Die Entwicklung der geschlechtsspezifischen Rentenlücke in Deutschland

Forschungsschwerpunkt: Zukunft des Wohlfahrtstaats

Status: laufend

Projektende: 30.04.2016

Projektnummer: 2012-613-4

Projekttitel: Die Entwicklung der geschlechtsspezifischen Rentenlücke in Deutschland

Projektbeschreibung  | 

 

Projektziel:

Im Jahr 2010 beträgt die geschlechtsspezifische Rentenlücke der Neurentner in der gesetzlichen Rentenversicherung 45 Prozent in West- und 22 Prozent in Ostdeutschland. Ziel des Projekts ist ein besseres Verständnis des Zusammenspiels individueller Lebensläufe und institutioneller Rahmenbedingungen sowie den Auswirkungen auf die Entstehung der Rentenlücke im Lebensverlauf und im Kohortenvergleich.

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Die Gründe für Unterschiede in den Rentenhöhen von Männern und Frauen sind vielfältig: Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger als Männer oder arbeiten in Teilzeit oder geringfügiger Beschäftigung. Sie verdienen auch dann weniger als Männer, wenn man für berufliche Stellung oder Arbeitszeit kontrolliert. Auch sind sie überdurchschnittlich oft im Niedriglohnsektor vertreten. Aufgrund der Erwerbszentrierung des deutschen Rentensystems trägt die Gesamtheit der Faktoren im Lebensverlauf kumulativ zu Ungleichheit in den Renten von Männern und Frauen bei. In der Vergangenheit wurden niedrige Renten von Frauen nicht als drängendes sozialpolitisches Problem identifiziert. Aber die Familienbiographien zukünftiger RentnerInnen sind zunehmend instabiler, und die Anzahl brüchiger Erwerbsverläufe steigt. Die Veränderungen fallen in eine Zeit nachhaltiger Reformen des deutschen Rentensystems, die eine Stärkung der eigenständigen Alterssicherung von Frauen erforderlich machen.


2. Fragestellung

Angesichts der Abkehr von der Lebensstandardsicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung und eines generellen Trends zu zunehmend diskontinuierlichen Erwerbsverläufen und fragilen Familienbiographien beantwortet das Projekt die folgenden Forschungsfragen im Vergleich von vier Kohorten: Kriegskohorte (1936-1945), Nachkriegskohorte (1946 bis 1955), Babyboomer (1956-1965) sowie die 68er-Kohorte (1966-1970). 1. Welche Bestimmungsfaktoren beeinflussen im Lebensverlauf die Entstehung der geschlechtsspezifischen Rentenlücke? 2. Verändert sich der Einfluss dieser Determinanten und die Größe der Rentenlücke im Kohortenvergleich? 3. Wie unterscheiden sich die Verteilungswirkungen bereits verabschiedeter Rentenreformen für die vier Analysekohorten? 4. Kann die Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit und die verstärkte private individuelle Altersvorsorge in Zukunft zu einer Schließung der Rentenlücke beitragen und das Risiko steigender Altersarmut kompensieren?


3. Untersuchungsmethoden

Die Entwicklung der geschlechtsspezifischen Rentenlücke und deren Bestimmungsfaktoren werden mit einer für Alterssicherungsanalysen in Deutschland innovativen Datenbasis untersucht. Diese besteht aus Mikrodaten des bevölkerungsrepräsentativen Sozio-ökonomischen Panels und der Versicherungskontenstichprobe, einem administrativen Datensatz des Forschungsdatenzentrums der Deutschen Rentenversicherung Bund, die über ein statistisches Matchingverfahren zusammengeführt werden und dann mit dem LAW-Life Projektionsmodell bis zum individuellen Renteneintritt fortgeschrieben werden, das im Rahmen eines bereits abgeschlossenen Forschungsprojekts entwickelt wurde. Dieses Projektionsmodell wird um ein Haushaltsmodul erweitert, um eine konsistente Fortschreibung von Erwerbs-, Einkommens- und Familienbiographien im Haushaltskontext sicher zu stellen. Außerdem wird ein Modul zur Modellierung des Renteneintritts entwickelt, das die Heraufsetzung der Regelaltersgrenzen adäquat berücksichtigt.


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