Systemrelevant Podcast: Warum wir uns ärmer fühlen, als die Zahlen zeigen
Sebastian Dullien und Jan Behringer diskutieren darüber, warum viele Menschen in Deutschland trotz statistisch erholter Kaufkraft das Gefühl haben, sich weniger leisten zu können als früher.
[27.08.2026]
Pandemie, Ukraine-Krieg, Inflation – die Krisen der letzten Jahre haben Spuren hinterlassen. Vor allem zwischen 2021 und 2023 sind die real verfügbaren Einkommen in Deutschland gesunken. Auch wenn das Minus durch Tariferhöhungen, einen höheren Mindestlohn oder nachlassende Teuerung im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt schon 2024 wieder ausgeglichen wurde, fühlt sich die Mehrheit der Deutschen immer noch schlechter gestellt. So waren Ende 2025 knapp 60 Prozent der Menschen der Meinung, ihre Kaufkraft sei noch immer geringer als vor dem Inflationsschock.
Die Ergebnisse einer neuen Analyse unseres IMK zeigen eine „erhebliche Diskrepanz zwischen wahrgenommener und gemessener Entwicklung der verfügbaren Realeinkommen“. Unsere IMK-Forscher Dr. Jan Behringer und Dr. Lukas Endres haben Daten einer repräsentativen Online-Befragung ausgewertet, an der im November 2025 rund 7.000 Personen zwischen 18 und 75 Jahren in Deutschland teilgenommen haben. Im Podcast geben Jan Behringer und IMK-Direktor Sebastian Dullien Einblicke in die Ergebnisse der Auswertung.
55 Prozent derjenigen, die meinen, sich weniger leisten zu können als noch vor fünf Jahren, machen sich große Sorgen um künftige Lebenshaltungskosten. Ein Grund dafür könnte sein, dass vor allem Güter des täglichen Bedarfs spürbar teurer geworden sind. Seit 2020 sind etwa die Preise für Wohnenergie um 47 Prozent, für Lebensmittel und Restaurantbesuche um jeweils über 30 Prozent gestiegen.
Moderator Marco Herack und seine Gäste gehen auch der Frage nach, welche Auswirkungen staatliche Maßnahmen wie beispielsweise der Tankrabatt haben und warum Eingriffe in Preise so umstritten bleiben.
Zudem erläutern sie im weiteren Verlauf der Podcast-Folge, wie Preissteigerungen im Alltag unsere Wahrnehmung beeinflussen – und was das für den Konsum, das Sparverhalten und Vertrauen in die Politik der Menschen in Deutschland bedeutet.
[Moderation: Marco Herack]
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In Systemrelevant analysieren führende Wissenschaftler:innen der Hans-Böckler-Stiftung gemeinsam mit Moderator Marco Herack, was Politik und Wirtschaft bewegt: makroökonomische Zusammenhänge, ökologische und soziale Herausforderungen und die Bedingungen einer gerechten und mitbestimmten Arbeitswelt – klar verständlich und immer am Puls der politischen Debatten.
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