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Teaserbild Systemrelevant Folge 314 Service aktuell

: BIP-Revisionen: Plötzlich weniger Krise?

Deutschlands Wirtschaft ist zuletzt schwächer gewachsen als erhofft. Doch neue BIP-Daten lassen die vergangenen Jahre in einem besseren Licht erscheinen. IMK-Direktor Sebastian Dullien erklärt, warum die Krise kleiner ausfiel als bislang gedacht.

Deutschland galt zuletzt als wirtschaftlicher Problemfall: kaum Wachstum, schwache Produktivität und Rezession. Doch neue Zahlen des statistischen Bundesamtes verändern dieses Bild. Nach den jüngsten Revisionen fiel die Rezession 2024 schwächer aus als bisher angenommen, 2025 wuchs die Wirtschaft bereits wieder leicht. Für IMK-Direktor Sebastian Dullien ergibt sich daraus ein deutlich positiveres Bild der wirtschaftlichen Entwicklungen und damit auch eine neue Grundlage für die Debatte über Deutschlands Wirtschaftsschwäche.

Wie kann sich die Vergangenheit plötzlich ändern?

Das Bruttoinlandsprodukt wird aus einer Vielzahl unterschiedlicher Daten berechnet, die zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung noch nicht vollständig vorliegen. Erste BIP-Zahlen sind deshalb Schätzungen und werden korrigiert, sobald genauere Informationen verfügbar sind. Gerade in wirtschaftlichen Umbruchphasen können diese Revisionen größer ausfallen, erklärt Dullien.

Weniger Krise – aber keine Entwarnung

Die neuen Daten verändern auch den Blick auf die viel diskutierte Produktivitätsschwäche Deutschlands. Im zweiten Quartal 2026 lag die Produktivität pro Arbeitsstunde 1,5 Prozent über dem Vorjahr. Damit stellt sich auch die Frage, welche Diagnosen über die deutsche Wirtschaft auf Grundlage der bisherigen Zahlen noch tragen. Das heißt nicht, dass die wirtschaftlichen Probleme verschwunden sind: Die Krise der Automobilindustrie, US-Zölle oder die Konkurrenz aus China bleiben real. Doch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung fällt besser aus als bislang angenommen.

Ist Deutschland also doch nicht der "kranke Mann Europas"? Was die neuen Zahlen an dieser Erzählung verändern und wo die wirtschaftlichen Probleme weiterhin liegen, hört ihr in der aktuellen Folge von Systemrelevant.

Moderation: Marco Herack

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In Systemrelevant analysieren führende Wissenschaftler:innen der Hans-Böckler-Stiftung gemeinsam mit Moderator Marco Herack, was Politik und Wirtschaft bewegt: makroökonomische Zusammenhänge, ökologische und soziale Herausforderungen und die Bedingungen einer gerechten und mitbestimmten Arbeitswelt – klar verständlich und immer am Puls der politischen Debatten.

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