Böckler Impuls Ausgabe 19/2018

Alterssicherung

Wo die Rente knapp wird

Niedrige Rentenansprüche können zu Altersarmut führen. Eine aktuelle Studie zeigt, welche Personengruppen besonders betroffen sind.

Wo die Rente knapp wird

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Wenn auch langjährig Versicherte nach Erreichen der Altersgrenze mit beinahe leeren Händen dastehen, gerät das Rentensystem in eine Legitimationskrise. Viele fragen sich dann: Warum habe ich jahrzehntelang Beiträge gezahlt, wenn meine Rente am Ende kaum über der Grundsicherung liegt? Welche Gruppen besonders häufig Niedrigrenten beziehen, obwohl sie lange Versicherungszeiten aufweisen, haben Martin Brussig und Lina Zink vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen mithilfe von Datensätzen der Rentenversicherung und der Arbeitsagentur analysiert. Genauer: Wer von den zwischen 1940 und 1947 Geborenen nach wenigstens 30 Versicherungsjahren – die auch beitragsfreie oder beitragsgeminderte Zeiten enthalten können – eine Rente bekommt, die nicht wenigstens zehn Prozent über dem Existenzminimum liegt. Das ist bei jedem Fünften der langjährig Versicherten der Fall. 90 Prozent davon sind Frauen. Anhand von Erwerbs- beziehungsweise Lebensverläufen haben Brussig und Zink außerdem ermittelt, welche Gruppen sich besonders häufig mit Niedrigrenten zufriedengeben müssen. Wobei geringe gesetzliche Renten allerdings nicht automatisch Altersarmut bedeuten: Wenn der Partner besser verdient hat, Ansprüche aus anderen Versorgungswerken bestehen oder Vermögen vorhanden ist, können auch Menschen mit kleiner Rente jenseits der Erwerbstätigkeit ihren Lebensstandard halten.

Das Risiko, im Alter mit einer Niedrigrente dazustehen, ließe sich nach Auffassung der IAQ-Forscher deutlich verringern. Ein stärkerer sozialer Ausgleich in der Rentenversicherung und Maßnahmen, die eine stabile vollzeitnahe Beschäftigung bei guter Bezahlung ermöglichen, würden den Betroffenen helfen. Und nicht nur ihnen: Auch der demografische Wandel wäre leichter zu bewältigen, wenn Teilzeitbeschäftigte ihre Arbeitszeit ausweiten könnten und der Niedriglohnsektor eingedämmt würde.

Wenn auch langjährig Versicherte nach Erreichen der Altersgrenze mit beinahe leeren Händen dastehen, gerät das Rentensystem in eine Legitimationskrise. Viele fragen sich dann: Warum habe ich jahrzehntelang Beiträge gezahlt, wenn meine Rente am Ende kaum über der Grundsicherung liegt? Welche Gruppen besonders häufig Niedrigrenten beziehen, obwohl sie lange Versicherungszeiten aufweisen, haben Martin Brussig und Lina Zink vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen mithilfe von Datensätzen der Rentenversicherung und der Arbeitsagentur analysiert. Genauer: Wer von den zwischen 1940 und 1947 Geborenen nach wenigstens 30 Versicherungsjahren – die auch beitragsfreie oder beitragsgeminderte Zeiten enthalten können – eine Rente bekommt, die nicht wenigstens zehn Prozent über dem Existenzminimum liegt. Das ist bei jedem Fünften der langjährig Versicherten der Fall. 90 Prozent davon sind Frauen. Anhand von Erwerbs- beziehungsweise Lebensverläufen haben Brussig und Zink außerdem ermittelt, welche Gruppen sich besonders häufig mit Niedrigrenten zufriedengeben müssen. Wobei geringe gesetzliche Renten allerdings nicht automatisch Altersarmut bedeuten: Wenn der Partner besser verdient hat, Ansprüche aus anderen Versorgungswerken bestehen oder Vermögen vorhanden ist, können auch Menschen mit kleiner Rente jenseits der Erwerbstätigkeit ihren Lebensstandard halten.

Das Risiko, im Alter mit einer Niedrigrente dazustehen, ließe sich nach Auffassung der IAQ-Forscher deutlich verringern. Ein stärkerer sozialer Ausgleich in der Rentenversicherung und Maßnahmen, die eine stabile vollzeitnahe Beschäftigung bei guter Bezahlung ermöglichen, würden den Betroffenen helfen. Und nicht nur ihnen: Auch der demografische Wandel wäre leichter zu bewältigen, wenn Teilzeitbeschäftigte ihre Arbeitszeit ausweiten könnten und der Niedriglohnsektor eingedämmt würde. 

Quelle

Martin Brussig, Lina Zink: Erwerbsverlaufsmuster von Frauen und Männern mit Niedrigrenten (pdf), Altersübergangsreport 2/2018, November 2018
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