Arbeitswelt: Viele halten nicht durch
Vier von zehn Beschäftigten glauben, dass sie es nicht ohne Einschränkungen bis zum Renteneintritt schaffen werden. Betriebe müssen mehr für Prävention und Gesundheitsförderung tun.
Die Bundesregierung plant, das Renteneintrittsalter anzuheben. Dabei scheiden bereits jetzt viele Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen vor Erreichen der Altersgrenze aus dem Erwerbsleben aus. Laut dem DGB-Index Gute Arbeit können sich 40 Prozent der Beschäftigten nicht vorstellen, unter den aktuellen Bedingungen bis zum Rentenalter durchzuhalten. Für die Studie wurden von 2022 bis 2026 knapp 28 000 Personen befragt. Besonders schlecht schätzen die Beschäftigten ihre künftige Arbeitsfähigkeit in den Bereichen Sanitär, Heizung und Klempnerei, Pflege, Bau sowie Erziehung ein. Die größten Belastungsfaktoren:
- Von den Beschäftigten, die sehr häufig körperlich schwere Arbeit verrichten, gehen 72 Prozent davon aus, nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten zu können.
- 61 Prozent der Beschäftigten, die bei der Arbeit sehr häufig Lärm ausgesetzt sind, glauben, dass sie nicht durchhalten werden.
- Sehr häufig unter Zeitdruck stehende Beschäftigte rechnen zu 59 Prozent mit einem vorzeitigen Ausscheiden.
- Wenn Beschäftigte keinen Spielraum bei der Planung und Einteilung der eigenen Arbeit haben, gehen 55 Prozent davon aus, es nicht bis zur Rente zu schaffen.
- Je länger die Wochenarbeitszeit ist, desto größer wird der Anteil derjenigen, die mit einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Erwerbsleben rechnen. Bei einer Wochenarbeitszeit von mehr als 48 Stunden sind es 47 Prozent.
- Beschäftigte in Betrieben ohne betriebliche Gesundheitsförderung gehen zu 46 Prozent davon aus, nicht dauerhaft leistungsfähig zu sein.
„Die Befunde unterstreichen die Konsequenzen körperlicher und psychischer Belastungen für die Gesundheit und die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten“, heißt es in der Analyse. Gute Arbeitsbedingungen seien die Voraussetzung dafür, dass Menschen gesund bis zum Rentenalter arbeiten können. Mit Prävention und Gesundheitsförderung hätten Betriebe und Dienststellen entscheidende Instrumente zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit ihrer Beschäftigten in der Hand.
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DGB-Index Gute Arbeit: Durchhalten bis zur Rente? Eine Frage der Arbeitsbedingungen, Juni 2026