Systemrelevant Podcast: Was bringt Insourcing?
Welche versteckten Potenziale bietet Insourcing? Und gibt es in Unternehmen in unsicheren Zeiten einen Trend dazu? Eine neue von uns geförderte Studie bietet spannende Einsichten.
[31.3.26]
Über Outsourcing wurde in den vergangenen Jahren viel geforscht und geschrieben – aber was ist eigentlich mit Insourcing? Ein unterschätztes Phänomen in deutschen Unternehmen? Dieser Frage sind Sandra Jaworeck von der Technischen Universität Chemnitz, Markus Hertwig von der Ruhr-Universität Bochum und Carsten Wirth von der Hochschule Darmstadt in einer neuen, von uns geförderten Studie nachgegangen. In der aktuellen Folge von Systemrelevant spricht Moderator Marco Herack mit Carsten Wirth und Christina Schildmann, der Direktorin unserer Forschungsförderung, über die Ergebnisse.
Globale Krisen wie Corona haben Lieferketten in den vergangenen Jahren zunehmen unsicherer gemacht – das Schlagwort „Resilienz“ legte daher auch einen ziemlichen Aufstieg hin: Mehr Produktion, insbesondere von systemrelevanten Gütern sollte wieder selbst übernommen werden, so die Idee. Insourcing als Mittel dazu läge also nahe. „Da geht es um die Frage: Was machen wir selbst, was erstellen wir in Netzwerken und was kaufen wir ein? Und diese Frage wird, wenn die internen Dynamiken entsprechend gut funktionieren, auch noch mal neu beantwortet“, beschreibt Christina Schildmann die Debatten in Unternehmen zu Out- und Insourcing.
Doch wurde Insourcing tatsächlich vermehr praktiziert? Die Ergebnisse der Studie sind erstaunlich, berichtet Wirth: „28 Prozent der Unternehmen in den letzten drei Jahren, im und vor dem Untersuchungszeitraum ein Insourcing betrieben haben. Gleichzeitig haben in dem gleichen Zeitraum 33 Prozent der Unternehmen Outsourcing betrieben.“ Doch nur ein Viertel der eingegliederten Leistungen wurden zuvor aus dem Ausland bezogen. Einmal aus Deutschland abgewanderte Produktion wird relativ selten wieder zurückverlagert, so Wirth.
Outsourcing, Verschlankung, weniger Personal stehen im Management-Diskurs noch immer hoch im Kurs. Dabei hätte verstärktes Insourcing eine Reihe von Vorteilen, so Schildmann und Wirth: Mehr Flexibilität, Sicherheit, potenziell verbesserte Arbeitsabläufe und mehr Nachhaltigkeit. Und auch für die Mitbestimmung gibt es Chancen – dazu mehr im weiteren Verlauf der Folge.
Moderation: Marco Herack
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In Systemrelevant analysieren führende Wissenschaftler:innen der Hans-Böckler-Stiftung gemeinsam mit Moderator Marco Herack, was Politik und Wirtschaft bewegt: makroökonomische Zusammenhänge, ökologische und soziale Herausforderungen und die Bedingungen einer gerechten und mitbestimmten Arbeitswelt – klar verständlich und immer am Puls der politischen Debatten.
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