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Teaser Systemrelevant Folge 318 Service aktuell

Systemrelevant Podcast: Wohnungen vergesellschaften: Was kostet es, was bringt es?

Kann die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne den Mietanstieg in Berlin bremsen? Wie sich die Übernahme von rund 210.000 Wohnungen finanzieren ließe und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind, erklärt IMK-Direktor Sebastian Dullien.

Die Mieten in deutschen Großstädten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Besonders für Menschen, die eine neue Wohnung suchen, wird das zunehmend zum Problem. Denn wer einen immer größeren Teil seines Einkommens für die Miete ausgeben muss, hat weniger Geld für andere Dinge übrig.

Eine mögliche Antwort darauf: Enteignung – oder juristisch genauer: Vergesellschaftung. In Berlin wird gerade wieder darüber diskutiert, die Wohnungen großer privater Wohnungskonzerne in Gemeineigentum zu überführen. Bereits 2021 hatten sich beim Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ fast 60 Prozent der Abstimmenden dafür ausgesprochen. Nun ist das Thema im Zuge der Berliner Regierungsbildung erneut aktuell.

Doch wäre eine solche Vergesellschaftung überhaupt finanzierbar? Eine IMK-Studie untersucht verschiedene Modelle und kommt auf eine mögliche Entschädigungssumme von 13,5 Milliarden Euro für rund 210.000 Wohnungen. Grundlage der Berechnung sind nicht die aktuellen Marktpreise, sondern die Erträge, die sich mit langfristig sozialverträglichen Mieten erzielen ließen. Finanziert werden könnte die Übernahme zumindest teilweise über Kredite, deren Zinsen und Tilgungen aus den Mieteinnahmen gedeckt werden könnten.

Bauen, bauen, bauen ist wichtiger als Vergesellschaften. Das hat man jetzt eine Zeit lang ziemlich vernachlässigt. Und übrigens: Diese privaten Wohnungsunternehmen, von deren Vergesellschaftung wir reden, die haben besonders wenig gebaut – im Vergleich zu den landeseigenen Unternehmen, aber auch zu den kleinen Privatvermietern."

Sebastian Dullien, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung

Vergesellschaftung wäre also kein Ersatz für den Wohnungsbau, sie könnte aber dazu beitragen, dass die Mieten weniger stark steigen. Denn große Wohnungskonzerne beeinflussen mit ihren Mieterhöhungen auch den Mietspiegel. Und der spielt wiederum eine Rolle dabei, wie stark andere Vermieter ihre Mieten erhöhen dürfen.

Doch wie groß wäre ihr Einfluss auf die Mietentwicklung tatsächlich und welche Risiken bringt eine Vergesellschaftung mit sich? Darüber spricht Marco Herack mit IMK-Direktor Sebastian Dullien in der Folge von Systemrelevant.

Moderation: Marco Herack

Alle Informationen zum Podcast

In Systemrelevant analysieren führende Wissenschaftler:innen der Hans-Böckler-Stiftung gemeinsam mit Moderator Marco Herack, was Politik und Wirtschaft bewegt: makroökonomische Zusammenhänge, ökologische und soziale Herausforderungen und die Bedingungen einer gerechten und mitbestimmten Arbeitswelt – klar verständlich und immer am Puls der politischen Debatten.

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