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Der Tankrabatt wirkt Böckler Impuls

Inflation: Der Tankrabatt wirkt

Ausgabe 12/2026

Vom gedämpften Preisanstieg bei Kraftstoffen haben insbesondere Familien ohne viel Geld profitiert.

Die Inflation in Deutschland ist im Juni 2026 um 0,3 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent gesunken, nachdem sie im Mai ebenso stark auf 2,6 Prozent gefallen war. Das geht aus dem aktuellen Inflationsmonitor des IMK hervor. Der Preis­auftrieb bei Nahrungsmitteln ist mit 0,4 Prozent erneut schwach ausgefallen, die Kernrate ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak verharrte bei 2,4 Prozent. Verantwortlich für den Rückgang der Inflationsrate war laut IMK-Expertin Silke Tober die nachlassende Teuerung bei Kraftstoffen und Heizöl, die von 28,1 Prozent im April auf 20,1 Prozent im Mai und 12,6 Prozent im Juni gesunken ist. Der Tankrabatt von 17 Cent pro Liter dürfte wesentlich zu der Entwicklung seit April 2026 beigetragen haben. In Frankreich – wo es zwar eine Selbstverpflichtung des größten Tankstellenbetreibers, aber keine steuerliche Maßnahme zur Dämpfung der Kraftstoffpreise gab – haben sich die Kraftstoffpreise deutlich stärker erhöht als in Deutschland.

Die geringere Teuerung bei Kraftstoffen hat Tobers Analyse zufolge Paare mit Kindern und geringen sowie mittleren Einkommen, die im April infolge des Iran-Kriegs die höch­ste haushaltsspezifische Inflationsrate aufwiesen, besonders stark entlastet. „Durch die Kombination aus Tankrabatt und Rohölpreisrückgang ist der Beitrag der Kraftstoffpreise zu den Inflationsraten dieser Familien seit April um 0,8 Prozentpunkte gefallen. Dabei gehen rechnerisch – bei vollständiger Überwälzung auf die Preise – 0,5 Prozentpunkte auf den Tankrabatt zurück“, erklärt die Ökonomin.

Infografik: Kraft- und Schmierstoffe haben im Juni 2026 bei Familien mit 2000 bis 2600 Euro sowie mit 3600 bis 5000 Euro verfügbarem Einkommen jeweils 0,6 Prozentpunkte zur Inflationsrate beigetragen, bei Alleinlebenden mit weniger als 900 Euro 0,2 Prozentpunkte, bei Alleinlebenden mit mindestens 5000 Euro 0,4 Prozentpunkte.
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Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Energiepreisschock habe nicht nur die Inflation angefacht, sondern auch die Wirtschaft im Euroraum erheblich belastet, so Tober. Das gelte insbesondere für Deutschland, wo die Industrie bereits unter der kombinierten Last von US-Zöllen, Euro-Aufwertung, starkem Wettbewerbsdruck aus China und hohen Energiepreisen infolge des Ukrainekriegs leidet. Derzeit sei nicht absehbar, wie lange der Preisschock anhält und ob es nennenswerte Zweitrundeneffekte geben wird. Die am 11. Juni von der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossene Zinserhöhung sieht die Expertin vor diesem Hintergrund kritisch: „Die EZB bremst die Konjunktur derzeit zusätzlich, ohne dass dafür ein hinreichender ökonomischer Grund besteht.“

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