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Systemrelevant 308 Kohlrausch Service aktuell

Systemrelevant Podcast: Warum dein Job entscheidet, wie stabil unsere Demokratie bleibt

Seit 1946 verbindet das WSI seine Forschung mit den Interessen von Beschäftigten. Was im Betrieb passiert, prägt unsere Demokratie. Bettina Kohlrausch erklärt, warum Gute Arbeit in Zeiten von KI, Fachkräftemangel und Stellenabbau wichtiger denn je ist.

[06.08.2026]

Was hat der Arbeitsplatz mit der Zukunft der Demokratie zu tun? Mehr, als viele vermuten. Denn wer im Betrieb gehört wird, mitentscheiden kann und Einfluss auf Veränderungen hat, erlebt demokratische Teilhabe.

Seit 80 Jahren untersucht das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI), wie Arbeit, Macht und Mitbestimmung zusammenhängen. Gegründet wurde es 1946 in einer Zeit, in der Deutschlands demokratische sowie wirtschaftliche Ordnung neugestaltet wurde. Hans Böckler und Viktor Agartz legten damals den Grundstein für das heutige WSI. Ihre Idee war klar: Gewerkschaften brauchen eine wissenschaftliche Basis, um ihre wirtschafts- und gesellschaftspolitische Handlungsfähigkeit zu stärken.

Das Institut richtet seine Forschung an bestimmte gesellschaftliche Gruppen – eine arbeitnehmer*innenorientierte Wissenschaft. Das WSI hat hohe Standards an ihre Daten und richtet ihre „Taschenlampe“ bewusst in jene Bereiche, die andere Institute weniger beleuchten.

Das ist heute besonders relevant, denn die Demokratie steht erneut unter Druck – auch durch den Aufstieg der extremen Rechten. Das WSI erforscht deshalb u.a., wie Erfahrungen in der Arbeitswelt politische Einstellungen beeinflussen. „Die demokratische Teilhabe im Erwerbskontext hängt eng mit dem Verhältnis generell zur Demokratie zusammen“, so Kohlrausch.

Gleichzeitig verändern u.a. Künstliche Intelligenz, Fachkräftemangel, Massenentlassungen und demografischer Wandel die Arbeitswelt. Damit der Wandel sozial gelingt, braucht es Qualifizierung, verlässliche Daten und echte Beteiligung. Beschäftigte dürfen den Veränderungen nicht nur ausgesetzt sein. Sie müssen sie mitgestalten können.

Wissenschaft kann dazu einen entscheidenden Beitrag leisten, indem sie Lebensrealitäten sichtbar macht, Machtverhältnisse analysiert und öffentliche Debatten mit Fakten untermauert.

Warum Wirtschaftsdemokratie gerade jetzt wieder an Bedeutung gewinnt, hört ihr im weiteren Verlauf der Folge.

[Moderation: Marco Herack]

Alle Informationen zum Podcast

In Systemrelevant analysieren führende Wissenschaftler:innen der Hans-Böckler-Stiftung gemeinsam mit Moderator Marco Herack, was Politik und Wirtschaft bewegt: makroökonomische Zusammenhänge, ökologische und soziale Herausforderungen und die Bedingungen einer gerechten und mitbestimmten Arbeitswelt – klar verständlich und immer am Puls der politischen Debatten.

Alle Folgen in der Übersicht

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