LABOR.A® 2026: Vom Menschen her denken
Bei der LABOR.A® 2026 geht es zum neunten Mal um die Frage, wie die Zukunft der Arbeit fair gestaltet wird.
Zukunftsvorstellungen von Arbeit verändern sich derzeit rasant. Algorithmen steuern Schichtpläne, KI-Systeme übernehmen Diagnose- und Bewertungsaufgaben und Plattformkonzerne reorganisieren ganze Branchen. All das geschieht in Abhängigkeit von weitgehend unregulierten und zunehmend unzuverlässigen Techkonzernen, die weder Mitbestimmungs- noch andere Standards erfüllen, um den Einsatz der Technik zum Wohle der Gesellschaft auch nur anzustreben, so Lisa Basten, die Leiterin des LABOR.A®-Programmteams.
Mit dem Motto HUMAN will die Konferenz einen Raum eröffnen, um den Menschen als normatives Zentrum zukünftiger Arbeitswelten konsequent als Ausgangspunkt zu setzen.
„HUMAN ist für uns weder Gegenmodell zur Digitalisierung noch nostalgischer Appell – sondern eine programmatische Entscheidung: Wir wollen Debatten über Transformation konsequent von den Menschen her denken, die von ihr betroffen sind – und nicht von den Systemen, die sie vorantreiben“, so Basten.
Diese Perspektive strukturiert das Programm der Konferenz. Und das bietet noch weit mehr als Debatten um KI und digitale Zukunft. Auf der LABOR.A am 15. September 2026 diskutieren viele Organisationen den zunehmenden Druck rechtsextremer Akteure – auf Gewerkschaften, in Betrieben, auf die Wissenschaft. Andere Sessions geben konkrete Einblicke in Branchen: Pflegekräfte aus der Türkei, Brasilien und Mexiko schließen eine Versorgungslücke, die das System selbst produziert. Plattformbeschäftigte bei Lieferdiensten erleben unmittelbar, wie die dort vorherrschenden Geschäftsmodelle von strategischer Vereinzelung und menschenfeindlichen Arbeitsbedingungen profitieren. Seeleute agieren heute zwischen Militarisierung globaler Seewege, Migrationsregimen und entgrenzten Arbeitsbedingungen. In all diesen Fällen stellt die Konferenz dieselbe Frage: Was bedeutet das konkret für die betroffenen Menschen – und welche strukturellen Hebel stehen zur Verfügung?
Auch betriebsinterne Dynamiken werden aus dieser Perspektive beleuchtet: unter welchen Bedingungen Arbeitszeiten als menschengerecht gelten können und wie Mitbestimmung dabei als Regulierungsinstrument wirkt; wie Unternehmen auf antidemokratische Tendenzen im Betrieb reagieren können; oder wie sich der Gender Pay Gap nicht nur benennen, sondern rechtssicher nachweisen lässt.
Es ist diese Mischung der Expertisen, die die LABOR.A® zu so einem starken Ort für das gemeinsame Arbeiten an Zukunftsbildern macht. Nicola Voß begleitet die Partnerorganisationen in der gemeinsamen Arbeit. Sie betont: „Die LABOR.A® lebt davon, dass hier Menschen zusammenkommen, die aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Debatten um Arbeit der Zukunft schauen. Dieses Netzwerk ist kein Begleitprogramm, sondern der eigentliche Motor der Konferenz.“
LABOR.A® 2026 – HUMAN
Die Hans-Böckler-Stiftung richtet die LABOR.A® am 15. September 2026 zum neunten Mal aus. Als hybride Konferenz: live im Berliner Cafe Moskau sowie online. Die Plätze vor Ort können schnell ausgebucht sein. Eine kostenlose Anmeldung zur Teilnahme in Berlin oder online ist möglich unter: www.labora.digital
Das Programm der LABOR.A® – Die Konferenz zur Arbeit der Zukunft: www.labora.digital/programm