung unter Barack Obama, die berühmte Afroamerikanerin auf einer neuen 20-Dollar-Note abzudrucken. Zum Missfallen seines Nachfolgers Donald Trump, der dies als „pure politische Korrektheit“ abtut. Bislang ist mit Andrew Jackson der siebte US-Präsident auf der Vorderseite der 20-Dollar-Note abgebildet, ein Sklavenhalter und bekennender „Indianerhasser“. Wahrscheinlich wird es noch Jahre dauern, bis Tubman auf dem Geldschein erscheint.

Rätselfragen

Der wievielte Zusatzartikel zur US-Verfassung schaffte 1865 die Sklaverei auf dem Territorium der Vereinigten Staaten ab?

Welches Meer teilte sich laut Altem Testament auf der von Moses angeführten Flucht der Israeliten aus Ägypten?

Wie hieß der US-Präsident, dessen Wahl 1860 schließlich zum Austritt von sklavenhaltenden Südstaaten aus der Union führte?

Alle richtigen Einsendungen, die bis zum 1. Februar 2020 bei uns eingehen, nehmen an einer Auslosung teil.

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Auflösung der Rätselfragen 5/2019

Sonderzug nach Pankow

Manfred Gerlach

Nikolaikirche

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