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Dr. Jan Behringer, Leiter des Referats Makroökonomie der Einkommensverteilung am IMK in der Hans-Böckler-Stiftung Service aktuell

30 Jahre Forum for Macroeconomics and Macroeconomic Policies (FMM): Ein Raum für alternative makroökonomische Perspektiven

Welche Antworten kann eine pluralistische Makroökonomie auf die Herausforderungen unserer Zeit geben? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer ganz besonderen Konferenz des FMM in Berlin.

[26.10.2026]

Jedes Jahr im Herbst treffen sich Forschende aus aller Welt in Berlin, um bei der Konferenz des Forum for Macroeconomics and Macroeconomic Policies (FMM) über aktuelle makroökonomische Entwicklungen und wirtschaftspolitische Herausforderungen zu diskutieren. Was als kleiner Workshop mit 14 Forschungsbeiträgen und rund 35 Teilnehmenden begann, hat sich in drei Jahrzehnten zu einer international etablierten Konferenz entwickelt.  Heute werden über 140 Forschungsbeiträge präsentiert, und mehr als 350 Personen nehmen teil.

Die Jubiläumskonferenz verbindet den Rückblick auf 30 Jahre FMM mit der Diskussion aktueller Herausforderungen. Unter dem Titel „Shaping Macroeconomics in Times of Global Transformation: 30 Years of FMM“ ging es um die Folgen geopolitischer Konflikte für Handel und Industriepolitik, die Zukunft des internationalen Währungssystems und wirtschaftspolitische Antworten auf die Klimakrise.

Die Gründung des FMM Mitte der 1990er-Jahre fiel in eine Zeit, in der angebotsorientierte Ansätze die wirtschaftswissenschaftliche Debatte dominierten. Staatliche Eingriffe galten vielfach als überholt, während Preisstabilität und Haushaltsdisziplin hohe politische Priorität genossen. Keynesianische und andere kritische Ansätze waren an den Hochschulen und Forschungsinstituten an den Rand gedrängt worden.

Das FMM wollte damals einen Raum schaffen, in dem alternative makroökonomische Perspektiven weiterentwickelt und ihre wirtschaftspolitische Bedeutung diskutiert werden konnten. Dahinter stand die Überzeugung, dass Märkte nicht automatisch für Vollbeschäftigung und wirtschaftliche Stabilität sorgen und staatliche Wirtschaftspolitik eine wichtige Rolle spielt.

Heute ist das FMM ein international etabliertes Forschungsnetzwerk, das organisatorisch am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung angesiedelt ist. Es setzt vor allem auf keynesianische und post-keynesianische Ansätze, ist aber offen für weitere Perspektiven, etwa aus der institutionellen, ökologischen oder feministischen Ökonomie.

Die großen Herausforderungen unserer Zeit verlangen neue Antworten und die Bereitschaft, etablierte Lehrmeinungen zu hinterfragen. Dazu möchte das FMM auch junge Forschende ermutigen: Mit speziellen Sessions auf der Jahreskonferenz sowie regelmäßigen Summer Schools fördert das FMM den wissenschaftlichen Nachwuchs und schafft Raum für neue Perspektiven.

Dr. Jan Behringer ist Experte für die Makroökonomie der Einkommensverteilung am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung.

Weitere Informationen

FMM Conference 2026 (Playlist mit den Videos der drei Tage)

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