Systemrelevant Podcast: Deutsche Wirtschaft wächst wieder – worauf es jetzt ankommt
Die deutsche Wirtschaft wächst wieder. Warum die aktuelle Prognose jedoch mit vielen Risiken verbunden ist, bespricht Sebastian Dullien in der neuen Podcast-Folge.
[21.10.2026]
Gute Nachrichten von der deutschen Wirtschaft: Das tiefe Konjunkturloch gehört der Vergangenheit an, die Wirtschaft wächst wieder. Warum die Aussichten trotzdem nicht so rosig sind wie es auf den ersten Blick erscheint – und die Prognose mit vielen Risiken verbunden ist, bespricht IMK-Direktor Sebastian Dullien in der neuen Podcast-Folge mit Moderator Marco Herack.
Nach der aktuellen IMK-Konjunkturprognose wird die Wirtschaft 2026 um 1,3 Prozent und 2027 um 1,4 Prozent wachsen – eine deutliche Aufwärtskorrektur gegenüber der letzten Prognose von Juni. „Da waren wir von 0,6 Prozent dieses Jahr und 0,9 Prozent im nächsten Jahr ausgegangen“, so Dullien.
Öffentliche Investitionen sorgen für Wirtschaftswachstum in Deutschland
Ein entscheidender und großer Anteil der Aufwärtsrevision liege daran, „dass das Statistische Bundesamt die Zahlen der Vergangenheit, also sowohl aus der zweiten Jahreshälfte 2025 als auch vom Jahresbeginn 2026 nach oben revidiert hat“, erklärt Dullien. Kurz gesagt: Es sei in der Vergangenheit etwas besser gelaufen als vermutet bzw. als das Statistische Bundesamt es vorhergesagt hat.
Doch woher kommt das aktuelle Wirtschaftswachstum in Deutschland?
- … von den öffentlichen Investitionen, maßgeblich bedingt durch das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie steigende Verteidigungsausgaben.
- … von einem stärkeren Export-Wachstum: Zum einen gibt es gerade mehr Exporte in den Rest Europas, zum anderen ziehen in den vergangenen Monaten auch die Exporte in die USA wieder etwas an, laut Dullien wohl dadurch bedingt, dass in den USA viele Rechenzentren gebaut werden, für die ein Teil der benötigten elektronischen Ausrüstung aus Deutschland kommt.
Sebastian Dullien: „Ein selbsttragender Aufschwung wäre jetzt, wenn das Ganze dazu führt, dass die Unternehmen auch hierzulande wieder mehr investieren, wieder Leute einstellen, die Löhne steigen und wegen dieser steigenden Löhne auch der Konsum anzieht. Diese letzten beiden Elemente sehen wir im Moment noch nicht, und wir sind ehrlichgesagt auch skeptisch, dass das bis Ende 2027 richtig anzieht.“
Genau das wären laut Dullien jedoch wichtige Aspekte, die notwendig wären, dass sich der Aufschwung aus eigener Kraft trägt und die Wirtschaft es auch aushält, wenn etwa die Verteidigungsausgaben weniger steigen oder der Export schwächelt.
Im weiteren Verlauf der Folge erörtern Sebastian Dullien und Marco Herack weiter, warum Beschäftigung und Konsum kaum zusätzlichen Schwung versprechen und welche Risiken von Energiepreisen, Zinsen und der Weltlage ausgehen.
Alle Informationen zum Podcast
In Systemrelevant analysieren führende Wissenschaftler:innen der Hans-Böckler-Stiftung gemeinsam mit Moderator Marco Herack, was Politik und Wirtschaft bewegt: makroökonomische Zusammenhänge, ökologische und soziale Herausforderungen und die Bedingungen einer gerechten und mitbestimmten Arbeitswelt – klar verständlich und immer am Puls der politischen Debatten.
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