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Kein Grund für höhere Zinsen Böckler Impuls

Preise: Kein Grund für höhere Zinsen

Ausgabe 17/2026

Der jüngste Anstieg der Inflationsrate geht ausschließlich auf das Konto der Energiepreise. Tankrabatt und Stromsteuersenkung sind bessere Gegenmittel als höhere Zinsen.

Die Inflationsrate in Deutschland ist im September 2026 um 0,4 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent gestiegen. Der Anstieg der Kraftstoff- und Heizölpreise erklärt diesen Inflationssprung vollständig. In anderen Bereichen, zum Beispiel bei Dienstleistungen, verringerte sich der Preisauftrieb. Das zeigt der jüngste IMK-Inflationsmonitor. 

„Die Kraftstoffpreise überstiegen den Rekordwert von August nochmal deutlich“, sagt IMK-Expertin Silke Tober. Ausschlaggebend seien der höhere Rohölpreis aufgrund der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus und die gestiegenen Raffineriemargen infolge von Kapazitäts­engpässen durch den Iran- und den Ukrainekrieg. 

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Obwohl sich die aktuellen Inflationstreiber mit Zinserhöhungen nicht wirksam bekämpfen lassen, gibt es bereits Forderungen nach einer weiteren geldpolitischen Straffung, so Tober. Zwar sei zu erwarten, dass die gestiegenen Energiekosten Preissteigerungen in anderen Bereichen nach sich ziehen, da sie die Produktions- und Transportkosten erhöhen. „Aber auch solche indirekten Effekte liefern keinen hinreichenden Grund für eine weitere Erhöhung der Leitzinsen, da sie wie der ursprüngliche Schock mittelfristig abklingen.“ 

Statt einer zusätzlichen Schwächung der Wirtschaft durch höhere Finanzierungskosten sind dem IMK zufolge fiskalische Maßnahmen geboten, die die Inflation mildern und die Gefahr von Zweitrundeneffekten verringern. Der Tankrabatt sei sinnvoll, sollte aber mit Maßnahmen zur Drosselung des Verbrauchs kombiniert werden, beispielsweise verschärften Tempolimits. Die in Aussicht gestellte Senkung der Stromsteuer wirke ebenfalls entlastend, „stellt mit Blick auf die weitere Inflationsentwicklung allerdings lediglich ein Gegengewicht zu der Erhöhung der Tabaksteuer im Januar 2027 und der Zuzahlungen gesetzlich Versicherter dar“, so Tober.
 

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