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14.12.2017

Positiver Trend verstärkt sich

IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wachstumsprognose wird angehoben

Die deutsche Wirtschaft geht mit Schwung ins neue Jahr. Ein konjunktureller Einbruch ist praktisch ausgeschlossen. Das Risiko, dass Deutschland in den kommenden drei Monaten in eine Rezession gerät, liegt nahe bei null. Das zeigt der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Für den Zeitraum von Dezember 2017 bis Ende Februar 2018 weist das Frühwarninstrument, das die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von lediglich 1,6 Prozent aus. Im November hatte sie bei bereits sehr geringen 4 Prozent gelegen.

Der niedrige Wert und der positive Trend des Konjunkturindikators sind zusätzliche Gründe für das IMK, seine Prognose für das Wirtschaftswachstum noch einmal anzuheben. „Wir halten knapp zweieinhalb Prozent Wachstum in diesem und im kommenden Jahr für möglich“, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, der wissenschaftliche Direktor des IMK. Zugleich sei das Risiko einer konjunkturellen Überhitzung sehr gering und zuletzt trotz steigender Wachstumserwartung gesunken. „Denn jetzt ziehen endlich auch die Investitionen an, das vergrößert die Produktionskapazitäten“, sagt Horn. „Zudem können Engpässe im Inland durch Importe mühelos überwunden werden, weil insbesondere im europäischen Ausland noch hinreichend Spielräume für eine höhere Produktion bestehen.“ Ihre detaillierte Winterprognose legen die Düsseldorfer Konjunkturexperten am 20. Dezember vor.

Den aktuellen Rückgang der Rezessionswahrscheinlichkeit erklärt das IMK vor allem mit positiven Signalen von den Finanzmärkten: So ist die Zinsdifferenz zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen, der sogenannte Corporate Spread wieder geringfügig gesunken. Dieser Trend setzt sich seit mehr als anderthalb Jahren fort. Bei einem geringen Spread finden Unternehmen ein günstiges Finanzierungsumfeld vor. „Außerdem zeigt die geringe Differenz aus unserer Sicht an, dass die Ertragsaussichten der Unternehmen im Mittel sehr gut sind, deshalb können Investoren nur eine geringe Risikoprämie verlangen“, erklärt IMK-Konjunkturexpertin Dr. Sabine Stephan. Das decke sich mit der ebenfalls positiven Entwicklung von Stimmungsindikatoren.

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt dabei die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das Frühwarnsystem signalisiert eine Rezession, wenn die Industrieproduktion in einem Zeitraum von fünf Monaten um mindestens ein Prozent schrumpft.

Der IMK-Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Weitere Informationen:

Zum IMK-Konjunkturindikator

Kontakt:

Dr. Sabine Stephan
IMK

Rainer Jung
Leiter Pressestelle

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