Interview mit Alexander Bercht: "Gewerkschaften sollten sich um eine Verbreiterung des Diskurses bemühen"
Im Interview erklärt Alexander Bercht (IGBCE), worauf es in den aktuellen Krisenzeiten ankommt, wie eine moderne Sozialpartnerschaft aussieht und warum Gewerkschaften nicht zum ADAC der Arbeiterbewegung werden dürfen.
Alexander Bercht, im geschäftsführenden Hauptvorstand der IGBCE sind Sie für lauter zentrale Zukunftsthemen zuständig. In Zeiten dramatischer internationaler Krisen dürfte allein die Wirtschaftspolitik enorm viel Zeit und Aufmerksamkeit brauchen. Was sind aktuell die wichtigsten Herausforderungen?
Alexander Bercht: Wir haben eine strukturelle Krise, gerade in der Industrie, die aber von der Politik nicht strukturell beantwortet wird. Stattdessen wird über den Sozialstaat debattiert, der aber mit dieser Krise gar nichts zu tun hat. Es ist deshalb eine zentrale Aufgabe, den Fokus auf das zu lenken, worum es eigentlich geht. Handelspolitisch funktioniert das traditionelle Modell von Deutschland als Exportland nicht mehr so wie früher. Wir haben nach wie vor kein wettbewerbsfähiges Energiepreisniveau. Und wir sehen, dass sich ein Teil der wirtschaftlichen Eliten gedanklich ein bisschen aus Europa verabschiedet. Dagegen zu halten, ist eine ganz wichtige Aufgabe für uns als Gewerkschaft.
Bevor wir das weiter vertiefen: Sie sind auch Mitglied im Vorstand der Hans-Böckler-Stiftung. Wo liegen da die wichtigsten thematischen Schnittmengen für Ihre Arbeit?
Alexander Bercht: Ich leite bei der Hans-Böckler- Stiftung ja die Vorstandskommission Mitbestimmung. Und das ist ein Feld, das mich natürlich auch in meiner gewerkschaftlichen Arbeit sehr beschäftigt. Bei der Unternehmensmitbestimmung sehe ich derzeit eine große Herausforderung darin, dass wir zwar sehr viel Wissen auf den Arbeitnehmerbänken haben – gerade auch was die aktuellen Veränderungen angeht. Aber wir sind noch nicht wirklich gut darin, dieses Wissen zu bündeln und daraus eine gewerkschaftspolitische Strategie zu machen. Auf der Seite der Unternehmen und Anteilseigner findet deutlich mehr Koordination statt, da gibt es unternehmensübergreifend kohärentere Strategien.
Stehen dem nicht die Verschwiegenheitspflichten des Aufsichtsrats entgegen?
Alexander Bercht: Klar, es gibt diesen rechtlichen Rahmen. Aber unterhalb dessen sieht man, dass auf der Seite der Unternehmen und der Anteilseigner eigentlich überall ähnliche Strategien gefahren werden. Zum Beispiel, dass man den Mittelbau schrumpft, weil man ihm das Problem der Bürokratisierung in den Unternehmen zuschreibt. Dass man zentrale Dienstleistungen verlagern will. Ich will nicht sagen, dass das eine explizite Koordination ist. Aber man erkennt ein Muster. Und wir beantworten das immer noch sehr unternehmensspezifisch, ohne eine einheitliche Strategie zu formulieren. Um das zu ändern, müssen wir so etwas wie ein mitbestimmungspolitisches Wissensmanagement organisieren. Es muss darum gehen, das vorhandene Wissen zu bündeln, zu analysieren und den unternehmensübergreifenden Austausch darüber zu fördern – um damit unsere Kolleg*innen zu unterstützen.
Um von einer reaktiven Mitbestimmung stärker zu einer strategischen zu kommen?
Alexander Bercht: Ja. Ich glaube, dass das wichtiger wird. Sowohl in der betrieblichen Mitbestimmung als auch im Aufsichtsrat stellen ja die Beschäftigten die Kontinuität dar, während auf der anderen Seite viel Wechsel ist. Deshalb stellt sich immer auch die Frage, wie viele im Management sich gedanklich schon nach Asien oder in andere Regionen der Welt verabschiedet haben – und wie sehr sie sich wirklich noch um die deutschen und um die europäischen Standorte bemühen. Das ist auf der Seite der Beschäftigten ganz anders.
In der Transformation betreiben Unternehmen einigen Aufwand, um ein „Change Management“ aufzubauen, um Kommunikationskanäle und Vertrauensbeziehungen zur Belegschaft zu schaffen. Dabei hätten sie mit der Mitbestimmung eigentlich schon geeignete Strukturen.
Durch vielfältige Forschung, nicht zuletzt vom Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung, ist belegt, dass Unternehmen mit Mitbestimmung im Aufsichtsrat bessere Arbeitsbedingungen bieten, gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreicher sind und besser durch Umbruchsituationen kommen. Befürchten Sie, dass das ins Kippen kommen könnte, weil Mitbestimmung geschwächt wird?
Alexander Bercht: Die Mitbestimmung wird zwar in Sonntagsreden immer noch hochgehalten. Gleichzeitig aber wird versucht, sie da zu verhindern, wo man sie noch nicht hat. Wir erleben, dass selbst Unternehmen mit einer historisch starken Mitbestimmungskultur in neuen oder zugekauften Unternehmensteilen rabiat dagegen kämpfen. Das zeigt: Nicht selten fehlt die innere Überzeugung. Was paradox ist: In der Transformation betreiben Unternehmen einigen Aufwand, um ein „Change Management“ aufzubauen, um Kommunikationskanäle und Vertrauensbeziehungen zur Belegschaft zu schaffen. Dabei hätten sie mit der Mitbestimmung eigentlich schon geeignete Strukturen. Dieser Schatz wird von den Unternehmen systematisch unterschätzt. Und vielfach sogar in Frage gestellt.
Wie kommt das?
Alexander Bercht: Einen Grund sehe ich in der zunehmenden Internationalisierung des Managements. Wir haben es mit immer mehr Leuten zu tun, die die Mitbestimmungskultur aus ihren Heimatländern nicht kennen. Ein anderer Grund liegt im Generationswechsel: Führungskräfte, die den Wert von Mitbestimmung und von Sozialpartnerschaft erlebt haben, haben von dieser Erfahrung zu wenig an die nachfolgende Generation weitergegeben. Und nicht zuletzt führt die Europäisierung des Rechts dazu, dass das deutsche Modell der Unternehmensmitbestimmung unter Druck gerät. So lässt sich bekanntlich die Rechtsform der Europäischen Aktiengesellschaft (SE) dazu nutzen, einen mitbestimmten Aufsichtsrat zu verhindern. Natürlich ist es richtig, rechtliche Konvergenz in Europa zu schaffen. Aber wir müssen aufpassen, dass das keine Konvergenz nach unten wird, sondern zumindest unser Standard erhalten bleibt.
Keine leichte Aufgabe. Wie kriegt man das hin?
Alexander Bercht: Die Gewerkschaften sollten sich nicht auf rechtliches Lobbying beschränken, sondern sich um eine Verbreiterung des Diskurses
bemühen. Bevor wir versuchen, die Politik in anderen Ländern zu überzeugen, könnten wir uns erst mal das Verhalten deutscher Unternehmen im Ausland anschauen. Stellt ein Unternehmen sich kulturell und mitbestimmungspolitisch in Asien oder den USA eigentlich genauso auf wie hierzulande? Und wie verhalten sich dort die Gewerkschaften? Wir sollten nicht nur darauf dringen, dass sich die Kultur in Unternehmen international homogenisiert, sondern auch unseren Partnerorganisationen in diesen Ländern den Wert von sozialem Dialog und von Sozialpartnerschaft vermitteln.
Auf dem IGBCE-Kongress im Oktober 2025 haben Sie über die wirtschaftliche Lage gesagt: „Die Risiken für Rückschritt sind offensichtlich, aber auchdas Potenzial für Fortschritt ist da.“ Angesichts von Produktionsrückgängen in der deutschen Industrie klang das schon damals erstaunlich optimistisch. Seitdem hat der Iran-Krieg die Energiepreise nochmal nach oben getrieben und von Seiten der Arbeitgeber hagelt es Deregulierungs- Forderungen. Wo sind in solchen Zeiten noch Fortschritte möglich?
Alexander Bercht: Nehmen wir die chemische Industrie. Vor dem Hintergrund der globalen Herausforderungen wäre es an der Zeit, alle Register zu ziehen, um die Kreislaufwirtschaft zu boosten. Das würde uns international resilienter aufstellen und wäre zugleich für viele Industrien sowohl ein Zukunfts- als auch ein Sicherheitsversprechen. Denn es würde ja nur Sinn machen, wenn man das hier in Deutschland aufbaut. Ähnlich sieht es bei der Frage der internationalen Arbeitsteilung aus. Wir merken jetzt, dass es hochgefährlich war, viele Grundstoffindustrien aus Europa wegzuverlagern, und dass wir wahrscheinlich in manchen industriepolitischen Fragen eine 180-Grad-Wende brauchen. Wenn die EU das für sich erkennt – und ich glaube, der Gedanke setzt sich langsam durch –, dann haben wir auch die Chance auf eine weiterhin hohe industrielle Wertschöpfung. In manchen Bereichen vielleicht sogar auf eine Reindustrialisierung.
Wo müsste Politik hier sinnvollerweise ansetzen? Sehr schnell ist da ja von Protektionismus die Rede.
Alexander Bercht: Ich glaube, wir brauchen ein entspannteres Verhältnis dazu, unsere eigenen wirtschaftlichen Interessen stärker durchzusetzen.
Die Local-Content-Regeln, mit denen die EU-Kommission für bestimmte Produkte „Made in Europe“ vorschreiben will, gehen in die richtige Richtung. Im Kern geht es um Rahmenbedingungen, damit mehr im Inland produziert wird. Das kann man mit Leitmärkten machen, mit Zöllen oder mit Subventionen. Europa wird vielleicht noch andere Instrumentarien finden. Entscheidend ist, dass sich das Mindset verändert: Was ist unser Ziel? Was wollen wir im Land haben, damit wir hier sicher leben können?
Diskutiert wird in Deutschland aber vor allem über den Sozialstaat – über das vermeintlich zu bürokratische Arbeitszeitgesetz, über die Kosten des
Gesundheitssystems, über die Alterssicherung. Zumindest in Teilen der Bundesregierung scheint noch das alte Paradigma hochgehalten zu werden, dass Wettbewerbsfähigkeit durch Eingriffe in den Sozialstaat hergestellt werden könne. Für wie relevant halten Sie das?
Alexander Bercht: Natürlich müssen wir die Frage klären, wie wir unser Gesundheitssystem und unser Rentensystem finanzieren wollen. Diese Diskussion möchte ich gar nicht wegdrücken. Der Fehler ist, das mit den Herausforderungen durch die neue Weltlage zu verquicken. Das ist intellektuell unredlich und wirkt so, als würden manche noch in einer Welt von vor 30 Jahren leben. Wir konkurrieren mit staatlich hochsubventionierten Unternehmen in China, sind konfrontiert mit den sehr hohen Zollbarrieren der USA. Gegen diesen unfairen Wettbewerb hilft es nicht, das alte Lied der Wettbewerbsfähigkeit zu singen und sich irgendwie optimieren zu wollen. Man muss sich selbst robuster aufstellen. Zu behaupten, wir könnten am deutschen Exportmodell der totalen Offenheit festhalten, wäre weltfremd. Die gegenteilige Annahme, dass wir uns von diesem Modell komplett verabschieden müssen, ist aber genauso naiv. Diskutiert werden muss vielmehr, wie wir klug in dem großen Graubereich navigieren, der sich zwischen diesen beiden Polen auftut.
Wir haben es heute mit immer mehr Unternehmen zu tun, die keine große gewerkschaftliche Tradition haben. Da funktioniert die gewerkschaftspolitische Sozialisation nicht mehr so wie früher. Die politische und gesellschaftliche Prägung in unserer Bildungsarbeit ist darum unerlässlich.
Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine vor vier Jahren waren die hohen Energiekosten eine Achillesferse der deutschen Industrie. Geht es bei der Energiepolitik mit dem Industriestrompreis jetzt in die richtige Richtung?
Alexander Bercht: Die Richtung stimmt. Man kann aber ein Fragezeichen dranmachen, ob wir schon ausreichend weit gehen. Wir werden nie Energiepreise
haben, die so niedrig sind wie in den USA. Aber wir müssen sie zumindest so weit gesenkt bekommen, dass wir den Rest über die Produktqualität und optimierte Prozesse zumindest ungefähr ausgleichen können. Es gibt aber auch noch ein anderes großes Problem, das von der Politik nicht gesehen wird: Für die zukünftigen ökologischeren Geschäftsmodelle der Industrie sind Investitionen nötig, die sich in den nächsten zehn bis 15 Jahren erst einmal nicht rentieren werden, weil es für die Technologien noch keinen Markt gibt. Um diese Zeit zu überbrücken, sind mehr staatliche Investitionen nötig, über den Netzausbau hinaus. Wir brauchen Finanzierungsmodelle für die Investitionen von Unternehmen, aber bis zu einem Grad auch für die laufenden Kosten. Sonst werden einige Geschäftsmodelle auf der Strecke bleiben. Wer sagt, dass sich diese Transformationen rein marktgetrieben machen lassen, folgt einer Lebenslüge.
Wie könnten solche Modelle aussehen, damit das Geld nicht bedingungslos fließt?
Alexander Bercht: Wir haben das ja schon in den Klimaschutzverträgen, den „Carbon Contracts for Difference“. Damit werden Investitionen in klimaneutrale Technologien mit staatlichen Geldern unterstützt, um höhere Kosten gegenüber herkömmlichen Technologien auszugleichen. Wir haben das nur noch nicht in der Konsequenz und dem Ausmaß, wie das eigentlich notwendig wäre. Es gibt in diesen Verträgen sehr präzise Anforderungen in Sachen Klimaschutz und Transformation. Das Soziale kommt dagegen zu kurz. Es müssen deshalb ähnlich klare Anforderungen auch bezüglich Arbeitsplatzsicherheit, Tarifbindung und Mitbestimmung aufgenommen werden. Sonst ist es sehr schwer zu rechtfertigen, warum man mit öffentlichem Geld in private Firmen investieren sollte.
Sie haben beim IGBCE-Kongress auch gesagt: „Arbeitskämpfe nehmen zu, dafür müssen wir uns wetterfest machen“. Die Tarifrunde 2026 in der chemisch-pharmazeutischen Industrie war schwierig, aber der Abschluss wurde ohne Arbeitskampf erreicht. Funktioniert Sozialpartnerschaft noch?
Alexander Bercht: Das Modell trägt noch, wird aber brüchiger. Bei der IGBCE liegen die letzten Arbeitskämpfe um Flächentarifverträge Jahrzehnte zurück. Aber bei den Haustarifverträgen nehmen sie deutlich zu. Da merkt man, dass sich die Situation von Jahr zu Jahr verschärft. Es gibt allerdings auch einige kluge und reflektierte Arbeitgebervertreter*innen, die diese Gefahr erkennen. Und die die Frage umtreibt, was man gemeinsam dagegen tun kann. Jenseits von Konfliktfähigkeit ist es wichtig, mit eigenen konkreten Ideen vorlegen zu können.
Die Hans-Böckler-Stiftung unterstützt deshalb mit der Förderlinie Transformation betriebliche und regionale Transformationsinitiativen. Was bringen solche Projekte?
Alexander Bercht: Sozialpartnerschaft funktioniert nicht aus einer Position der Schwäche heraus. Das gilt sowohl für den Organisationsgrad als auch für
die Fähigkeit, eigene Konzeptionen vorlegen zu können. Um als Gegenüber respektiert zu werden und auf Augenhöhe mit der Arbeitgeberseite agieren zu können, müssen wir als Gewerkschaften zeigen: Wir sind in der Lage, die Arbeitswelt und die industrielle Transformation mit unseren Instrumenten zu gestalten. Dafür sind solche Initiativen entscheidend. Sie helfen nicht nur den Unternehmen in der Sache, sondern zahlen auch auf eine moderne Sozialpartnerschaft ein.
Die IGBCE stellt gerade ihre gewerkschaftliche Bildungsarbeit neu auf. Warum?
Alexander Bercht: Ein wesentlicher Grund: Die in der IGBCE organisierten Betriebsräte stehen vor einem dramatischen Generationenwechsel angesichts der Demografie. Deswegen werden jüngere Menschen viel schneller als in der Vergangenheit mit höherer Verantwortung konfrontiert sein. Gleichzeitig steigen die Anforderungen massiv. Es geht nicht mehr nur darum, sich im Mitbestimmungsrechtauszukennen. Es geht auch darum, die Auseinandersetzung um die Zukunft der Unternehmen führen zu können und in Fragen der Transformation ein kompetentes Gegenüber zu sein. Deshalb haben wir das eng verknüpft mit einem gewerkschaftlichen Talentmanagement, um die besten Leute für diese Aufgaben zu finden und sie kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Welche Rolle spielt politische Bildung dabei?
Alexander Bercht: Eine zentrale. Wir haben es heute mit immer mehr Unternehmen zu tun, die keine große gewerkschaftliche Tradition haben. Da funktioniert die gewerkschaftspolitische Sozialisation nicht mehr so wie früher. Die politische und gesellschaftliche Prägung in unserer Bildungsarbeit ist darum unerlässlich. Sonst werden wir als Gewerkschaften irgendwann so etwas wie der ADAC der Arbeiterbewegung. Es geht eben nicht
nur um die Umsetzung bestimmter rechtlicher Normen, sondern auch darum, unser Werteverständnis in die Arbeitswelt zu bringen. Die Weiterentwicklung
der Arbeitswelt ist ohne einen gewerkschaftspolitischen Kompass gar nicht möglich. Eine Mitbestimmung, die ohne Werte erfolgt, wird sich immer in der Verwaltung des Status Quo erschöpfen.
Für junge Leute kamen aus den Unternehmen zuletzt eher schlechte Nachrichten: In der chemischen und pharmazeutischen Industrie ist die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze 2025 gegenüber 2024 um 13 Prozent gesunken, die traditionell hohe Übernahmequote ist unter 90 Prozent gesunken. Der Arbeitgeberverband rechtfertigt das mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage. Wie reagieren Sie darauf?
Alexander Bercht: Die wirtschaftliche Lage ist natürlich eine Herausforderung. Aber deswegen auf Ausbildung zu verzichten, ist kurzsichtig. Vielen Unternehmen wird das angesichts der demografischen Entwicklung auf die Füße fallen. Und das gilt umso mehr in Branchen, die besonders spezifische Kompetenzen erwarten. Wer zum Beispiel einen Chemikanten oder eine Chemikantin sucht, schöpft aus einem sehr kleinen Pool. Langfristige personelle Stabilität kann hier nur über eigene Ausbildung garantiert werden. Und nicht, indem man das Problem in die Zukunft verschiebt. Auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft werden diese Fachkräfte ganz sicher nicht im nötigen Umfang zur Verfügung stehen.
Vielen Dank für das Gespräch!