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Der Industriepark Gersthofen, ein Chemie- und Industriestandort mit futuristisch anmutenden Gebäuden und Silos. Pressemitteilungen

Neue Werte des IMK-Konjunkturindikators: Konjunkturausblick für das Schlussquartal hellt sich auf –Rezessionsrisiko deutlich gesunken

21.10.2026

Die konjunkturellen Aussichten für das Schlussquartal 2026 haben sich deutlich aufgehellt. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, der monatlich die neuesten verfügbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen bündelt. Für den Zeitraum von Oktober bis Ende Dezember 2026 weist der Indikator eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 16,5 Prozent aus. Anfang September betrug sie für die folgenden drei Monate noch 25,9 Prozent. Eine so geringe Rezessionswahrscheinlichkeit wie aktuell hat der Indikator zuletzt vor dem Beginn des Iran-Kriegs Anfang 2026 ausgewiesen und davor im Jahr 2022, bevor Russland die Ukraine überfallen hat. Die statistische Streuung im Indikator, ein Maßstab für Verunsicherung unter Wirtschaftsakteuren, hat gleichzeitig nur geringfügig zugenommen von 7,7 auf 9,9 Prozent. Der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator bleibt bei der Phase „gelb-grün“ (moderater Wachstumspfad).

Maßgeblich für den deutlichen Rückgang der Rezessionswahrscheinlichkeit sind vor allem fortgesetzte Aufhellungen bei Stimmungsindikatoren wie dem ifo Geschäftsklimaindex und dem S&P Einkaufmanagerindex sowie im Trend positive Entwicklungen bei Aufträgen und Produktionsdaten – zuletzt vor allem am Bau. Einen stärkeren Rückgang der Rezessionswahrscheinlichkeit verhindert hat ein weiterer Anstieg der Geldmarktzinsen und zuletzt gesunkene Aktienkurse.

„Die konjunkturelle Stabilisierung ist bemerkenswert. Sie zeigt die grundsätzliche Stärke des Standorts Deutschland auch in extrem schwierigen Zeiten von durch Kriegen verursachten Energiepreisschocks, US-Zöllen und erhöhter wirtschaftspolitischer Unsicherheit“, sagt IMK-Konjunkturexperte Prof. Dr. Christian Breuer. In dieser Situation brauche die konjunkturelle Erholung weiteren Rückenwind. Die staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur und Verteidigung regten die Wirtschaft an. Ebenfalls in die richtige Richtung gingen die europäischen Ansätze zu einer wirksameren Industriepolitik, auch wenn sie noch zu zögerlich seien. Nun komme es darauf an, Fortschritte nicht gleich wieder zu konterkarieren, sagt der Ökonom. „Was wir aktuell überhaupt nicht brauchen können, ist eine langandauernde Schwäche des privaten Konsums. Versuche, die außenwirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit mit Lohnkürzungen oder Einschnitten bei den Sozialleistungen zu verbessern, sind daher hoch riskant, und sie gehen am Problem vorbei“, sagt Breuer. Denn die wirtschaftlichen Schwierigkeiten seien kein Problem einfacher mangelnder preislicher Wettbewerbsfähigkeit, sondern überwiegend geopolitisch verursacht.

Kontakt 

Prof. Dr. Christian Breuer
IMK-Konjunkturexperte

Rainer Jung
Leiter Pressestelle

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