Böckler Impuls Ausgabe 19/2016

Digitalisierung

Der Technik ausgeliefert

Für sechs von zehn Beschäftigten spielt die Digitalisierung an ihrem Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Viele von ihnen klagen über Arbeitsverdichtung, Multitasking, Überwachung, Ohnmachtsgefühle.

Für sechs von zehn Beschäftigten spielt die Digitalisierung an ihrem Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Viele von ihnen klagen über Arbeitsverdichtung, Multitasking, Überwachung, Ohnmachtsgefühle.

 

60 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sagen, dass ihre Arbeit in hohem oder sogar sehr hohem Maße von Digitalisierungsprozessen beeinflusst wird. Das geht aus dem jüngsten Report zum DGB-Index Gute Arbeit 2016 hervor, der auf einer bundesweiten repräsentativen Befragung von knapp 10.000 Arbeitnehmern beruht. Das besondere Augenmerk des DGB-Index Gute Arbeit galt in diesem Jahr dem Einfluss neuer Informationstechnologien auf die Arbeitswelt. Die Datenanalyse zeigt: Beschäftigte, die mit dem Vormarsch digitaler Systeme konfrontiert sind, gibt es in Dienstleistungsbranchen nicht seltener als in der Industrie. In hohem oder sehr hohem Maße von der Digitalisierung Betroffene stehen der digitalen Technik häufig skeptisch gegenüber (siehe Grafik).

Die Digitalisierung bietet Beschäftigten auch Chancen: Immerhin 21 Prozent berichten von einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie 27 Prozent von größeren Entscheidungsspielräumen in ihrer Arbeit.

Die Forscher haben Beschäftigte nicht nur zur Digitalisierung befragt, sondern eine Vielzahl weiterer Indikatoren zum Thema „Gute Arbeit“ erhoben. Betrachtet man die Antworten in Kombination, so zeigt sich: Dort, wo insgesamt gute Arbeitsbedingungen herrschen, wird die Digitalisierung von den Beschäftigten oft weniger kritisch beurteilt. Die Autoren ziehen daraus den Schluss: „Nicht die Technik bewirkt einen Belastungszuwachs oder -abbau, sondern das Wie und Wozu ihres Einsatzes zeitigt negative und positive Wirkungen.“ Wenngleich „derzeit auf eine Art und Weise digitalisiert“ werde, dass „die Gesamtbilanz in den Augen der Beschäftigten negativ ist“.

 

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Quellen

DGB-Index Gute Arbeit, Der Report 2016, November 2016
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