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Praxistipp: Gut fürs Klima, gut für die Beschäftigten

Ausgabe 04/2026

Das Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung der Hans-Böckler-Stiftung (I.M.U.) wertet regelmäßig Betriebs- und Dienstvereinbarungen aus und veröffentlicht Themenmodule zu aktuellen Fragen der Arbeit von Interessenvertretungen. Mit der Reihe „Praxistipp“ stellen wir in jeder Ausgabe eine Auswertung oder Veröffentlichung vor.

Ambitionierte Klima- und Umweltziele dürften die Produktion und Energieversorgung vieler Unternehmen in den kommenden Jahren stark verändern. Doch trotz zahlreicher Selbstverpflichtungserklärungen führt das Thema in vielen Betrieben bislang noch immer ein Schattendasein. Dabei hat spätestens Russlands Angriff auf die Ukraine gezeigt, dass die Abhängigkeit von fossilen Energien nicht nur ein Problem für das Klima ist. Auch der Wettbewerb um umweltfreundliche Produkte und Verfahren dürfte das Thema in den kommenden Jahren vorantreiben. Welche Rolle Gewerkschafter und Interessenvertretungen beim sozialökologischen Umbau spielen können und sollten, hat das I.M.U. in einem „Wissen kompakt“ zusammengetragen.

Neben der Antwort auf die Frage, was Nachhaltigkeit eigentlich bedeutet und welche Rolle Gewerkschaften dabei spielen, informiert die Übersicht auch über rechtliche Grundlagen. Zwar kann der Betriebsrat auch nach der Reform des Betriebsverfassungsgesetzes den Arbeitgeber nicht zu umweltfreundlichen Maßnahmen zwingen, er kann aber dem Arbeitgeber Vorschläge machen und beispielsweise auch externe Beratung hinzuziehen. Auch auf Basis des Lieferkettengesetzes können Interessenvertretungen das Thema Umweltschutz angehen.

Zur Übersicht gehören 14 betriebliche Beispiele. Beim Containerterminal Altenwerder unterstützte der Betriebsrat die Elektrifizierung der Anlagen und die Umstellung auf Ökostrom. So verringerte sich nicht nur der ökologische Fußabdruck des Unternehmens. Mit dem Abschied von Dieselmotoren sank auch die Feinstaubbelastung auf dem Gelände.

Der Hygieneartikelhersteller Essity in Mannheim ist schon länger umweltbewusst unterwegs. In den 1980er Jahren stellte er von Chlorbleiche auf Sauerstoffbleiche um. 2019 investierte das Unternehmen in die Herstellung von Zellstoff aus Stroh – für den Betriebsrat eine Investition, die rund 2000 Arbeitsplätze in Mannheim sichert.

Der Chempark-Betreiber Currenta in Leverkusen will langfristig seine Wasserstoff – Kompetenzen ausbauen. Damit fallen teilweise Arbeitsplätze weg oder verändern sich. Deshalb hat sich der Betriebsrat für die Möglichkeit des vorzeitigen Ruhestands genauso eingesetzt wie für umfangreiche Qualifizierungen. Detlef Rennings, Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzender, sagt: „Die Bedeutung lebenslangen Lernens hat inzwischen auch der Arbeitgeber kapiert.“


Alle Praxisbeispiele und weitere Informationen unter: Sozial-ökologische Transformation: Gute Arbeit gestalten - Mitbestimmungsportal

Weitere Fragen an: betriebsvereinbarung[at]boeckler.de

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