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Titelgrafik 8/26mit dem Portrait von Yasmin Fahimi Service aktuell

1. Mai: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“

Am 1. Mai zählt, was gerecht ist: Gute Arbeit hat Vorrang vor Profiten. Beschäftigte halten unser Land am Laufen – sie verdienen Respekt, faire Arbeitsbedingungen und Sicherheit. Rechte sichern, den Acht-Studen-Tag verteidigen, faire Arbeit gestalten und den Sozialstaat stärken – warum wir jetzt solidarisch und entschlossen handeln müssen, schreibt Yasmin Fahimi.

[27.04.2026]

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der 1. Mai ist unser Tag! Ein Tag, an dem wir sichtbar machen, was uns bewegt, was uns antreibt und wofür wir kämpfen. Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ gehen wir am 1. Mai 2026 auf die Straße, um klarzumachen: Gute Arbeit und sichere Arbeitsplätze müssen Vorrang haben.

Unsere Botschaft ist eindeutig: Die Beschäftigten sind nicht das Problem – sie sind die Lösung. Sie halten dieses Land am Laufen, sie sichern unseren Wohlstand. Und sie haben ein Recht auf Respekt, Sicherheit und faire Bedingungen. Gerade in einer Zeit, in der tausende Arbeitsplätze verloren gehen, Standorte infrage gestellt werden und die Verunsicherung wächst, kommt es darauf an, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Doch statt Verantwortung zu übernehmen, erleben wir Angriffe auf Arbeitnehmerrechte und den Sozialstaat. Der Acht-Stunden-Tag wird infrage gestellt, soziale Sicherheiten werden schlechtgeredet, Beschäftigte werden als zu teuer oder zu wenig leistungsbereit dargestellt. Wir sagen klar: Das lassen wir nicht zu. Der Acht-Stunden-Tag ist eine hart erkämpfte Errungenschaft und bleibt. Der Sozialstaat ist kein Luxus, sondern das Fundament unserer Demokratie und wirtschaftlichen Stärke.

Wir erwarten von Unternehmen, dass sie sich zu ihren Standorten bekennen, investieren und Arbeitsplätze sichern – statt kurzfristige Gewinne über alles zu stellen. Öffentliche Förderung darf es nur geben, wenn sie an klare Bedingungen geknüpft ist: Gute Arbeit, Tarifbindung und Zukunftsinvestitionen.

Gleichzeitig muss die Politik endlich die richtigen Weichen stellen: für mehr Investitionen, für bezahlbares Wohnen und für eine gerechte Steuerpolitik, die kleine und mittlere Einkommen entlastet und große Vermögen stärker in die Verantwortung nimmt. Denn eines ist klar: Gute Arbeit braucht ein bezahlbares Leben.

Wir haben noch viel vor uns. Aber wir stehen zusammen – solidarisch, entschlossen und mit klarem Kompass. Gemeinsam kämpfen wir für sichere Arbeitsplätze, faire Arbeitsbedingungen, einen starken Sozialstaat und eine gerechte Zukunft.

Yasmin Fahimi ist die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes und die Vorsitzende des Vorstands der Hans-Böckler-Stiftung.

Weitere Informationen

Bericht im Magazin Mitbestimmung zur DGB-Rentenkommission

Tag der Arbeit 2026: Heraus zum 1. Mai!

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