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Löhne: Öfter Weihnachtsgeld mit Tarif

Ausgabe 18/2020

Tarifbeschäftigte erhalten häufiger Weihnachtsgeld als Arbeitnehmer in Unternehmen, die nicht tarifgebunden sind.

Gut die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland bekommt Weihnachtsgeld. Das geht aus einer Online-Befragung des WSI hervor, an der sich zwischen Anfang November 2019 und Ende Oktober 2020 knapp 49 000 Menschen beteiligt haben. „Am höchsten stehen die Chancen auf ein Weihnachtsgeld, wenn das Unternehmen an einen Tarifvertrag gebunden ist, das gilt auch und gerade in diesem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr“, sagt Thorsten ­Schulten, Leiter des WSI-Tarifarchivs. Mit Tarifvertrag bekommen 77 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld, verglichen mit 41 Prozent in Betrieben ohne Tarifvertrag. „Angesichts von Einkommenseinbußen in der Krise ist das Weihnachtsgeld besonders wichtig. Millionen von Beschäftigten waren oder sind in Kurzarbeit, da ist das Weihnachtsgeld als Beitrag zur Stabilisierung der Einkommen von großer Bedeutung“, so Schulten. „In Krisensituationen schützen bindende tarifliche Regelungen zudem am besten davor, dass der Arbeitgeber die Sonderzahlung ersatzlos streicht.“ In einigen Tarifbranchen wie zum Beispiel der Metall- und Elek­troindustrie wurde in diesem Jahr die Möglichkeit eröffnet, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld anteilig auf die monatlichen Einkommen zu übertragen, um im Fall von Kurzarbeit ein höheres Kurzarbeitergeld zu erhalten. 

Insgesamt sehen in den meisten Wirtschaftszweigen die geltenden Tarifverträge Weihnachtsgeld vor. Es wird überwiegend als fester Prozentsatz vom Monatseinkommen berechnet. Die in den einzelnen Tarifverträgen festgelegten Prozentsätze haben sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert. In den Branchen, in denen in diesem Jahr Lohnerhöhungen vereinbart wurden, sind auch die tarif­lichen Weihnachtsgelder entsprechend gestiegen. 

Ein vergleichsweise hohes Weihnachtsgeld erhalten unter anderem die Beschäftigten im Bankgewerbe, in der Süßwarenindustrie, in der chemischen Industrie, bei der Deutschen Bahn, in der Druckindustrie oder in der Papier und Pappe verarbeitenden Industrie, wo die Jahressonderzahlung zwischen 95 und 100 Prozent eines Monatseinkommens liegt. 

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